Vorgezogenen Altersrente und Hinzuverdienst als Gesellschafter-Geschäftsführer

von
Frau Sonne

Hallo,
ich beabsichtige eine vorgezogenen Altersrente (mit entsprechenden Abschlägen) zu beantragen. Ich bin mit 49 % an einer GmbH beteiligt und Geschäftsführerin.
Nach selbständiger Recherche ist mit klar, dass das Geschäftsführergehalt Hinzuverdienst ist, wie sieht es mit den Gewinnen der Gmbh aus? Sind sie als Kapitalerträge zu betrachten und deshalb kein Hinzuverdienst oder doch im Rahmen einer selbständigen Tätigkeit Hinzuverdienst? Ist bei einer eventuellen Gewinnausschüttung das Zuflussprinzip anzuwenden oder spielt es keine Rolle, ob die Gewinne ausgeschüttet werden oder in der GmbH verbleiben.
Ich möchte noch erwähnen, dass ich trotz meiner Minderheitsbeteiligung in der Gmbh sozialversicherungfrei bin und das auch bei einer kürzlich stattgefundenen Betriebsprüfung bestätigt wurde. Es lag eine Einschätzung einer Krankenkasse von 1996 vor.
Der Rentenanspruch ergibt sich hauptsächlich durch eine langjährige rentenversicherungspflichtige Beschäftigung neben meine Geschäftsführertätigkeit.

von
Schade

es wird letztlich davon abhängen was als Gewinn aus selbständiger Tätigkeit im Steuerbescheid stehen wird.

Das sollte Ihr Steuerberater beurteilen können.

Experten-Antwort

Zitiert von: Frau Sonne
Hallo,
ich beabsichtige eine vorgezogenen Altersrente (mit entsprechenden Abschlägen) zu beantragen. Ich bin mit 49 % an einer GmbH beteiligt und Geschäftsführerin.
Nach selbständiger Recherche ist mit klar, dass das Geschäftsführergehalt Hinzuverdienst ist, wie sieht es mit den Gewinnen der Gmbh aus? Sind sie als Kapitalerträge zu betrachten und deshalb kein Hinzuverdienst oder doch im Rahmen einer selbständigen Tätigkeit Hinzuverdienst? Ist bei einer eventuellen Gewinnausschüttung das Zuflussprinzip anzuwenden oder spielt es keine Rolle, ob die Gewinne ausgeschüttet werden oder in der GmbH verbleiben.
Ich möchte noch erwähnen, dass ich trotz meiner Minderheitsbeteiligung in der Gmbh sozialversicherungfrei bin und das auch bei einer kürzlich stattgefundenen Betriebsprüfung bestätigt wurde. Es lag eine Einschätzung einer Krankenkasse von 1996 vor.
Der Rentenanspruch ergibt sich hauptsächlich durch eine langjährige rentenversicherungspflichtige Beschäftigung neben meine Geschäftsführertätigkeit.

Hallo Frau Sonne,

wie Schade schon richtig erwähnte, wird es auf die steuerliche Bewertung durch das Finanzamt ankommen.
Wird die Gewinnausschüttung den Einkünften aus selbständiger Tätigkeit zugeordnet, werden sie in der vom Finanzamt festgestellten Höhe als Hinzuverdienst berücksichtigt.
Bewertet das Finanzamt hingegen die Gewinnausschüttung als Kapitaleinkünfte, ist diese nicht als Hinzuverdienst zu berücksichtigen.
Auf die versicherungsrechtliche Beurteilung Ihrer Tätigkeit kommt es nicht an.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der deutschen Rentenversicherung

von
King Kong

Zitiert von: Frau Sonne
Hallo,
ich beabsichtige eine vorgezogenen Altersrente (mit entsprechenden Abschlägen) zu beantragen. Ich bin mit 49 % an einer GmbH beteiligt und Geschäftsführerin.
Nach selbständiger Recherche ist mit klar, dass das Geschäftsführergehalt Hinzuverdienst ist, wie sieht es mit den Gewinnen der Gmbh aus? Sind sie als Kapitalerträge zu betrachten und deshalb kein Hinzuverdienst oder doch im Rahmen einer selbständigen Tätigkeit Hinzuverdienst? Ist bei einer eventuellen Gewinnausschüttung das Zuflussprinzip anzuwenden oder spielt es keine Rolle, ob die Gewinne ausgeschüttet werden oder in der GmbH verbleiben.
Ich möchte noch erwähnen, dass ich trotz meiner Minderheitsbeteiligung in der Gmbh sozialversicherungfrei bin und das auch bei einer kürzlich stattgefundenen Betriebsprüfung bestätigt wurde. Es lag eine Einschätzung einer Krankenkasse von 1996 vor.
Der Rentenanspruch ergibt sich hauptsächlich durch eine langjährige rentenversicherungspflichtige Beschäftigung neben meine Geschäftsführertätigkeit.

Liegt ein Geschäftsführeranstellungsvertrag mit der GmbH vor, werden Gewinnausschüttungen als Einkommen bewertet.
siehe "vergleichbare Einkommen" §34 Abs.3b SGB VI und hier in Verbindung mit dem §15 SGB VI = "Arbeitseinkommen aus selbstständiger Tätigkeit". Damit greift der §2 Abs.1 bis 3 EStG. (d.h. wird damit als Hinzuverdienst gewertet)

Gewinnausschüttung der GmbH als "DIVIDENDE"
Hier wiederrum greift der §20 EStG, d.h. es liegen "Kapitaleinkünfte" vor, welche kein Arbeitseinkommen darstellen.
(d.h. wird NICHT als Hinzuverdienst gewertet)

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