Vorschriften/Leitlinien für Gutachter seitens des Rententrägers

von
Atrium

Ich wurde im Rahmen einer Erwerbsmindersungsrente (psychiatrich/neurologisch) begutachtet. Ich habe mich intensiv darauf vorbereitet und mich auch viel mit anderen Betroffenen dazu ausgetauscht. Letztlich lief die Begutachtung ganz anders ab, al ich es mir erwaretet habe und bei mir bleiben viel Verwunderung und eine zentrale Frage:

Gibt es für die Gutachter eigentlich Vorschriftenbfür ein neurologisch/psychiatrisches Gutachten seitens der Rententräger?
Also eine Art Anweisung in welchem Rahmen und Umfang die Begutachtung stattfinden sollte bzw. welche Untersuchungen durchgeführt und Fragestellungen berücksichtigt werden sollten?
Auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung finde ich zwar sehr umfassende Leitlinien für die
sozialmedizinische Begutachtung, aber von den dort angegebenen Aspekten kann ich jedenfalls in meiner Begutachtung nichts wiederfinden.

Die Praxis berief sich immer wieder auf "Vorschriften", wenn es um das Beisein einer Begleitperson ging. Welche Vorschriften können hier gemeint sein? In den Leitlinien finde ich hierzu nix.

Und ist es richtig, dass in einer Begutachtung zur Erwerbsminderungsrente nicht über die eigentliche Arbeit oder die aktuellen Einschränkungen/Probleme gesprochen wird? Ich wurde auch nicht gefragt, ob ich mir zutraue wieder zu arbeiten oder wann ich wieder arbeiten möchte. Auch die Untersuchung im Vorfeld bringe ich nicht mit meiner Erkankung überein.

Ich sorge mich gar nicht um das Ergebnis oder will gegen das Gutachten vorgehen. Mich interessiert es einfach nur grundsätzlich, ob sich ein Gutachter an Vorschriften halten muss oder er den Ablauf nach eigenem Ermessen gestalten darf.

Danke für die Hilfe.

von
Dauerrentnerin

Ob man das "Vorschriften" nennen kann, kann ich nicht beurteilen.
Ich wurde insgesamt sieben Mal gutachterlich untersucht; dazu noch zwei Mal während einer Reha.
Keine Untersuchung war wie die andere. Allein schon die Tatsache, dass es männliche und weibliche Ärzte gewesen sind, war ein Unterschied.
Begleitperson wurde mir immer gestattet; bis ins Wartezimmer. Da war Schluss. Bei ALLEN Gutachtern.
Über die bisherige Tätigkeit wurde in den Reha-Kliniken eingehend gesprochen und auch schriftlich festgehalten. Ebenso wurde die Frage nach dem Restvermögen der Arbeitsfähigkeit dort geklärt. Genauso war es bei Diagnosen. Während in den Rehakliniken der Behandlungsplan oft nach gesicherten Diagnosen erstellt wurde, war danach keine Rede mehr davon. Da der Reha-Entlassungsbericht als gutachterliche Beurteilung gilt, braucht es aber nicht verwundern, wenn danach nicht erneut gefragt wird. Steht ja alles bereits in der Akte.

von
Herr Rossi

Die Leitlinien sind nur eben die Leitlinien, keine Vorschriften.
Oft hat der Gutachter sich schon ein Umfassendes Bild gemacht anhand der Arztberichte, so das die eigentliche Begutachtung schnell gehen kann

Experten-Antwort

Leitlinien für die sozialmedizinische Begutachtung sollen Beurteilungshilfen zu sozialmedizinischen Fragestellungen geben und die Erstellung fundierter sozialmedizinischer Begutachtungen nach einheitlichen und nachvollziehbaren Maßstäben unterstützen.
Es sind Vorgaben, wie der Arzt seine Begutachtung durchzuführen hat, diese lassen ihm für den Einzelfall einen Ermessenspielraum.

von
Atrium

Vielen Dank für die schnellen Antworten!
So ähnlich habe ich es mir gedacht.

Es scheint in der Praxis offenbar einen sehr großen Spielraum zu geben.

Hier ist nicht der Raum für eine Diskussion darüber.
Nachdenklich macht es mich trotzdem.

Ich habe nicht die Erfahrung mit dem Rentensystem. Es ist mein erster Antrag und ich habe mir Anfang Januar keine Illusionen über Ablauf des Verfahrens oder den Ausgang gemacht, als ich ihn nach drei mal drei Monaten Rehaaufeinhalten schweren Herzens gestellt habe. Die Begutachtungen durch meine private Berufsunfähigkeitsversicherung und auch die Pflegeeinstufung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen liefen sehr schnell und durchweg unproblematisch, auch die Arbeitsagentur und der dortige medizinische Dienst haben sich mir gegenüber mehr als fair verhalten. Aber wahrscheinlich werde ich mich wieder zurück in den Alltag und das Erwerbsleben gekämpft haben, bevor es zu einem positiven Bescheid seitens meines Rententrägers kommt... Es ist ein großes Glück, weil ich weiß, dass ich diese Möglichkeit eines Tages wieder haben werde. Und es macht mich wütend, weil ich weiß, dass vielen Menschen diese Möglichkeit verwehrt bleibt und unser System sie nicht fair behandelt.

Aber wie gesagt, das gehört auf eine andere Plattform.
Ich werde meinen Eindruck an meinen Rententräger und auch an die Opferschutzbeauftrage in meinem Bundesland schicken. Ich weiß... das ist nicht viel, aber es ist ein wenig.

von
Daniela

Ist deine Erwerbsminderungsrente schon abgelehnt worden oder sind das nur wilde Spekulationen?
Nur weil der Gutschtertermin kurz war?
Ich zb hatte noch nicht mal einen Gutachtertermin und trotzdem ist die Erwerbsminderungsrente sofort bewilligt worden.

von
Realist

Zitiert von: Atrium
Vielen Dank für die schnellen Antworten!
So ähnlich habe ich es mir gedacht.

Es scheint in der Praxis offenbar einen sehr großen Spielraum zu geben.

Hier ist nicht der Raum für eine Diskussion darüber.
Nachdenklich macht es mich trotzdem.

Ich habe nicht die Erfahrung mit dem Rentensystem. Es ist mein erster Antrag und ich habe mir Anfang Januar keine Illusionen über Ablauf des Verfahrens oder den Ausgang gemacht, als ich ihn nach drei mal drei Monaten Rehaaufeinhalten schweren Herzens gestellt habe. Die Begutachtungen durch meine private Berufsunfähigkeitsversicherung und auch die Pflegeeinstufung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen liefen sehr schnell und durchweg unproblematisch, auch die Arbeitsagentur und der dortige medizinische Dienst haben sich mir gegenüber mehr als fair verhalten. Aber wahrscheinlich werde ich mich wieder zurück in den Alltag und das Erwerbsleben gekämpft haben, bevor es zu einem positiven Bescheid seitens meines Rententrägers kommt... Es ist ein großes Glück, weil ich weiß, dass ich diese Möglichkeit eines Tages wieder haben werde. Und es macht mich wütend, weil ich weiß, dass vielen Menschen diese Möglichkeit verwehrt bleibt und unser System sie nicht fair behandelt.

Aber wie gesagt, das gehört auf eine andere Plattform.
Ich werde meinen Eindruck an meinen Rententräger und auch an die Opferschutzbeauftrage in meinem Bundesland schicken. Ich weiß... das ist nicht viel, aber es ist ein wenig.

Als ob das jemand interessieren würde!
Was hat denn der Opferzuschutzbeauftragte damit zu tun?
Sehen Sich etwa als Opfer? Damit sind doch wohl eher härtere Fälle (z.B. Opfer von Verbrechen) gemeint.
Wenn Sie lächerlich machen wollen, dann nur zu!

von
Schorsch

Zitiert von: Daniela

Ich zb hatte noch nicht mal einen Gutachtertermin und trotzdem ist die Erwerbsminderungsrente sofort bewilligt worden.

Das ist in eindeutigen Fällen immer so.
Die meisten Fälle sind aber nicht eindeutig.

MfG

von
Naomi

So unterschiedlich sind die Erfahrungen.

Die Gutachter die ich bisher hatte waren alle dem Patienten recht zugetan, sie haben zugehört, nachgefragt und sich Mühe gegeben die Situation zu erfassen.

Stets stand am Ende das ich erwebsgemindert bin unter dem Gutachten. Die DRV kam dann jedoch immer gerne erst einmal zu einem anderen Ergebnis, das seltsamerweise immer nach einem Widerspruch durch einen Anwalt und mit der offensichtlichen Absich zur Not auch bis zum Sozialgericht zu ziehen revidiert wurde...

Ein Schelm wer böses dabei denkt!

Beim GDB nun genau das selbe, trotz zahlreicher Gutachten und ärztl. Berichte die eingereicht wurden, wurden neu dazugekommene ERkrankungen einfach nicht beachtet. Hier musste ich Klage am Sozialgericht einreichen und siehe da, schon kam der Bescheid vom Landesamt, dass man meinem Antrag nach nochmaliger Sichtung stattgibt... Geht doch, aber warum muss man Kranke zurätzlich immer noch so zwiebeln, als ob das was man hätte nicht schon reichen würde...

von
Ge-litten

Als ob das jemand interessieren würde!
Was hat denn der Opferzuschutzbeauftragte damit zu tun?
Sehen Sich etwa als Opfer? Damit sind doch wohl eher härtere Fälle (z.B. Opfer von Verbrechen) gemeint.
Wenn Sie lächerlich machen wollen, dann nur zu!
Opfer ist kein Gefühl sondern eine Tatsache.