< content="">

Widerspruchsverfahren wegen LTA zieht sich hin

von
Annalena

Hallo, ich bin 46, habe wegen verschiedenen gesundheitlichen Einschränkungen. Im November 2017 habe ich während einer Psychotherapie in einer Tagesklinik den Antrag auf LTA beim Rententräger gestellt. Dies war mein 3. Tagesklinik-Aufenthalt innerhalb knapp 10 Jahre. Neben rez. Depressionen und einigen Burnouts/Zusammenbrüchen lebe ich mit chronischem Tinnitus, Hyperakusis, chronischer Otitis-Media (Mittelohrentzündung) sowie Schwerhörigkeit. Desweiteren hatte ich 2 Mal Thrombose in einem Bein wegen verengter Bein-Becken-Vene und muss daher lebenslang Blutgerinnungshemmende Medikamente nehmen. Aus der Tagesklinik wurde ich als "nicht arbeitsfähig" entlassen und hoffte auf zügige Bearbeitung meines Reha-Antrags.
Mitte Februar 2018 wurde der Antrag abgelehnt und mir Ende Februar zugestellt. Daher haben wir für diesen Widerspruch anwaltliche Hilfe gesucht. Somit läuft das Widerspruchsverfahren seit Mitte März 2018. Im Juli erhielt ich an einem Mittwoch Nachmittag per normaler Post ein Schreiben von der RV, dass ich mich am darauffolgenden Freitag (!!!) bei einer HNO-Gutachterin vorstellen soll. Diesen Termin nahm ich wahr, mein Mann wollte mit und kam auch mit zum Gespräch rein. Die Gutachterin war herb, laut und hektisch. Sie fragte einiges, liess mich Hörtest und Tinnitus-Messung machen, hatte einiges an meinem beruflichen Lebenslauf zu mäkeln und meinte abfällig, ich hätte "den Staat ja schon einiges gekostet mit ALL DEN SCHULUNGEN". Meine Erwiderung dass diese ja oft notwendig und auch sinnvoll waren um im Arbeitsleben bleiben zu können winkte sie abfällig ab. Ich habe stets nach der Umschulung und den 3 beruflichen Fortbildungen, die die AfA/Jobcenter bezahlt hatten, immer einige Jahre (kürzeste Zeit 3 Jahre, längste Zeit 7 Jahre) in den Berufen bzw Tätigkeiten gearbeitet.
Nun bekam ich heute vom Anwalt eine Kopie des Gutachtens und war gelinde gesagt geschockt. Diese Gutachterin hat einige meiner "Aussagen" verdreht und aus den Zusammenhängen gerissen. Sie stellt Aussagen auf, angeblich von mir, die ich definitiv nicht geäußert habe. Auch verneint sie die "Notwendigkeit einer LTA", obwohl sie die verschiedenen anderen gesundheitlichen Schwierigkeiten (die ihr auch schriftlich vorlagen) als unerheblich erwähnt oder völlig außer acht lässt. Ich habe nun gleich einen Termin beim Anwalt gemacht für nächste Woche. Mein Krankengeld von knapp 26 €/Tag läuft im November endgültig aus. ALG 1 werde ich nicht bekommen, ALG 2 sicher auch nicht da mein Mann Seit 3 Monten jeder eine Vollzeit Stelle hat.
Seit August befinde ich mich ENDLICH in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung, in der die Therapeutin u.a. eine Angststörung sowie eine PTBS zu den mir bisher bekannten psychologischen Diagnosen zur Sprache brachte. Sie hat nun auch ihren "Part" zwecks Einschätzung meiner... Verfassung & Möglichkeiten an die RV begonnen...
Ich möchte arbeiten können, eine Tätigkeit finden die ich trotz bzw mit meinen Einschränkungen in den nächsten ...20 ? Jahre tun kann... Und deswegen brauche ich diese Reha-LTA.

Warum wird den Leuten, die arbeiten wollen, aber wegen der Gesundheit nicht mehr alles schaffen, mit solchem Langzieh-Verhalten das Leben noch schwerer gemacht?

Der Arbeits"markt" will doch nur ""belastbare, eierlegende Wollmlch-Sauen mit Fachkenntnissen und das höchstens zum Mindestlohn""... also brauche ich diese letzte Chance um im Arbeitsleben noch meine Jahre gut zu schaffen und wieder selbst so gut es geht für mich sorgen zu können...

Habe ich mit einem Widerspruch gegen dieses Gutachten eine reelle Chance und dauert das dann wieder Monate (die ich finanziell nicht mehr habe!) ???

von
DRV

Ihre Frage kann in einem Forum nicht beantwortet werden, da hier i.d.R. kein Sozialmediziner mitliest und auch niemand Akteneinsicht hat.
Spekulationen helfen Ihnen auch nicht weiter.
Auch wenn es belastend ist, Sie werden die Entscheidung über Ihrn Widerspruch abwarten müssen und können bei Ablehnung noch das Klageverfahren anstreben. Für eine sozialgerichtliche Entscheidung sollten Sie aber mindestens ein Jahr Wartezeit einkalkulieren!

Experten-Antwort

Guten Morgen Annalena,

leider muss ich mich der Antwort von DRV anschließen.

Wenn Sie den Widerspruchsbescheid schon erhalten haben, bleibt Ihnen die Möglichkeit der Klage. Wie aber schon erwähnt wurde, kann dies ebenfalls ein langwieriger Prozess werden.

Sie können natürlich auch versuchen einen neuen Antrag stellen, wenn jetzt beispielsweise neue Erkenntnisse vorliegen.