Welche Entgeltpunkte stimmen?

von
LS

In einer Rentenauskunft ist für das Jahr 2001 durch die DRV folgendes gerechnet worden:
a) 01.01.-30.09. Verd. = 66.311,77 DM : 55.216 Bd-Durchscnitt = 1,2010 Entgeltpunkte,
b) 01.10.-31.12. Verd. = 27.303,22 DM : 55.216 Bd-Durchscnitt = 0,4945 Entgeltpunkte.
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zu a) habe ich übereinstimmende Ergebnisse, es liegt keine Überschreitung der BBG vor,
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zu b) habe ich keine Übereinstimmung, statt 0,4945 EP nur 0,4727 EP, weil der Verdienst die BBG
. . . . für 3 Monate überschreitet.
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Gibt es eine Rechtsregelung aus der erlesen werden kann, wann trotz unterschiedlicher Teilzeiträume die Minderung nur dann wirksam wird, wenn die Jahressumme BBG überschritten wird?
Bedanke mich im Voraus für Antwort

von
Konrad Schießl

Hoffe ja nicht, unter LS verbirgt sich mein alter Freund Lothar?

Für 2001 gelten als J a h r e s b e t r ä g e 104400 Bemessungsgrenze und 55216 DM.Durch-
schnittsverdienst.
66.311,77 und 27.303,22 "93.614,99" Jahresverdienst : 55216= 1,6954 Entgeltpunkte.
Alles noch innerhalb 104400 Bemessungsgrenze.

MfG.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo LS,

Ich frage mich, wie sie auf die abweichenden 0,4727 EP kommen?
Die DRV bekommt das Bruttojahresentgelt übermittelt und berechnet hieraus die
EP, welche dann auf der Rentenauskinft ersichtlich sind.
Sollte das übermittelte Bruttojahresarbeitsentgalt nicht stimmen, dann setzen Sie sich bitte
mit entsprechenden Nachweis mit Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger in Verbindung, so dass dies entsprechend korrigiert werden kann.

von
W*lfgang

Zitiert von: LS
Gibt es eine Rechtsregelung
LS,

wohl diese:

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_159R3

Gruß
w.

von
Jonny

Zitiert von: LS

In einer Rentenauskunft ist für das Jahr 2001 durch die DRV folgendes gerechnet worden:
a) 01.01.-30.09. Verd. = 66.311,77 DM : 55.216 Bd-Durchscnitt = 1,2010 Entgeltpunkte,
b) 01.10.-31.12. Verd. = 27.303,22 DM : 55.216 Bd-Durchscnitt = 0,4945 Entgeltpunkte.
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zu a) habe ich übereinstimmende Ergebnisse, es liegt keine Überschreitung der BBG vor,
.
zu b) habe ich keine Übereinstimmung, statt 0,4945 EP nur 0,4727 EP, weil der Verdienst die BBG
. . . . für 3 Monate überschreitet.
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Gibt es eine Rechtsregelung aus der erlesen werden kann, wann trotz unterschiedlicher Teilzeiträume die Minderung nur dann wirksam wird, wenn die Jahressumme BBG überschritten wird?
Bedanke mich im Voraus für Antwort

Hallo LS
Zwar überschreitet das Entgelt von 66.311,77 nicht die anteilige BBG von 78.300,00 DM, wohl aber das Entgelt von 27303,22 DM die anteilige BBG für die Zeit vom 01.10.-31.12.2001, die nur 26.100,00 DM beträgt.
Vermutlich ist in der zweiten Meldung eine Einmalzahlung enthalten. Beide Zeiten dürften beim selben Arbeitgeber zurückgelegt worden sein. Dann ist es aufgrund der SV-Luft aus dem ersten Zeitraum (= 11988,23) ohne weiteres möglich, den Mehrbetrag aus der zweiten Meldung in Höhe von 1203,22 DM noch zu verbeitragen.

Für die Entgeltpunktermittlung gibt es - abgesehen von anderen Besonderheiten - keine Begrenzung auf die BBG (§ 70 Abs. 1 in dem es heißt: "indem die Beitragsbemessungsgrundlage durch das Durchschnittsentgelt (Anlage 1) für dasselbe Kalenderjahr geteilt wird."

Maßgeblich ist also alleine die Beitragsbemessungsgrundlage und damit die beitragspflichtigen Einnahmen, wie im Beitragsrecht definiert. Und mit einer "verborgenen" Einmalzahlung ist dies für die Zeit vom 01.10.-31.12.2001 sehr wohl möglich. Das gilt aber nur beim selben Arbeitgeber! Bei unterschiedlichen Arbeitgebern sähe das anders aus.
Prüfen Sie doch mal, ob hier nicht wirklich derselbe Arbeitgeber 2 Meldungen eingereicht hat, in der in der zweiten Meldung z.B. noch ein Weihnachtsgeld enthalten war.
Da bin ich mir ziemlich sicher. Viel Spaß übrigens, wenn noch ein Wechsel zwischen den Rechtskreisen dazu kommt.
Jonny
P.S. @W*lfgang: Der Hinweis auf die AA zu § 159 SGB VI ist etwas mager.

von
W*lfgang

Zitiert von: Jonny
P.S. @W*lfgang: Der Hinweis auf die AA zu § 159 SGB VI ist etwas mager.
Jonny,

war ein erster Ansatz - und 'fett' gibt es im Büro/sofern ich damit überhaupt vertraut sein muss ;-) ...der Abend hat eben nur Magerkost :-) Trotzdem Danke für den Hinweis, regt zum Nachlesen an.

Gruß
w.

von
LS

Zunächst zu K. Schießl
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ja, es ist der nämliche, habe vor ein paar Tagen meinen 85. inter mich gebracht.
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Wie von User Jonny auch festgestellt, überschreitet der Verdienst für den Zeitraum b) die BBG, weswegen ich dann nur auf die 0,4727 Entgeltpunkte gekommen bin, unterstellt, die BBG ist für den zweiten Zeitraum explizit zu berücksichtigen.
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User Jonny, aus der RA geht nicht hervor, dass im Betrag 27.303,22 auch Einmalzahlungen enthalten sind, es wird sowohl im Versichertungsverlauf wie auch in der Anlage, in der die Punkte ermittelt werden, nur dieser eine Betrag genannt.
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Wie unterschiedlich Grenzen der BBG ermittelt werden/wurden, konnte ich in meinem Re-Bescheid feststellen. Ohne Wechsel des Arbeitgebers, wurden aus einem für das gesamte Jahr bescheinigten Verdienst wegen Krankheit im Jahr 1981 für das 1. Halbjahr ein anderer anteiliger Monats- und Tageswert ermittelt, als für den Zeitraum des 2. Halbjahres.
Landete vor einem SG, weil ich dagegen wegen Benachteiligung geklagt habe. Ist dann korrigiert worden.
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Werde mir die Darlegungen im Link vom User W*lfgang mal einverleiben.

von
Jonny

Die Einmalzahlung muss auch nicht extra ausgewiesen werde. Sie kann zusammen mit der "laufenden" Zahlung in einemBetrag gemeldet werden. Lassen Sie sich die Meldungen, Lohnabrechnungen o.ä. zeigen. Dann werden Sie sehen, dass es sich um denselben Arbeitgeber handelt. Sollte es ander sein, sind zu viele Beiträge gezahlt worden, die zu erstatten wären. Dann hätte aber eine Begrenzung auf ......höchstens Beitragsbemessungsgrenze im Versicherungsverlauf gestanden. Das gilt übrigens nur für Zeiten ab 1984 (Einführung der Einmalzahlung).
Ansonsten alle Achtung in dem Alter. Da bin ich ja noch ein junger Spunt
Gruß
Jonny

von
LS

User Jonny, bedanke mich für Sachaufklärung, gilt auch für die anderen User, die sich hier aufklärend artikuliert haben.
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Zum alten Eisen zähle ich mich noch nicht, verweise auf meine Homepage:
rentenüberprüfung.de

von
W*lfgang

Zitiert von: LS
rentenüberprüfung
LS,

interessehalber, was ist denn eine 'Über'prüfung - mehr als nur Prüfung, sozusagen QGr 0, Wirtschaftsbereich: Olymp? ;-)

Gruß
w.

von
LS

User W*lfgang,
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ist philosophisch zu betrachten.
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Ich überprüfe einen bereits geprüften Sachverhalt, insofern soll 'überprüfen' die Steigerungsform
symbolisieren.
meint LS