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Warum so schnell Rente?

von
Frage

Hallo Zusammen!
Ich bin vor einem halben Jahr schwer erkrankt. Zum Glück geht es mir von Tag zu Tag besser.
Allerdings mache ich mir Sorge, wie es nun weiter geht.
Aufgrund der Schwere meiner Erkrankung wurde ein Rehaantrag in einen Rentenantrag umgedeutet und ich soll volle Em-Rente für 2 Jahre erhalten.

Mein persönliches Ziel war allerdings, bis Ende des Jahres wieder einsatzfähig zu sein. Meine behandelnden Ärzte sind zuversichtlich,dass ich dies schaffe. Wenn ich das mit der Rente erzähle erlebe ich nur großes Kopfschütteln. Sie finden es unmöglich dass ich jetzt schon in Rente soll.
Die Krankenkasse befürwortet die Rente und ein Rücktritt in den Beruf könnte ich dann ja mit meinem Arbeitgeber individuell besprechen.
Aber mal ganz im Ernst, welcher Arbeitgeber lässt sich auf so was ein?
Ich würde ja auch zu einem Rentenbezieher sagen, bleib mal schön zu Hause. Daher verspreche ich mir von diesem Vorschlag nicht viel.
Momentan habe ich das Gefühl arbeiten gehen zu müssen um nicht in Rente gehen zu müssen. Warum lässt man mir nicht noch etwas Zeit zum gesund werden?

Nur zur Klarstellung, dies ist jetzt keine Frage der Finanzen. Ich wäre mit weniger Geld einverstanden, wenn es nicht direkt Rente für 2 Jahre wäre. Ich würde mir gerne die evtl. Rückkehr an den Arbeitsplatz offen halten.

Gruß
Frage

von
Schorsch

Es steht Ihnen jederzeit frei, auf Ihre Rente zu verzichten.
Allerdings kann Ihre Krankenkasse künftige Krankengeldzahlungen verweigern, sofern Sie sich wegen Ihrer derzeitigen Erwerbsminderung erneut arbeitsunfähig melden.

Aus eigener Erfahrung weiß ich ziemlich genau, dass es viel wahrscheinlicher ist, dass berechtigte Rentenanträge (zunächst) abgelehnt werden, bevor unberechtigte Rentenanträge bewilligt werden.

Grundlos wurde Ihre Rente also ganz bestimmt nicht bewilligt.

MfG

von
Frage

Ja, sie haben Recht, die Bewilligung erfolgte nicht grundlos.

Allerdings nimmt mir dies jegliche Möglichkeit selbst Einfluss auf mein weiteres Leben zu nehmen.

Mein bisher guter Arbeitsplazt ist weg. Und ich kann mir in meiner Situation keinen besseren vorstellen. In zwei Jahren muss ich nehmen was mir angeboten wird.

Zudem nimmt einem dieser Bescheid ja jegliche Motiviation. Was ist denn wenn es mir gegen Ende des Jahres gut geht und ich gerne arbeiten würde?
Warten bis die befristet Rente am Ende ist. Oder hilft mir dann jemand zurück in den Beruf?

Ja, eigentlich muss ich dankbar sein, dass es diese Rente gibt. Meine Situation hätte auch so schlimm sein können, dass ich mir keine Gedanken machen würde und einfach das Geld nehmen würde. Aber meine Situation ist besser und ich kann mir diese Gedanken über die Zukunft machen.
Ich finde hier gibt es eine Grauzone in unserem Gesetzt. Scheinbar kann hier auch keiner wirklich einen guten Rat geben.

Experten-Antwort

Wenn Sie, eventuell durch die Krankenkasse aufgefordert, einen Reha-Antrag stellen, prüft der Rententräger, ob diese Leistung Erfolg versprechend ist. Andernfalls erfolgt die Umdeutung in einen Rentenantrag (§116 Abs.2 Nr.1 SGB VI). Das war bei Ihnen der Fall. Die Krankenkasse ist aus der Zahlungsverpflichtung draußen. Ihnen bleibt praktisch nur der sofortige Wiedereinstieg in das Erwerbsleben oder Sie beziehen (befristet) die Erwerbsminderungsrente. Das Sie nun die Erwerbsminderungsrente bewilligt bekommen haben, hindert Sie doch nicht daran, an Ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Teilen Sie dem Rententräger den Beginn der Beschäftigung mit und dieser prüft dann den weiteren Anspruch. Kontaktieren Sie doch Ihren Arbeitgeber bezüglich einer Weiterbeschäftigung. Sehen Sie die befristete Erwerbsminderungsrente nicht als Abschiebegleis an.

von
Antwort

Grauzone ist nicht richtig.
Krankengeld gibt es nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Es muss ein Mittelweg gefunden werden zwischen Bedürftigen (Krankengeld Empfänger)
und auf der anderen Seite den gesunden (Beitragszahler).
Niemand möchte eine große Beitragserhöhung damit längerer Krankengeld Bezug finanziert werden kann.

von
Richtige Antwort

Nicht so ohne weiteres bekommt man die volle Erwerbsminderungsrente zugesprochen. Zur Zeit sind Sie ernsthaft krank. Und ob Sie bis Ende des Jahres wieder voll gesund werden bleibt abzuwarten. Es gibt so viele Menschen die für EMR kämpfen müssen. Es gibt nur zwei Alternativen. Sie akzeptieren diese Situation oder Sie legen Widerspruch ein und gehen wieder arbeiten.

von
Frage

Vielen Dank für die Antwort.

Aber wie geht denn der Arbeitgeber mit einer solchen Situation um? Wenn ich diesem mitteile die Rente zugesprochen bekommen zu haben.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser sich auf eine frühere Rückkehr an den Arbeitsplatz ausspricht. Auch dann nicht, wenn mich die Ärzte für arbeitsfähig halten.
Für mich ist dies verständlich, denn dies hat ja auch etwas mit der Planungssicherheit des AG zu tun. Meine Stelle wird dann ja nachbesetzt.
Gibt es hierzu gesetzliche Grundlagen. Also Rückkehr an den Arbeitsplatz obwohl befristete Rente bezogen wird. Oder gibt es eine Art Widereingliederung bei Rente?

Würde mich sehr interessieren.
Danke

von
Schorsch

Zitiert von: Frage

Gibt es hierzu gesetzliche Grundlagen. Also Rückkehr an den Arbeitsplatz obwohl befristete Rente bezogen wird. Oder gibt es eine Art Widereingliederung bei Rente?

Es gibt die Möglichkeit der stufenweisen Wiedereingliederung, sofern der Arbeitgeber und der Kostenträger damit einverstanden sind:

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Stufenweise-Wiedereingliederung-465.html

MfG

von
abc

Zitiert von: Frage
Mein persönliches Ziel war allerdings, bis Ende des Jahres wieder einsatzfähig zu sein. Meine behandelnden Ärzte sind zuversichtlich,dass ich dies schaffe.

Genau für so einen Fall ist doch eigentlich eine begrenzte EM-Rente da. Sie können die Rente ja jederzeit beenden, wenn Sie sich wieder fit genug fühlen.

Oft wird das Arbeitsverhältnis bei einer befristeten EM-Rente ja auch ruhend gestellt. Ist das bei Ihnen nicht möglich?

Mir ist nicht so ganz klar, wo genau das Problem ist. Krankengeld ist ja auch auf jeden Fall begrenzt auf 78 Wochen.

von
Antwort

manche Arbeitgeber sind froh, wenn sie "alte + kranke" Arbeitnehmer "billig" (berentet werden)
los werden......

von
Antwort

manche Arbeitgeber sind froh, wenn sie "alte + kranke" Arbeitnehmer "billig" (berentet werden)
los werden......

von
Frage

Es geht nicht darum Geld zu beziehen!

Mir geht es darum nach einer gewissen Zeit der Genesung wieder arbeiten gehen zu können.

Mir ist auch klar, dass es Menschen gibt, welche gerne die Rente hätten, aber nicht bekommen. Sie fühlen sich krank und aus diesem Grund nicht in der Lage ihrer Arbeit weiter nachgehen zu können.

Ich bin krank, aber sehe mich in der Lage meine Arbeit leisten zu können. Zumindest in ansehbarer Zeit.

Daher Grauzone! Und dies hat nichts mit der Ausbeutung unseres sozialen Systems zu tun. Im Gegenteil, ich will gerne einzahlen.

Eine Mensch der die Rente gerne hätte fühlt sich ungerecht behandelt, wenn er sie nicht bekommt. Ein Mensch der gerne die Möglichkeit hätte seiner Arbeit nachzugehen wird als nicht in der Lage eingeschätzt, weil dies Ärzte so für richtig halten.
Wie verdreht ist die Welt eigentlich?

Ich wünschte ich müsste diese Fragen hier nicht stellen.

Sorry aber ich bin gerade eine wenig sauer.

von
Frage

Zur Eingliederung steht folgendes geschrieben:

3. Voraussetzungenzum Inhaltsverzeichnis

Bei allen genannten Kostenträgern müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Der behandelnde Arzt stellt fest, dass die bisherige Tätigkeit wenigstens teilweise wieder aufgenommen werden kann.
Es liegt vor und während der Maßnahme eine Arbeitsunfähigkeit vor.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer stimmen der Maßnahme zu.
Der Versicherte wird am bisherigen Arbeitsplatz eingesetzt.

Schwerbehinderte und gleichgestellte Arbeitnehmer haben im Gegensatz zu nicht schwerbehinderten Arbeitnehmern gegen den Arbeitgeber einen Anspruch auf Zustimmung zur Stufenweisen Wiedereingliederung, wenn ein Wiedereingliederungsplan vorliegt, der alle aus ärztlicher Sicht zulässigen Arbeiten enthält und eine Prognose darüber, ob und wann mit der vollen oder teilweisen Arbeitsfähigkeit zu rechnen ist. Nur in Einzelfällen kann der Arbeitgeber eine Stufenweise Wiedereingliederung eines schwerbehinderten Arbeitnehmers wegen Unzumutbarkeit ablehnen.

..... es liegt eine Arbeitsunfähigkeit vor......
Ich wäre dann ja Rentner auf Zeit..... da ist doch nicht das Gleiche, oder etwa doch ?

von
abc

Zitiert von: Frage
Gibt es hierzu gesetzliche Grundlagen. Also Rückkehr an den Arbeitsplatz obwohl befristete Rente bezogen wird. Oder gibt es eine Art Widereingliederung bei Rente?

Hallo Frage,

gesetzlich geregelt ist es nicht, was ein AG im Falle einer befristeten Rente tun muss/darf nicht.

Können Sie denn nicht mit dem AG reden und sagen, wie sehr Ihnen am Arbeitsplatz liegt und dass Sie so bald sie sich wieder fit genug fühlen (unabhängig von der Dauer der Befristung) wieder zurück an den Arbeitsplatz wollen? Ihr AG merkt ja aufgrund der langen Krankschreibung, dass Sie nicht einfach eine Erkältung auskurieren. Er ist vielleicht froh eine Rückmeldung zu haben, dass Sie sobald wieder an den Arbeitsplatz zurück wollen und nicht auf eine Dauer-EM-Rente aus sind.

Er weiß ja aufgrund der Formulare, die er für die DRV ausfüllen musste, dass da ein Rentenantrag gelaufen ist. Hat sich also sicher auch seine Gedanken gemacht und freut sich über eine diesbezügliche Rückmeldung für seine Planungen.

von
OnkelOtto

Was ändert sich für Ihren AG daran, ob Sie nun bis Jahresende AU sind oder in der EM-Rente?
Der AG muss so oder so in dieser Zeit auf Sie verzichten. Wenn Sie dann Ende des Jahres wieder Arbeitsfähig sein sollten, dann können Sie ja den Renten Bezug beenden.
Nur, im Augenblick sind nicht die Beitragszahler der GKV für Sie zuständig, sondern die der DRV.
Das muss man nunmal trennen, die GKV zahlt eben im Interesse ihrer Mitglieder nur, wenn der gesetzliche Rahmen es erfordert.

von
Frage

Nochmal - mir ging es nie darum, länger Krankengeld zu beziehen, da dies deutlich höher ist wie die Rente !!!!

Mir ging es um die Möglichkeit zurück in den Beruf zu finden.

Und hier ist die Chance im Krankengeldbezug zwecks Wiedereingliederung nun mal viel größer. Diese Möglichkeit habe ich mit Rente nicht. Dies geht nur mit Zustimmung des Arbeitgeber. Ich würde allerdings auch keinen Rentner beschäftigen! In der Hoffnug er ist gesundheitlich dazu in der Lage.

Schlussendlich kann die Rente von 2 Jahren die Allgemeinheit viel mehr kosten als Krankengeld.
Beides wird aus Beiträgen der arbeitenden Bevölkerung finanziert!

Dennoch Danke für alle Antworten.

Experten-Antwort

Gemäß dem Grundsatz: „Reha vor Rente“ ist Ihr Rententräger der Meinung, dass es keine geeigneten Maßnahmen gibt, also auch keine beruflichen Reha-Maßnahmen und hat Ihnen die befristete Rente zugesprochen. Noch einmal - sehen Sie diese nicht so negativ! Nehmen Sie innerhalb der Befristung Ihre Beschäftigung wieder auf, regelt sich das über die Hinzuverdienstmöglichkeiten. Suchen Sie zu allererst das direkte Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber. Danach kann auch eine persönliche Beratung bei der Rentenversicherung zielführend sein.

von
OnkelOtto

Zitiert von: Frage

Nochmal - mir ging es nie darum, länger Krankengeld zu beziehen, da dies deutlich höher ist wie die Rente !!!!

Nochmals, hier geht es nicht darum was Sie wollen, sondern darum, wer als Träger für Ihren Lebensunterhalt in Frage kommt.
Und da man Ihre Erwerbsunfähigkeit festgestellt hat, ist nunmal die DRV für Sie zuständig.
Sie können natürlich auf weitere Zahlungen von DRV verzichten und sich von der EM-Rente abmelden und sich Ihr Leben ohne Unterstützung von Sozialträgern, welcher Art auch immer, gestalten. Daran wird Sie niemand hindern, wenn Sie es sich finanziell leisten können.

von
=//=

Zitiert von: Frage

Nochmal - mir ging es nie darum, länger Krankengeld zu beziehen, da dies deutlich höher ist wie die Rente !!!!

Mir ging es um die Möglichkeit zurück in den Beruf zu finden.

Und hier ist die Chance im Krankengeldbezug zwecks Wiedereingliederung nun mal viel größer. Diese Möglichkeit habe ich mit Rente nicht. Dies geht nur mit Zustimmung des Arbeitgeber. Ich würde allerdings auch keinen Rentner beschäftigen! In der Hoffnug er ist gesundheitlich dazu in der Lage.

Schlussendlich kann die Rente von 2 Jahren die Allgemeinheit viel mehr kosten als Krankengeld.
Beides wird aus Beiträgen der arbeitenden Bevölkerung finanziert!

Dennoch Danke für alle Antworten.

Ich denke, Sie haben sich viel zu sehr in irgendwelche komplizierte Dinge verstrickt.

Wir verstehen alle, dass Sie eigentlich kein Rentner sein wollen, sondern zunächst gesund werden und dann arbeiten wollen.

Ab wann wäre denn überhaupt der Rentenbeginn? In der Zukunft oder Vergangenheit?

Wissen Sie, viele Menschen überschätzen sich. Bei gewissen Krankheiten (z.B. Krebs) fühlt man sich an einem Tag, als könnte man Bäume ausreissen, am nächsten Tag kann man sich kaum auf den Beinen halten.

Genau das "wissen" die Ärzte der DRV auch und weil eine Besserung NICHT unwahrscheinlich ist, wird die EM-Rente befristet.

Sie schreiben immer wieder, SIE würden auch keinen Rentner beschäftigen. Haben Sie eine Ahnung, wie viele Rentner in ihrem alten Job weiterarbeiten? Haben Sie überhaupt schon einmal mit Ihrem Arbeitgeber ein Gespräch geführt? Wir denken immer, wie ein Anderer reagieren würde, dabei können wir das überhaupt nicht wissen. Gewöhnen Sie sich das ab und fragen bzw. erklären Ihrem Arbeitgeber, was los ist und dass Sie, sobald Sie wieder ganz gesund sind, ihm wieder voll zur Verfügung stehen. Wenn Sie dann tatsächlich wieder vollschichtig arbeiten können und Ihre Hinzuverdienstgrenzen überschritten werden, fällt die Rente sowieso weg bzw. es ergibt sich eine Nullrente. Auch vor Ablauf der 2 Jahre.

von
W*lfgang

Zitiert von: abc
gesetzlich geregelt ist es nicht, was ein AG im Falle einer befristeten Rente tun muss/darf nicht.
...aber tarifvertraglich schon, welche Möglichkeiten sich zur Weiterbeschäftigung bei nur befristeter Renten ergeben.

Frage sollte Kontakt mit seiner Personalstelle aufnehmen/wg. des Rentenbescheides sowieso erforderlich, und diese Möglichkeiten ausloten.

Gruß
w.