während Klage auf EU-Rente keine Altersrente?

von
Evelin

Ich habe folgende Frage:
Die Erwerbsminderungsrente meines Mannes wurde abgelehnt, wir erwägen eine Klage. Nun kann er aber in zwei Jahren in Altersrente für Schwerbehinderte gehen. Wir haben im Umfeld eine Frau, die seit 5,5 Jahren klagt auf Erwerbsminderungsrente, das Verfahren liegt schon drei Jahre beim Landessozialgericht. Die Frau behauptet, mein Mann könnte nicht in Altersrente gehen, wenn seine Klage in zwei Jahren nicht entschieden wäre. Nur wenn er dann die Klage zurückzieht, würde er Rente ausbezahlt kriegen.
Stimmt das?
Wir wollen nicht Gelder einklagen, die wir nicht brauchen. In seinem Fall hat der Gutachter entschieden auf unter 3 Stunden Arbeitsfähigkeit, aber der juristische Bearbeiter sieht das anders. Und wir müssen jetzt unsere Altersvorsorge verbrauchen, da unser Einkommen nicht mehr ausreicht. Wir sind wirklich in eine Notlage gekommen durch die Parkinsonerkrankung meines Mannes. Aber wenn man nicht in Altersrente kann, sobald man Klage einreicht, das würden wir nicht als gerecht empfinden. Da könnte doch einfach das Verfahren verzögert werden, oder? Sollte eine Klage tatsächlich länger als zwei Jahre dauern, wären wir schon froh, dann auch rückwirkend das Geld unseres Altersnotgroschens zurück zu erhalten.

Vielen Dank für Auskunft.

von
KlareAntwort

Auf Ihre Frage gibt es nur eine Antwort: NEIN! Sofern Ihr Mann sämtliche im Zusammenhang mit der zu beantragenden Altersrente stehenden Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, u. a. GdB mit >= 50%, steht der Bewilligung nichts entgegen!

von
Fortitude one

Zitiert von: Evelin
Ich habe folgende Frage:
Die Erwerbsminderungsrente meines Mannes wurde abgelehnt, wir erwägen eine Klage. Nun kann er aber in zwei Jahren in Altersrente für Schwerbehinderte gehen. Wir haben im Umfeld eine Frau, die seit 5,5 Jahren klagt auf Erwerbsminderungsrente, das Verfahren liegt schon drei Jahre beim Landessozialgericht. Die Frau behauptet, mein Mann könnte nicht in Altersrente gehen, wenn seine Klage in zwei Jahren nicht entschieden wäre. Nur wenn er dann die Klage zurückzieht, würde er Rente ausbezahlt kriegen.
Stimmt das?
Wir wollen nicht Gelder einklagen, die wir nicht brauchen. In seinem Fall hat der Gutachter entschieden auf unter 3 Stunden Arbeitsfähigkeit, aber der juristische Bearbeiter sieht das anders. Und wir müssen jetzt unsere Altersvorsorge verbrauchen, da unser Einkommen nicht mehr ausreicht. Wir sind wirklich in eine Notlage gekommen durch die Parkinsonerkrankung meines Mannes. Aber wenn man nicht in Altersrente kann, sobald man Klage einreicht, das würden wir nicht als gerecht empfinden. Da könnte doch einfach das Verfahren verzögert werden, oder? Sollte eine Klage tatsächlich länger als zwei Jahre dauern, wären wir schon froh, dann auch rückwirkend das Geld unseres Altersnotgroschens zurück zu erhalten.

Vielen Dank für Auskunft.

Hallo Evelin,

im Grunde genommen kann ich mir das nicht vorstellen. Wieso sollte die DRV so etwas tun. Eine kranke Person die kurz vor Ihrer AR steht und dazu vom Gutachter bestätigt, die Erwerbsminderungsrente einfach so ablehnt. Ich würde an Ihrer Stelle nicht klagen und noch die verbleibenden zwei Jahre von Ihrem gesparten leben und dann kann auch Ihr Mann ohne die Abschläge 10,8% in die AR gehen. Die Entscheidung liegt ganz allein bei Ihnen.
Viel Glück und Erfolg.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Schorsch

Zitiert von: Fortitude one

im Grunde genommen kann ich mir das nicht vorstellen. Wieso sollte die DRV so etwas tun. Eine kranke Person die kurz vor Ihrer AR steht und dazu vom Gutachter bestätigt, die Erwerbsminderungsrente einfach so ablehnt.

Warum können Sie sich ohne genaue Kenntnis der medizinischen Befundberichte denn nicht vorstellen, dass nach Ansicht der DRV keine rentenrelevante EM vorliegt?

Der Beginn der regulären Altersrente darf bei der Entscheidungsfindung keine Rolle spielen.

Zitiert von: Fortitude one

Ich würde an Ihrer Stelle nicht klagen und noch die verbleibenden zwei Jahre von Ihrem gesparten leben und dann kann auch Ihr Mann ohne die Abschläge 10,8% in die AR gehen. Die Entscheidung liegt ganz allein bei Ihnen.

Würden Sie das tatsächlich?
Rechnen Sie bitte einmal genau nach, ob 10,8 Prozent höhere Rente einen mehrjährigen Rentenverzicht ausgleichen.

MfG

von
Schorsch

Zitiert von: KlareAntwort
Auf Ihre Frage gibt es nur eine Antwort: NEIN! Sofern Ihr Mann sämtliche im Zusammenhang mit der zu beantragenden Altersrente stehenden Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, u. a. GdB mit >= 50%, steht der Bewilligung nichts entgegen!

So ist es!

MfG

von
Evelin

Hallo,
Ich bedanke mich schon einmal für die überwiegend beruhigenden Antworten. Ein Missverständnis möchte ich klären. Mein Mann kann mit seinem Schwerbehindertenausweis(100%)in zwei Jahren in die vorzeitige Rente, also mit vollem Abschlag. Er ist jetzt erst 59 Jahre alt. Wir haben daher echte finanzielle Sorgen durch die unerwartete Ablehnung seiner Berentung. Wir leben mittlerweile von Rücklagen, die wir hofften, im hohen Alter verwenden zu können z.b.für Pflege.
Also einfach verzichten auf die Klage würde uns erneut bitter treffen. Ich danke für die Beruhigung.

von
Schade

So ganz erschließt sich mir der Sachverhalt nicht:

Welcher Arzt genau geht von voller EM aus? Ihr Hausarzt? oder ein Facharzt? oder der Reha Schlußbericht? Oder wirklich der Gutachter der im Rentenverfahren die Begutachtung gemacht hat?

Warum ist der "Jurist" dann gegen die Rente? Weil mehrere verschiedene Arztaussagen vorliegen? Weil eventuell Vorversicherungszeiten fehlen?
Oder Warum sonst?

Wenn die Rente deshalb versagt wurde weil keine volle EM vorliegt, dann könnte Ihr Mann sich doch arbeitslos melden, bzw. weiter KG beziehen, sofern diese Leistungen nicht auch schon abgelaufen sind.

Fehlen Versicherungszeiten, dann wäre eben das der Grund und eine Klage würde nur dann was bringen wenn Sie weitere Zeiten beibringen können, aber dann hätte das auch schon lange erledigt sein können.

Wie gesagt mir scheint als ob hier wieder mal nur ein Teilaspekt des Gesamtsachverhaltes dargestellt wurde.......

Experten-Antwort

Hallo, Evelin,

die Aussage Ihrer Bekannten stimmt in Ihrem geschilderten Fall nicht. Die Entscheidung über die Gewährung einer Altersrente wird unabhängig vom Klageverfahren entschieden.
Wenn Ihr Mann für eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen die Voraussetzungen erfüllt, wird diese zum gewünschten Rentenbeginn gewährt.
Das Klageverfahren bezieht sich lediglich auf das z.Z. noch offene Rentenverfahren bzgl. der Gewährung der Erwerbsminderungsrente.
Sofern bis zum Beginn der Altersrente eine wirtschaftliche Notlage eintritt, können Sie prüfen, ob Sie Ansprüche auf andere Sozialleistungen haben.

von
Silvia

Hallo Evelin

Mir sind Ihre Darstellungen zum Sachverhalt auch nicht ganz schlüssig.

Wer war der Gutachter, der die Leistungsfähigkeit mit nur noch unter 3 Std. feststellte/attestierte?

War es ein Gutachter der von der DRV im Rentenantragsverfahren beauftragt wurde?

Wurde diese Leistungseinschätzung für die zuletzt ausgeübte/erlernte Tätigkeit UND auch für den allgemeinen Arbeitsmarkt so eingeschätzt?

Wer ist/wen meinen Sie mit "juristischer Bearbeiter", der es anders sieht und was sieht er anders?

Wie weit sind Sie denn aktuell mit dem Rentenantragsverfahren?
Wurde bereits ein Widerspruch gegen den ablehnenden EM-Rentenbescheid von Ihnen/Ihrem Mann gestellt und wurde dieser gleichfalls ablehnend durch die DRV beschieden, sodass Ihnen jetzt nur noch fristgerecht eine Klageerhebung bleibt?

Da es, egal ob es eine EMR oder in zwei Jahren eine vorgezogene Altersrente für Schwerbehinderte sein wird, immer eine mit Abschlag behaftete Rente letztendlich sein wird, würde ich das Klageverfahren schon in Gang setzen und durchlaufen, um die EMR zugesprochen zu bekommen.

Liegen noch Krankengeld oder ALG I Ansprüche (aufgrund der Nahtlosigkeitsregelung) vor?
Ansonsten müssten Sie schauen, ob ein Anspruch auf fortführende Sozialleistungen in Frage kämen.

Allerdings, so scheint es mir, wird man das von Ihnen vorrangig vorhandene Vermögen mit in die Leistungsanspruchsberechnung einbeziehen.

Alles Gute und viel Kraft und Erfolg wünscht Silvia

von
Evelin

Danke an alle! Nun bin ich soweit ruhiger. Besonders auch ein Danke dem Experten. Das Drumherum, also die ganze Geschichte möchte ich nicht berichten. Mir ging es nur um die Frage, ob während der Klage die Altersrente beginnen könnte.

von
W*lfgang

Zitiert von: Evelin
Mir ging es nur um die Frage, ob während der Klage die Altersrente beginnen könnte.

Hallo Evelin,

2 völlig getrennte Verfahren. Das eine ist das anhängige EM-Verfahren vor Gericht (das Sie auch bis zum Ende durchziehen sollten!), das andere der Anspruch auf die Altersrente - sofern dazu das Alter, die Mindestversicherungszeit, die Hinzuverdienstgrenze und die persönlichen Voraussetzungen (GdB 50) bei Rentenbeginn vorliegen, wird die Altersrente bewilligt ...unabhängig vom ggf. noch immer anhängigen Gerichtsverfahren. Wird das bei bereits laufender Altersrente zu Gunsten Ihres Mannes entschieden, kommt es hier höchstens zu 'besonderen' Nachrechnungen. Bei Ablehnung steht die Altersrente - so wie sie dann in 2 Jahren festgesetzt wird - bis ans Lebensende zu.

Gruß
w.

von
Genervter

Zitiert von: W*lfgang
Zitiert von: Evelin
Mir ging es nur um die Frage, ob während der Klage die Altersrente beginnen könnte.

Hallo Evelin,

2 völlig getrennte Verfahren. Das eine ist das anhängige EM-Verfahren vor Gericht (das Sie auch bis zum Ende durchziehen sollten!), das andere der Anspruch auf die Altersrente - sofern dazu das Alter, die Mindestversicherungszeit, die Hinzuverdienstgrenze und die persönlichen Voraussetzungen (GdB 50) bei Rentenbeginn vorliegen, wird die Altersrente bewilligt ...unabhängig vom ggf. noch immer anhängigen Gerichtsverfahren. Wird das bei bereits laufender Altersrente zu Gunsten Ihres Mannes entschieden, kommt es hier höchstens zu 'besonderen' Nachrechnungen. Bei Ablehnung steht die Altersrente - so wie sie dann in 2 Jahren festgesetzt wird - bis ans Lebensende zu.

Gruß
w.


Hätte mich auch gewundert, wenn sich der Herr Superschlau nicht auch noch zu Wort gemeldet hätte, obwohl er nichts anderes berichten konnte, als die Schreiber vor ihm...

von
W*lfgang

Zitiert von: Genervter
Hätte mich auch gewundert, wenn sich der Herr Superschlau nicht auch noch zu Wort gemeldet hätte, obwohl er nichts anderes berichten konnte, als die Schreiber vor ihm...

...schau gen Osten in den klaren Sternenhimmel - da steht ein kleines unerreichbares w weit über Dir und beobachtet Dich/weiterhin ;-)

Gruß
w.

von
Kaiser

Zitiert von: Genervter
Zitiert von: W*lfgang
Zitiert von: Evelin
Mir ging es nur um die Frage, ob während der Klage die Altersrente beginnen könnte.

Hallo Evelin,

2 völlig getrennte Verfahren. Das eine ist das anhängige EM-Verfahren vor Gericht (das Sie auch bis zum Ende durchziehen sollten!), das andere der Anspruch auf die Altersrente - sofern dazu das Alter, die Mindestversicherungszeit, die Hinzuverdienstgrenze und die persönlichen Voraussetzungen (GdB 50) bei Rentenbeginn vorliegen, wird die Altersrente bewilligt ...unabhängig vom ggf. noch immer anhängigen Gerichtsverfahren. Wird das bei bereits laufender Altersrente zu Gunsten Ihres Mannes entschieden, kommt es hier höchstens zu 'besonderen' Nachrechnungen. Bei Ablehnung steht die Altersrente - so wie sie dann in 2 Jahren festgesetzt wird - bis ans Lebensende zu.

Gruß
w.


Hätte mich auch gewundert, wenn sich der Herr Superschlau nicht auch noch zu Wort gemeldet hätte, obwohl er nichts anderes berichten konnte, als die Schreiber vor ihm...

Wieso der Genervte hat doch völlig Recht!