Von EM-Rente in Altersrente nach 45 Jahren

von
Sebastian

Kann man von der unbefristeten Erwerbsminderungsrente in die abschlagsfreie Altersrente nach 45 Beitragsjahren wechseln?

Experten-Antwort

Hallo Sebastian,

sofern die Voraussetzungen (Alter und Vorliegen der Wartezeit von 45 Jahren) erfüllt sind, können Sie eine Umwandlung der Erwerbsminderungsrente in die Altersrente für besonders langjährig Versicherte beantragen.
Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Entgeltpunkte, die der Berechnung der Erwerbsminderungsrente zugrundeliegen, den im Rentenbescheid ausgewiesenen Zugangsfaktor (d.h. ggfs. eine Kürzung/Minderung von monatlich 0,3 %) auch in der anschließenden Altersrente behalten.
Hatte die Erwerbsminderungsrente bisher eine Kürzung/Rentenminderung, dann kann die Altersrente demzufolge nicht ungekürzt gezahlt werden.

von
nurder

Hallo Sebastian,
so weit mir gesagt wurde kann man den Abschlag nur umgehen wenn zwischen EM-Rente und Altersrente noch eine Arbeitsphase liegt. Ist unfair gegenüber den EM-Rentnern. Wer das gesundheitlich nicht schafft behält seinen Abschlag auf Dauer. Grüße aus NRW

von
Jojonnie

gibt es dazu eine rechtsverbindliche Vorschrift, im SGB oder ähnlich? Bitte einen Link dafür ins Forum stellen.

von
Zu Befehl

Zitiert von: Jojonnie
gibt es dazu eine rechtsverbindliche Vorschrift, im SGB oder ähnlich? Bitte einen Link dafür ins Forum stellen.

Bitte, der gewünschte Link.

https://www.thebestsocial.media/de/es-gibt-keine-dummen-fragen-von-wegen-14-beispiele-die-das-widerlegen/

von
Siehe hier

Zitiert von: nurder
Hallo Sebastian,
so weit mir gesagt wurde kann man den Abschlag nur umgehen wenn zwischen EM-Rente und Altersrente noch eine Arbeitsphase liegt. Ist unfair gegenüber den EM-Rentnern. Wer das gesundheitlich nicht schafft behält seinen Abschlag auf Dauer. Grüße aus NRW

Wer mit 16 Jahren angefangen hat zu arbeiten (damals war das so...) und nun also 45 Jahre voll hat (ohne EM-Rente, die zählt nicht mit) und auch das Alter erreicht hat (63 plus x Monate je nach Jahrgang), hat also die 45 Jahre erreicht mit schon ungefähr 61. Muss aber noch zwei Jahre plus x Monate warten.

Dummerweise wird er dann kurz vor der (besonders langjährigen) Altersrente EM-Rentner. Wenn aktuell, dann wird ja das Einkommen hochgerechnet, als hätte er bis 65 + x Monate gearbeitet (sind schon mal ca. 2 Jahre mehr als ohne EM-Rente). Davon werden 'schlechte Jahre' (wegen Krankheit z.B.) nicht mit berechnet für die EP. Und je nach Alter 0,3% abgezogen, die bis zum Erreichen der Regelaltersrente 'fehlen', maximal 10,8 % (= 36 Monate = 3 Jahre).

Ob dann die Rente für besonders langjährig Versicherte inklusiv Zuschlägen und auch wieder Abschlägen tatsächlich niedriger wäre, kann man nur im Einzelfall genau berechnen.

Was daran ungerecht ist gegenüber 'EM-Rentnern' erschließt sich mir noch nicht so ganz. Denn die Fragestellung ging doch darum, ob ein EM-Rentner die Abzüge behält auch bei (Anschluss)Inanspruchnahme einer Rente für besonders langjährig Versicherte.

Dass es für 'EM-Bestandsrenter' aufgrund alter Gesetzeslagen ungerecht erscheinen mag, mal außen vor gelassen.

Der Fragesteller scheint aber noch kein 'Bestandsrentner' zu sein, für ihn gilt also das aktuelle Recht. Was bedeutet, dass evtl. weniger als 10,8 % abgezogen werden (weil Regelalter schon fast erreicht), die dann aber trotzdem 'lebenslang', wenn er nahtlos aus einer EM-Rente eine Altersrente (ob langjährig oder besonders langjährig oder auch wegen SB oder einfach als Regelaltersrente) beansprucht.

von
KSC

In der Praxis des täglichen Lebens ändert sich beim Wechsel von EM Rente in Altersrente (welche Rentenart auch immer) meist gar nichts, weil der ubefristet voll Erwerbsgeminderte in aller Regel nach Eintritt seiner EM nichts mehr eingezahlt hat (Ausnahme kann es da sicher geben).

Ob man das nun gerecht findet oder nicht, steht außer Debatte.

Und in der Praxis dürfte es auch äußerst selten vorkommen dass nach jahrelangem EM Rentenbezug jemand plötzlich 2 Jahre vor der Altersrente so topfitt ist dass er wieder arbeiten kann und die Rente nicht mehr benötigt (und dann auch noch Arbeit findet).

Wahrscheinlich viel Gedöhns um eine reine Theorie.
Und wenn der erwähnte Jahrhundertfall (=Ausnahme) dann tatsächlich vorliegt, muss dieser Fall beratungstechnisch individuell abgearbeitet werden - dazu eignet sich ein Forum dann weniger.....schönes WE