was ist günstiger? Anrechnung Pflichtbeträge und Arbeitslosigkeit aus Ost oder West? Hochwertung Ost-Entgelt

von
Andrea

Hallo in die Runde,

ich habe folgende Frage:

ist es für einen Rentenbezieher West günstiger, wenn die Pflichtbeitragszeiten und die Arbeitslosigkeit als Ost oder West eingestuft wurden?

Hintergrund:

- 5 Jahre Pflichtbeitragszeiten in Ost
- 2 Jahre mit 4 kurzen Pflichtbeitragszeiten West und Arbeitslosigkeit dazwischen
- mindestens 25 Jahre Pflichtbeitragszeit West

Erklärung:
Ich werde irgendwann in West Rente beziehen und habe nunmehr auch schon 25 Jahre in West Beitragszeiten erarbeitet und hoffe natürlich, den Rest meiner Zeit auch noch bei der Firma bleiben zu können.

Bei der Durchsicht meiner Unterlagen ist mir nun aufgefallen, dass in den zwei Jahren, in denen ich zur Wende-Zeit in verschiedenen West-Firmen (Sitz in West) immer nur kurz beschäftigt und dazwischen arbeitslos war, alle Zeiten der Arbeitslosigkeit in Ost eingestuft wurden, und darüberhinaus nicht alle Zeiten der Abeitsbeschäftigung auch korrekter Weise als West, sondern zum Teil auch als Ost.
Der Nachweis wird für mich nach all der Zeit natürlich sehr schwierig werden und ich frage mich nun, ob es für mich überhaupt günstiger wäre, die Zeiten der Pflichtbeitragszeiten und die Arbeitslosigkeit als West einstufen zu lassen, weil ich etwas von der "Hochwertung von Ost-Entgelten" gehört habe und ich natürlich jetzt nicht einen riesigen Aufwand betreiben möchte um dann auch noch etwas zu verschenken.
Als kleine Zusatz-Frage:
Weiß jemand, wie lange man im jeweiligen Gebiet (Ost oder West) gearbeitet haben muss, damit auch die Arbeitslosigkeit dem jeweiligen Gebiet zugeordnet wird und ob es da auch Unterbrechungen durch Arbeitslosigkeit geben darf?

Mit bestem Dank
Andrea

von
chi

Zitiert von: Andrea
in den zwei Jahren, in denen ich zur Wende-Zeit in verschiedenen West-Firmen (Sitz in West) immer nur kurz beschäftigt und dazwischen arbeitslos war

Wobei es allerdings auf den Unternehmenssitz nicht ankommt, sondern in erster Linie auf den Ort der Beschäftigung. Möglicherweise ist die Zuordnung also doch richtig.

von
Andrea

Zitiert von: chi
Zitiert von: Andrea
in den zwei Jahren, in denen ich zur Wende-Zeit in verschiedenen West-Firmen (Sitz in West) immer nur kurz beschäftigt und dazwischen arbeitslos war

Wobei es allerdings auf den Unternehmenssitz nicht ankommt, sondern in erster Linie auf den Ort der Beschäftigung. Möglicherweise ist die Zuordnung also doch richtig.

Danke. Das hatte ich nicht präzise genug formuliert. Der Ort der Beschäftigung war in West.

Experten-Antwort

Es ist richtig, dass die Zeiten mit den Entgeltpunkten Ost mit Faktor der Anlage 10 zum Sozialgesetzbuch VI „hochgewertet“ werden.
Zu beachten ist, dass derzeit der aktuelle Rentenwert Ost mit 29,69 EUR niedriger als der allgemeine aktuelle Rentenwert mit 31,03 EUR ist.
Von Seiten der Bundesregierung ist jedoch geplant, den aktuellen Rentenwert Ost alsbald auf das Niveau des allgemeinen aktuellen Rentenwert anzuheben.

von
Andrea

Zitiert von: Experte/in
Es ist richtig, dass die Zeiten mit den Entgeltpunkten Ost mit Faktor der Anlage 10 zum Sozialgesetzbuch VI „hochgewertet“ werden.
Zu beachten ist, dass derzeit der aktuelle Rentenwert Ost mit 29,69 EUR niedriger als der allgemeine aktuelle Rentenwert mit 31,03 EUR ist.
Von Seiten der Bundesregierung ist jedoch geplant, den aktuellen Rentenwert Ost alsbald auf das Niveau des allgemeinen aktuellen Rentenwert anzuheben.

Vielen Dank für die Antwort. Leider habe ich zu wenig Ahnung um sie zu verstehen.

Bedeutet das, dass meine erarbeiteten Zeiten aus den 90ern, wenn sie als Ost eingestuft werden, später bei der Rente weniger wert sind, als wenn sie als West eingestuft werden (unabhängig davon, ob der Großteil der anderen Zeiten in West erfolgte)?

Ich hatte aus einem Beitrag hier aus dem Forum von 2014 vermutet, dass es in dem Fall eher andersherum ist. Allerdings habe ich die Materie auch noch nicht wirklich durchschaut...

=>Grundsätzlich ist die Hochwertung von OST-Entgelten auch mit dem geringeren aktuellen Rentenwert OST günstiger. Denn die Hochwertungsfaktoren sind höher als der niedrigere aktuelle Rentenwert OST. So ergibt ein Entgelt für 1996 von 42327,80 DM im Osten nach der Hochwertung mit 1,2209 dann das Durchschnittsentgelt im Westen und damit 1,0000 EP-OST, d.h. beim heutigen Rentenwert von 25,74 € monatliche Regelaltersrente von 25,74 €. Ohne die Hochwertung ergäben sich aus dem Verdienst nur 0,8191 EP-WEST, aber mit dem aktuellen Rentenwert WEST von 28,14 dennoch nur 23,05 € an monatlicher Altersrente.<=
https://www.ihre-vorsorge.de/drv-forum/archiv/detail/zeiten-der-arbeitslosigkeit-west-od-ost.html

Experten-Antwort

Zwar ist der zu berücksichtigende aktuelle Rentenwert Ost (noch)niedriger als der aktuelle Rentenwert West, jedoch erhöht sich der Wert für Ihre Ost-Entgeltpunkte durch deren Hochwertung derart, dass sich dies unterm Strich bei der abschließenden Berechnung Ihrer Rente positiv auswirkt.

von
Nicht zu glauben

Wenn man diese Erklärungen und Hinweise auf Paragraphen liest, muß man unweigerlich zur Erkennntis kommen, daß die gleichen Leute, die den Berliner Flughafen geplant haben, auch die Richtlinien und Gründsätze der deutschen Rentenversicherung entworfen haben.
Schlimmer gehts nimmer.

von
Nicht zu glauben

Wenn man diese Erklärungen und Hinweise auf Paragraphen liest, muß man unweigerlich zur Erkennntis kommen, daß die gleichen Leute, die den Berliner Flughafen geplant haben, auch die Richtlinien und Gründsätze der deutschen Rentenversicherung entworfen haben.
Schlimmer gehts nimmer.

von
Jonny

Zitiert von: Nicht zu glauben
Wenn man diese Erklärungen und Hinweise auf Paragraphen liest, muß man unweigerlich zur Erkennntis kommen, daß die gleichen Leute, die den Berliner Flughafen geplant haben, auch die Richtlinien und Gründsätze der deutschen Rentenversicherung entworfen haben.
Schlimmer gehts nimmer.

Ich sehe keinen § Hinweis. Nur die einfache Erklärung, dass Beitragszeiten im Bereich OST günstiger sind als gleichhohe Beitragszeiten im Bereich WEST. Und die Verantwortlichen dafür sind die Politiker.

von
Erbärmlich

Zitiert von: Nicht zu glauben
Wenn man diese Erklärungen und Hinweise auf Paragraphen liest, muß man unweigerlich zur Erkennntis kommen, daß die gleichen Leute, die den Berliner Flughafen geplant haben, auch die Richtlinien und Gründsätze der deutschen Rentenversicherung entworfen haben.
Schlimmer gehts nimmer.

Nicht zu glauben ist tatsächlich, dass sich Leute wie Du, ohne jegliche Rentenkenntnisse hier herablassend äußern.
Genau solche Typen machen die Werte unserer Gesellschaft kaputt. Hauptsache meckern aber selber nichts auf die Kette kriegen. Erbärmlich!