Von A.U. in Rente übergehen, Urlaubsansprüche aus Arbeitsvertrag

von
Ginger1994

Hallo,
seit März d. J. bin ich arbeitsunfähig und werde nun auf Drängen meiner Krankenkasse einen Antrag auf Rente für besonders langjährig Versicherte stellen, die ich schon seit dem 01.06.2021 in Anspruch nehmen könnte. Ich werde solange arbeitsunfähig sein, bis der Rentenantrag genehmigt ist. Wie verhält es sich dann mit dem Urlaubsanspruch für dieses Jahr, muss mein Arbeitgeber mir diesen ausbezahlen?

von
Siehe hier

Zitiert von: Ginger1994
Hallo,
seit März d. J. bin ich arbeitsunfähig und werde nun auf Drängen meiner Krankenkasse einen Antrag auf Rente für besonders langjährig Versicherte stellen, die ich schon seit dem 01.06.2021 in Anspruch nehmen könnte. Ich werde solange arbeitsunfähig sein, bis der Rentenantrag genehmigt ist. Wie verhält es sich dann mit dem Urlaubsanspruch für dieses Jahr, muss mein Arbeitgeber mir diesen ausbezahlen?

Hallo Ginger,
meines Wissens kann die Krankenkasse Sie gar nicht drängen, diesen Rentenantrag zu stellen, auch wenn Sie die Voraussetzungen für die Rente als besonders langjähriger Versicherter tatsächlich erfüllen (das entsprechende Alter und 45 Beitragsjahre).
Sie sind 'gerade mal' seit Mitte Januar arbeitsunfähig (hierbei inkl. sechs Wochen Entgeltfortzahlung vorausgesetzt), also JETZT gerade mal sechs Monate und haben anscheinend noch eine Arbeitsstelle und könnten somit auch noch fröhlich weiter arbeiten, wenn Sie sich wieder erholt haben.

Eine Aufforderung zur Rentenantragstellung kann die Krankenkasse also nur erstellen, wenn eindeutige Hinweise vorliegen, dass Ihre Erwerbsfähigkeit bereits erheblich gemindert ist, hierfür bedarf es aber besonderer Voraussetzungen.

Dies könnte also bei Ihnen zutreffen, wenn die AU seit März 2021 lediglich eine erneute (Fortsetzung) einer bereits vorher schon zur AU führenden Krankheit vorlag.

Aber auch hier kann dann die KK allenfalls erst einmal eine Reha verlangen, keinesfalls, dass Sie eine mögliche vorzeitige Altersente beantragen.

Recht gut erklärt ist dies ausführlicher hier:

https://sozialversicherung-kompetent.de/krankenversicherung/leistungsrecht/898-krankengeld-aufforderungsrechte-krankenkasse.html#:~:text=Die%20Krankenkasse%20kann%20unter%20bestimmten%20Voraussetzungen%20auffordern%2C%20dass,4%20Antrag%20zur%20Neuberechnung%20des%20Hinzuverdienstes%20bei%20Altersrenten

Sofern dies aber auch in Ihrem eigenen Interesse so laufen soll, spricht natürlich nichts dagegen, dass Sie diese Rente beantragen. Noch ist dies auch rückwirkend möglich (drei Monate-Frist).

Ansonsten sollten Sie sich bitte besser noch mal bei Ihrer zuständigen DRV beraten lassen.

Und der gesetzliche Urlaubsanspruch entfällt auch bei Krankschreibung nicht, wäre also bis Rentenbeginn anteilig zu gewähren. Sofern Sie darüber hinaus Urlaubsanspräche hätten, gelten die Regelungen Ihres Arbeitsvertrages.

Sofern das Arbeitsverhältnis zum Rentenbeginn noch besteht, wäre dies eine Einmalzahlung, die als Hinzuverdienst zu berücksichtigen ist. Wenn es dann aber die Rente für 'besonders langjährig Versicherte' ist, ist ein Hinzuverdienst bis zu 46.060,00 EUR im Jahr 2021 erlaubt (wurde wegen Corona erhöht, und ist später wohl wieder wie sonst auch 6.300,00 EUR), würde also Ihre Rente nicht kürzen bzw. erst kürzen, wenn der Hinzuverdienst diesen Betrag übersteigt.

Bitte berücksichtigen Sie auch, dass, wenn Sie nun rückwirkend Rente beantragen, die Krankenkasse einen Erstattungsanspruch auf das nach Rentenbeginn bezahlte Krankengeld hat (siehe §§103ff SGB X).

Eine umfangreichere (persönliche/telefonische) Beratung erscheint in Ihrem Fall sinnvoll.

Schönes Wochenende und alles Gute!

von
Kkk

Eine Aufforderung zur Stellung eines Rentenantrags darf die KK niemals stellen.

von
Siehe hier

Zitiert von: Kkk
Eine Aufforderung zur Stellung eines Rentenantrags darf die KK niemals stellen.

Diese Aussage ist FALSCH!

von
Schade

Beschränken wir uns doch einfach auf die gestellte Frage!

Die betrifft das Arbeitsrecht und ist somit von DRV Mitarbeitern nicht zu beantworten.

Wie das "Drängen zum RA" von der Kasse zu bewerten ist wurde nicht gefragt.

"Freiwillig" kann der Rentenantrag gestellt werden wenn man/frau sich einfach nicht mehr mit der Kasse auseinandersetzen will. Er "muss" aber nicht gestellt werden.

Experten-Antwort

Hallo Ginger1994,

im Rahmen dieses Forums können wir keine Aussagen zu arbeitsrechtlichen Sachverhalten treffen. Sie sollten diesen Sachverhalt mit der zuständigen Stelle bei Ihrem Arbeitgeber klären.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Was die Dax-Erweiterung für Sparer bedeutet

Von 30 auf 40: Deutschlands wichtigster Börsenindex wird erweitert. Für Anleger lohnt es sich, deshalb einmal genau auf den Dax zu schauen.

Gesundheit 

Berufsunfähig: tückische 50-Prozent-Klausel

Die 50-Prozent-Klausel erweist sich oft als Hürde, wenn es um die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit geht. Was es mit der Klausel auf sich hat.

Rente 

Erwerbsminderungsrente rechtzeitig verlängern

Eine Erwerbsminderungsrente wird meist nur befristet gewährt. Das Ende des Bewilligungszeitraums sollten Sie immer im Blick haben und rechtzeitig...

Rente 

Per Versorgungsausgleich zur Frührente

Eine Scheidung bringt manchen Versicherten einen vorzeitigen Rentenanspruch. Wie sich der Versorgungsausgleich auswirkt.

Altersvorsorge 

BU: Die 7 schlimmsten Fallstricke

Wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) nicht zahlt, ist der Ärger groß. Wie Sie schon bei Vertragsabschluss die größten Fallstricke vermeiden.