Volle Erwerbsminderungsrente

von
Ulrike

Hallo,ich bin im Februar 1960 geboren,und arbeite seit 44 Jahren in Vollzeit.
Seit ein paar Tagen bin ich krankgeschrieben, weil ich mittlerweile den Dauerstress am Empfang einer Klinik nicht mehr ertragen kann,in der ich seit 43,5 Jahren arbeite.Die letzten 25 Jahre im 3-Schichtbetrieb tragen auch dazu bei,das mein Hausarzt mich jetzt für eine lange Zeit krankschreiben wird,weil ich wirklich nicht mehr kann.Er hat mir geraten, erst einmal die 18 Monate Arbeitsunfähigkeit auszuschöpfen, um dann einen Antrag auf EU Rente zu machen.Ich werde im Februar 2021 61 Jahre,habe 1977 in der Klinik angefangen,vorher habe ich nach Schulabschluss 1 Jahr in einem Kindergarten gearbeitet.
Wer kann mir einen Rat geben?
Vielen Dank!
Ulrike

von
Morbus B.

Hallo,
Ich kann sehr gut verstehen, dass sie k.o., ausgelaugt und mit ihren Kräften am Ende sind.
Vielleicht kommt ja auch noch eine körperliche Erkrankung hinzu...
Nur so einfach ist es nicht, Krankengeld ausschöpfen und dann EM Rente. Ich glaube ihr Hausarzt ist da ein wenig entfernt von der Realität.
Waren Sie schon einmal in einer Reha Maßnahme ?
Vielleicht gibt es nach einer Auszeit, sprich Krankzeit, auch einen ruhigeren Arbeitsplatz für Sie.
Einfach eine EM ohne Reha und Begutachtung gibt es wohl nicht.
Krankengeld ausschöpfen....und dann???Es ist wirklich nicht so einfach!!!!
Ich wünsche Ihnen alles Gute!
Vor allem gute Beratung!

von
KSC

Vielleicht würde schon eine Herausnahme aus dem Schichtbetrieb bewirken dass sich der Stress reduziert?

Oder eine andere Arbeit?

Wenn dem Arzt nichts anderes einfällt als erst 1,5 Jahre krank und dann Rente, ist es mit seinem arbeitsmedizinischen Wissen wohl nicht all zu weit her?

Da gibt es noch Zwischenstufen:
Ein-Schicht Betrieb
anderes Tätigkeitsfeld
Reduzierung der täglichen Arbeitszeit
Stress im häuslichen Umfeld reduzieren.
U.v.m.

Wenn der Arzt schon heute von EM Rente spricht - warum dann nicht gleich sondern erst in 1,5 Jahren? Ist er Hellseher, weil er weiß dass es in "1,5 Jahren soweit ist"?

von
Sterne

Die Krankenversicherung wird nachfragen welche Behandlung angedacht ist, sobald sie Krankengeld zahlen soll. Beim Burn-out-Syndrom ist das meist eine Psychotherapie bzw. Reha. Die Reha dauert 5 Wochen und evtl. Verlängerung). Bei der Reha werden auch anschließende Maßnahmen überlegt: Weitere Krankschreibung, Änderung der Arbeitssituation, EM etc. Auch ist es möglich, sich per Attest von der Wechselschicht befreien zu lassen. Alles Gute

von
Ulrike

Hallo und Danke an alle,der Schichtbetrieb allein würde nicht viel ändern,es ist halt der Dauerstress,8 Stunden ohne Pause,da wir immer allein in einer Schicht arbeiten müssen,in einer Schicht,ob Früh oder Spätdienst kommen 400-500 Anrufe rein, die vermittelt werden ,ca. 300 Auskünfte direkt am Empfang von Patienten und Besuchern,Überwachung der Technischen Störungen,Überwachung der Brandmeldezentrale, täglich 3 Postkisten Briefverkehr sortieren und in 204 Postfächer verteilen.Ich könnte noch viel mehr aufzählen, was wir allein bewältigen müssen.Im Haus wird permanent Personal abgebaut,so das es auch keine Chance auf eine andere Tätigkeit geben wird.

Also eine schwierige Situation.
LG Ulrike

von
Rüdiger

Zitiert von: Ulrike
8 Stunden ohne Pause,

Kaufen Sie dem Arbeitgeber einmal ein Arbeitsgesetzbuch. Pausen sind gesetzlich vorgeschrieben!

Und ansonsten ist es nicht so einfach wie Ihr Arzt sich das vorstellt. Die KK wird sie schnell zur Reha aufordern und ob dann eine EMR nachfolgt ist sehr unsicher.

von
Peter T.

Ich glaube ihr Arzt hat da falsche Vorstellungen. Erst einmal sind es nur ein paar Tage her, seit dem Sie krank (geschrieben) sind. Hier schon von einer EM zu sprechen ist völlig absurd. Es wurde noch keine Therapie versucht, keine Medikation, jedenfalls konnte sich noch kein Spiegel aufbauen, selbst dann dauert es Wochen bis Monate. Und wenn Sie mehr als 6 Wochen krank sind, haben Sie Anspruch auf ein BEM Verfahren. Dort muss der AG auch versuchen etwas für Ihre Weiterbeschäftigung, notfalls mit Stellenumsetzung zu drehen.
Dann gilt immer Reha vor Rente usw usw.
Versuchen Sie erst einmal die genannten Dinge, ehe Sie an eine EM denken. Denn dafür brauchen Sie den Kopf frei von solchen Illusionen, die in vielleicht 1,5 Jahren anstehen. Aber vorher wird schon Ihre KK tätig, indem Sie den MDK einschaltet und falls der nicht vorher schon den "Traum" zerstört, wird er eine Reha durchsetzen (schränkt Ihr Dispositionsrecht) ein.
Mal davon abgesehen ist eine EM Rente leider nichts, was man haben möchte, außer man muss wirklich. Ich spreche da aus Erfahrung. Aber erst mal einen Fuß vor den Anderen. Zeit vergehen lassen, Psychotherapie, mit Medikation (ist auch Voraussetzung für eine EM), Reha und dann wird man sehen, auch ob ihr AG nicht auch noch etwas anderes bietet...

Experten-Antwort

Hallo Ulrike,

grundsätzlich könnten Sie zunächst Krankengeld beziehen und zu einem späteren Zeitpunkt einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen.

Ist allerdings bei Versicherten nach ärztlichem Gutachten die Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet oder gemindert, kann die Krankenkasse nach § 51 Abs. 1 SGB V zur Antragstellung auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben auffordern. Hierbei kann eine Frist von zehn Wochen gesetzt werden.

von
Ulrike

Danke an Alle!

von
Ulrike

Danke an Alle!