Welcher "Rentenanspruch" ist gegeben

von
George

Guten Abend,
mein Schwiegervater ist 68 Jahre alt und hat die ersten 10 Jahre seines Arbeitslebens in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt. Seither (bis zum heutigen Tag)ist er als selbständiger Versicherungsvertreter tätig. Vor 10 Jahren musste er rückwirkend (gezwungenermaßen) ca. 10.000 Euro nachzahlen. Die Situation ist so verzwickt, dass meine Schwiegermutter nicht Bescheid weiß, ob überhaupt ein Rentenanspruch gegeben ist!?! Er geht seiner "Arbeit" bis heute nach und hat bisher (angeblich) keinen Rentenantrag gestellt bzw. eine Rente bezogen. An dieser Stelle sei noch vermerkt, dass seine Selbständigkeit alles andere als erträglich ist und war. Leider blockt er bei diesem Thema total! Was besonders meiner Schwiegermutter große Zukunftsängste bereitet. Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Könnte im oben genannten Fall eine Grundrente oder ähnliches beantragt werden??? Zur Information: Meine Schwiegermutter erhält lediglich 500,-€ Rente.

Für konstruktive Antworten/Empfehlungen bedanke ich mich herzlich im Voraus.
Viele Grüße
George

von
siehe

Voraussetzungen

https://www.ihre-vorsorge.de/rente/gesetzliche-rente/gesetzliche-altersrenten.html#c4987

https://www.ihre-vorsorge.de/rente/gesetzliche-rente/grundrente.html

...

von
W°lfgang

Zitiert von: George
mein Schwiegervater ist 68 Jahre alt und hat die ersten 10 Jahre seines Arbeitslebens in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt.

Hallo George,

dann sollte er umgehend einen Antrag auf Altersrente stellen, dafür sind nur 5 Jahre an Beitragszeiten erforderlich. Ein Hinzuverdienst (weiterhin selbständiger Versichertenvertreter) ist unschädlich.

Zudem erhält er inzwischen sogar einen Zuschlag auf die Rente, da er sie seit Erreichen seiner Regelaltersrente nicht in Anspruch genommen hat.

> Leider blockt er bei diesem Thema total!

Ist ggf. eine rechtliche Betreuung angedacht? ;-)

> Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Könnte im oben genannten Fall eine Grundrente oder ähnliches beantragt werden???

Es gibt keine Grundrente. Hier käme allenfalls die Grundsicherung/Sozialhilfe infrage, allgemeine Info dazu hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Grundsicherung_im_Alter_und_bei_Erwerbsminderung

Gruß
w.

von
...

https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/rentenantrag-in-5-schritten-in-den-ruhestand.html

Experten-Antwort

Hallo User George,

wie Ihnen die User bereits mitgeteilt haben, könnte Ihr Schwiegervater die Regelaltersrente in Anspruch nehmen, da er die erforderlichen 5 Beitragsjahre bereits erfüllt hat. Auch hat er das entsprechende Lebensalter erreicht.
Vielleicht hilft nochmals ein klärendes Gespräch, auch mit dem Hinweis, dass sich Ihre Schwiegermutter Gedanken über ihre eigene Zukunft macht, falls Ihrem Schwiegervater etwas zustoßen würde.
Bei der Grundsicherung werden alles Einkünfte der Eheleute mit herangezogen und auf die Grundsicherung angerechnet.
Ob Ihre Schwiegermutter Anspruch auf den Grundrentenzuschlag hat, wird in den nächsten 1,5 Jahren automatisch von der Deutschen Rentenversicherung geprüft. Dafür muss Ihre Schwiegermutter keinen Antrag stellen.

von
senf-dazu

Zitiert von: George
... hat die ersten 10 Jahre seines Arbeitslebens in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt. Seither (bis zum heutigen Tag)ist er als selbständiger Versicherungsvertreter tätig. Vor 10 Jahren musste er rückwirkend (gezwungenermaßen) ca. 10.000 Euro nachzahlen. ...

Aufgrund dieser Angaben sollte eigentlich jährlich eine Renteninformation eingehen, in besagtem Alter auch schon mal mit dem vorhanden Versicherungsverlauf. Daraus ist ersichtlich, welche Rente (zur Regelaltersgrenze) hätte gezahlt werden können. Inzwischen kommen noch ein paar Prozent drauf aufgrund des verspäteten Rentenbeginns.

Zitiert von: George
... dass meine Schwiegermutter nicht Bescheid weiß, ob überhaupt ein Rentenanspruch gegeben ist!?! ...

Siehe Renteninformation, sollte in den Unterlagen aufzufinden sein. Bei > 10 Jahren Pflichtbeitrag spricht nichts dagegen.

Zitiert von: George
... Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Könnte im oben genannten Fall eine Grundrente oder ähnliches beantragt werden??? Zur Information: Meine Schwiegermutter erhält lediglich 500,-€ Rente. ...

Die derzeit diskutierte "Grundrente" ist ein Zuschlag bei langjährigen aber geringen Pflichtbeiträgen.
Wenn weniger als 33 Jahre an Beitragszeiten vorliegen, sieht das eher schlecht aus.

Möglicherweise hat der selbstständige Versicherungsvertreter selbst für eine gute Altersversorgung (Rentenversicherung, Lebensversicherungen, "Betongold" etc.) gesorgt ...
Auch dies wäre zu prüfen, aber das geht eben nur mit und nicht gegen ihn.
Vielleicht wäre es ein Weg, sein Versicherungswissen hinsichtlich der Vorsorgemöglichkeiten für einen "guten Bekannten" zu nutzen und dann mal zu hinterfragen, wie er für sein Alter vorgesorgt hat.

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