Wer entscheidet über EM Rente

von
Schade

Was soll eigentlich dieses ganze Palaver ob letztlich Arzt, Jurist oder sonstwer entscheidet?

In über 30 Jahren Beratungstätigkeit war das in der Praxis noch nie Thema in auch nur einer Beratung.

Es ist doch eigentlich so einfach:

Wird ein Antrag im Sinne des Antragsstellers entschieden, ist dieser glücklich und es interessiert ihn nicht "wer der Entscheider" war.

Wird der Antrag abglehnt, interessiert das in der Praxis auch niemand: entweder die Ablehnung wird akzeptiert oder nicht und dann kommen Widerspruch, Klage und Co.

Und da geht es dann immer um die Sache (also um den Nachweis fehlender Zeiten oder die unterschiedliche Bewertung der Gesundheit und bislang nie darum "wer der Entscheider war".

Man - oder sollte ich sagen frau - kann auch über Belanglosigkeiten labern und dabei kein Ende finden.
Schönen Tag noch

von
Franziska

Zitiert von: Schade
Was soll eigentlich dieses ganze Palaver ob letztlich Arzt, Jurist oder sonstwer entscheidet?

In über 30 Jahren Beratungstätigkeit war das in der Praxis noch nie Thema in auch nur einer Beratung.

Es ist doch eigentlich so einfach:

Wird ein Antrag im Sinne des Antragsstellers entschieden, ist dieser glücklich und es interessiert ihn nicht "wer der Entscheider" war.

Wird der Antrag abglehnt, interessiert das in der Praxis auch niemand: entweder die Ablehnung wird akzeptiert oder nicht und dann kommen Widerspruch, Klage und Co.

Und da geht es dann immer um die Sache (also um den Nachweis fehlender Zeiten oder die unterschiedliche Bewertung der Gesundheit und bislang nie darum "wer der Entscheider war".

Man - oder sollte ich sagen frau - kann auch über Belanglosigkeiten labern und dabei kein Ende finden.
Schönen Tag noch

Ganz so einfach ist es dann doch nicht: Rentengutachter, Facharzt, sagte, ich kann keine 3 Stunden am Tag laufen, Gesamtarbeitszeit unter 6 Stunden. Dann kommen Juristen, keine medizinische Qualifikation, und sagen mir, der Arzt hat die Befunde falsch bewertet, kann 6 Stunden und mehr laufen, und Vollzeit arbeiten. Sozialgericht sagt mir, was der Arzt befundet, ist egal, der Jurist entscheidet, ob ich zu krank bin zum arbeiten.

Gleichzeitig beantragten zwei Bekannte auch EW-Rente, bei beiden wurde eins zu eins übernommen, was der ärztliche Gutachter festgestellt hat. Eine Erklärung, warum ich anders behandelt werden darf, habe ich nie bekommen( gabs da nicht Art.3 irgendwo?) Und das Ergebnis des Ganzen, mein LSG-Urteil wird nirgendwo veröffentlicht, nicht in die Datenbanken eingegeben, und gilt natürlich trotzdem für mich.

Nicht ganz so harmlos, wie sie meinen, und wenn sie das nicht glauben, suchen sie doch mal Rentenurteile des 12.Senats aus Bremen heraus, sie werden sie nicht finden.

von
Schade

Mag ja in Ihrem Fall so gewesen sein, letztendlich war es bei Ihnen der Richter am SG, der entschieden hat.....aber Ihr Negativbeispiel hilft letztlich der Fragestellerin auch nicht weiter, oder? Für deren Antrag wird es keinen beeindrucken wenn Monika argumentiert, dass "irgendeine Franziska" irgendwo in D zu Unrecht keine Rente bekommen habe.

Dass es die "gefühlte für alle gültige Gerechtigkeit" nie geben wird, ist doch auch klar.

von
Vernunft

Zitiert von: Schade
Mag ja in Ihrem Fall so gewesen sein, letztendlich war es bei Ihnen der Richter am SG, der entschieden hat.....aber Ihr Negativbeispiel hilft letztlich der Fragestellerin auch nicht weiter, oder? Für deren Antrag wird es keinen beeindrucken wenn Monika argumentiert, dass "irgendeine Franziska" irgendwo in D zu Unrecht keine Rente bekommen habe.

Dass es die "gefühlte für alle gültige Gerechtigkeit" nie geben wird, ist doch auch klar.

Diese @Franziska ist aus eigener Enttäuschung heraus eine Verschwörungstheoretikerin geworden. Man kann nur hoffen, dass sich andere nicht auf ihre polemischen Geschichten einlassen, da diese längst nicht auf diese zutreffen müssen.

von
Franziska

Zitiert von: Experte/in
Hallo Monika,

die Entscheidung über den Rentenanspruch wird tatsächlich in der Leistungsabteilung/Rentensachbearbeitung getroffen, von jemandem der i.d.R. kein Arzt ist, sondern eine verwaltungs- oder rechtswissenschaftliche Ausbildung hat - immer aber auf der Grundlage der Beurteilung des Sozialmedizinischen Dienstes (= Ärzte), wo wiederum der Beurteilung alle Gutachten und sonstigen medizinischen Unterlagen zugrunde gelegt werden. Auch jetzt im Widerspruchsverfahren sind da sowohl "Sachbearbeitung" als auch Mediziner einbezogen. Und sofern nicht sofort "abgeholfen" wird (also ihrem Widerspruch gefolgt wird), wird das Ganze mit der medizinischen und verwaltungsseitigen Beurteilung einem Widerspruchsausschuss vorgelegt. Dort entscheiden dann Juristen des Rentenversicherungsträgers gemeinsam mit ehrenamtlichen Vertretern der Versicherten und Arbeitgeber.

Dies ist die richtige Antwort, und die ist lesenswert. Der Experte sagt nicht viel anderes als ich, er umschreibt es nur vornehmer. Nein, natürlich werden Mediziner mehr oder weniger einbezogen, aber Juristen entscheiden. Und das kann merkwürdig ablaufen, mal mehr Arzt und mal eben weniger. Erwerbsminderungsrenten sind nicht wirklich gerecht. Es ist besser, man macht sich das klar, und die Fragestellerin wollte exakt dies wissen( nochmal die Frage lesen..)

Die Lage am LSG Bremen ist hoffentlich ein Ausnahmefall, aber immerhin ist der Senat für Rentenverfahren des gesamten Weser-Ems-Raumes zuständig, und nicht eines davon findet sich in der Rechtsprechungsdatenbank Niedersachsen. Während die aus Celle zu hunderten drin sind. Ehe man anfängt, Verschwörungstheorien ins Spiel zu bringen, einfach nachgucken. Entdeckt habe das übrigens nicht ich, wir sind hier eine Gruppe von immerhin 14 Betroffenen, die sich zusammen geschlossen haben.

von
Vernunft

Zitiert von: Franziska
Zitiert von: Experte/in
Hallo Monika,

die Entscheidung über den Rentenanspruch wird tatsächlich in der Leistungsabteilung/Rentensachbearbeitung getroffen, von jemandem der i.d.R. kein Arzt ist, sondern eine verwaltungs- oder rechtswissenschaftliche Ausbildung hat - immer aber auf der Grundlage der Beurteilung des Sozialmedizinischen Dienstes (= Ärzte), wo wiederum der Beurteilung alle Gutachten und sonstigen medizinischen Unterlagen zugrunde gelegt werden. Auch jetzt im Widerspruchsverfahren sind da sowohl "Sachbearbeitung" als auch Mediziner einbezogen. Und sofern nicht sofort "abgeholfen" wird (also ihrem Widerspruch gefolgt wird), wird das Ganze mit der medizinischen und verwaltungsseitigen Beurteilung einem Widerspruchsausschuss vorgelegt. Dort entscheiden dann Juristen des Rentenversicherungsträgers gemeinsam mit ehrenamtlichen Vertretern der Versicherten und Arbeitgeber.

Dies ist die richtige Antwort, und die ist lesenswert. Der Experte sagt nicht viel anderes als ich, er umschreibt es nur vornehmer. Nein, natürlich werden Mediziner mehr oder weniger einbezogen, aber Juristen entscheiden. Und das kann merkwürdig ablaufen, mal mehr Arzt und mal eben weniger. Erwerbsminderungsrenten sind nicht wirklich gerecht. Es ist besser, man macht sich das klar, und die Fragestellerin wollte exakt dies wissen( nochmal die Frage lesen..)

Die Lage am LSG Bremen ist hoffentlich ein Ausnahmefall, aber immerhin ist der Senat für Rentenverfahren des gesamten Weser-Ems-Raumes zuständig, und nicht eines davon findet sich in der Rechtsprechungsdatenbank Niedersachsen. Während die aus Celle zu hunderten drin sind. Ehe man anfängt, Verschwörungstheorien ins Spiel zu bringen, einfach nachgucken. Entdeckt habe das übrigens nicht ich, wir sind hier eine Gruppe von immerhin 14 Betroffenen, die sich zusammen geschlossen haben.

14 enttäuschte Antragsteller die deshalb versuchen ihre Verschwörungstheorien zu verbreiten, damit aber hier niemandem helfen und somit hier völlig überflüssig sind.