Wie bekomme ich endlich die Grundsicherung statt Hartz4

von
Julia

Hallo zusammen,

Ich wäre sehr dankbar für eure Einschätzung - wie ich in folgender Situation am besten weiter vorgehe:

Ich bin seit Jahren Empfängerin von Hartz4 und wurde seitens der medizinischen Gutachter vom Jobcenter immer wieder als erwerbsunfähig eingestuft.
Also beantragte das Jobcenter ein Gutachten durch die Rentenversicherung, um mich an das Sozialamt überweisen zu können.
Das Gutachten fiel jedoch entgegen allen anderen Einschätzungen so aus, als sei ich erwerbsfähig!
Dies wird meiner Situation überhaupt nicht gerecht.

Ich bin weiterhin Kundin beim Jobcenter und müsste somit "dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen" - was ich allerdings natürlich aufgrund meiner Verfassung auch weiterhin nicht tue^^

Das Gutachten ist bereits 1 Jahr her - es wurde September 2019 erstellt.

Kann nun ein erneutes Gutachten durch die Rentenversicherung verlangt werden?
Und wenn ja, muss das Jobcenter es veranlassen oder
kann ich vielleicht sogar direkt ohne Umwege einen Antrag auf Grundsicherung beim Sozialamt stellen?

Anspruch auf Erwerbsminderungsrente der DRV habe ich nicht.

Wenn beides nicht möglich ist - was kann ich alternativ tun?

Natürlich wäre es für mich sehr wünschenswert endlich die Grundsicherung zu bekommen um mich voll auf meine Genesung fokussieren zu können,statt mich permanent mit unterschiedlichen Ämtern rumschlagen zu müssen...

Vielen Dank an alle im Vorraus,
herzliche Grüße,
Julia

Experten-Antwort

Hallo Julia,
der Rentenversicherungsträger prüft leider nur auf Ersuchen des Sozialhilfeträgers, ob volle Erwerbsminderung vorliegt .

von
Julia

Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Ich glaube Sie haben mich ein wenig anders verstanden, als ich meinte.
Dass ich selbst bei der Rentenversicherung kein Gutachten beauftragen kann, weiß ich.

Mir ist eher wichtig zu wissen:
Kann nach 1 Jahr ein erneutes Gutachten veranlasst werden?
(Egal ob durch Jobcenter oder Sozialamt)

Liebe Grüße,
Julia

von
KSC

Wenn Sozialamt oder JC das anfordern (und bezahlen) macht das die DRV auch......sinnvoll ist das aber nur wenn sich seither auch was an der Gesundheit geändert hat.

Ohne Verschlechterung des Gesundheitszustandes wird wohl wieder das Gleiche herauskommen.

von
Frauke

Hallo Julia,
Grundsicherung statt Hartz IV wird es gar nicht geben. Wenn Sie für erwerbsunfähig( voll gemindert) beguachtet würden, würde es eine befristete Erwerbsminderungsrente geben. Und wenn Sie da keinen Anspruch haben,landen Sie beim Sozialamt, wenn sie alleinstehend sind, bzw. mit Partner in einer Bedarfsgemeinschaft dann im Sozialgeld. Die Variante mit Partner wäre noch akzeptabel,das mit Abstand schlimmste wäre, berentet zu werden und dann Sozialhilfempfänger zu werden.

Denn bei der Sozialhilfe gibt es bis heute eine Zahlungspflicht Angehöriger, also Eltern oder Kinder. Darüber hinaus dürfen sie kaum noch Vermögen behalten. Also so verständlich der Wunsch nach Ruhe ist, aber dass man nicht geschafft hat, sie wegzudrängen vom Hartz IV, ist gut für sie, eindeutig. Sie tun gut daran, nichts zu unternehmen.

von
Koriander

So viel Quatsch in einem Posting.
Befassen Sie sich erst einmal mit dem SGB XII und dann schreiben Sie alles nochmal.

von
Student

Bitte nicht auf den Beitrag von Frauke achten.

Also Sie können theoretisch so viele Anträge auf EM Rente stellen wie Sie wollen, hierfür gibt es keine Fristen wie oft Sie das dürfen oder nicht.

In Ihrem Fall wurde vom JC eine volle EM festgestellt. Diese Feststellung ist unabhängig der Entscheidung der DRV für den Bereich des SGB II. Nur weil die DRV sagt, in ihren Augen liegt keine EM vor, negiert das nicht die Feststellungen des JC. Dieses müsste ein erneutes Gutachten erstellen und dort feststellen, um die alte Feststellung zu negieren, das auch keine EM iSd SGB II mehr vorliegt. Das ist häufig ein Problem bei ALG1 und AlG2 nach ausgelaufener befristeter EM Rente. Das Amt sagt dann, obwohl vor der EM Rente durch den eigenen ärztlichen Dienst eine EM festgestellt wurde, dass diese bspw iSd SGB II mit Ende der EM Rente auch für das SGB II ausgelaufen ist. Das stimmt nicht. Es gibt keine Übernahme der Feststellungen der DRV die das Arbeitsamt oder JC bindet. Eine wichtige Frage ob man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muss.

Was Sie tun können ist, mit dem alten Feststellungsbescheid des JC über Ihre EM zum Sozialamt gehen und dort einen Antrag auf Grundsicherung stellen. Von Amts wegen muss dann eine Begutachtung bei der DRV veranlasst werden. Haben Sie einen Arzt an Ihrer Seite der die EM befürwortet?

von
W°lfgang

Zitiert von: Julia
Mir ist eher wichtig zu wissen:
Kann nach 1 Jahr ein erneutes Gutachten veranlasst werden?
(Egal ob durch Jobcenter oder Sozialamt)

Hallo Julia,

das Gutachten 'veranlassen' kann in Ihrem Fall nur das Jobcenter - nach erneuter Begutachtung/meist über das örtliche Gesundheitsamt. Aktuell wird dort (JC) wohl diese Veranlassung/Ihre Erwerbsfähigkeit gutachterlich zu überprüfen, nicht gesehen, da der letzte Versuch gerade mal 1 Jahr her ist. Vielleicht versuchen die/JC das wieder in einem Jahr ...kenne solche Fälle, wo das in schöner Regelmäßigkeit passiert mit der Folge: es besteht auch (weiterhin) kein EM-Rentenanspruch und das ggf. parallele 'Ersuchen' des Sozialamtes an die DRV wird von dort weiterhin abgeschmettert = die kann noch aus Sicht DRV weiterhin voll/oder teilweise einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Das Sozialamt ist hier außen vor, solange nicht ein Gutachten via JC vorliegt ...solange gelten Sie weiterhin als erwerbsfähig und sind keine Klientin der Sozialhilfe bzw. Grundsicherung bei dauerhaft voller Erwerbsminderung.

Daneben können Sie natürlich selbst einen Antrag auf Grundsicherung beim Sozialamt stellen – es gibt kein Antragsverbot. Der Antrag ist allerdings erfolglos, da Sie noch vermittlungsfähig beim JC gemeldet sind und schon flattert der Grusi-Ablehnungsbescheid ins Haus.

Gruß
w.

von
Olaf

Zitiert von: Student
Bitte nicht auf den Beitrag von Frauke achten.

Also Sie können theoretisch so viele Anträge auf EM Rente stellen wie Sie wollen, hierfür gibt es keine Fristen wie oft Sie das dürfen oder nicht.

In Ihrem Fall wurde vom JC eine volle EM festgestellt. Diese Feststellung ist unabhängig der Entscheidung der DRV für den Bereich des SGB II. Nur weil die DRV sagt, in ihren Augen liegt keine EM vor, negiert das nicht die Feststellungen des JC. Dieses müsste ein erneutes Gutachten erstellen und dort feststellen, um die alte Feststellung zu negieren, das auch keine EM iSd SGB II mehr vorliegt. Das ist häufig ein Problem bei ALG1 und AlG2 nach ausgelaufener befristeter EM Rente. Das Amt sagt dann, obwohl vor der EM Rente durch den eigenen ärztlichen Dienst eine EM festgestellt wurde, dass diese bspw iSd SGB II mit Ende der EM Rente auch für das SGB II ausgelaufen ist. Das stimmt nicht. Es gibt keine Übernahme der Feststellungen der DRV die das Arbeitsamt oder JC bindet. Eine wichtige Frage ob man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muss.

Was Sie tun können ist, mit dem alten Feststellungsbescheid des JC über Ihre EM zum Sozialamt gehen und dort einen Antrag auf Grundsicherung stellen. Von Amts wegen muss dann eine Begutachtung bei der DRV veranlasst werden. Haben Sie einen Arzt an Ihrer Seite der die EM befürwortet?

Wo soll die Fragestellerin denn so oft EM beantragen, wie sie will? Bei der RV jedenfalls nicht. Sie schrieb ja, dass sie keine Rente von der RV bekommt,wahrscheinlich weil die Versicherungstechnisch en Voraussetzungen fehlen. D. h. die RV würde diese Anträge erst gar nicht bearbeiten. Äzte können natürlich der Meinung sein, daß jemand EM ist. Nur feststellen kann es lediglich der SMD der RV. Man braucht nicht unbedingt einen Arzt im Hintergrund. Hatte ich auch nie, weil die Ursachen und Befunde aus einer Zeit stammten, die kein heutiger Arzt irgendwo festgehalten hat, bz bzw. überhaupt Kenntnis davon hatte. Es braucht einen Gutachter, der zuhören kann, Dinge erkennen kann und der vor allem objektiv urteilen kann. Dort ist einer der entscheidendsten Orte auf dem Weg zur Berentung!!!

von
Siehe hier

Zitiert von: Student
Bitte nicht auf den Beitrag von Frauke achten.

Also Sie können theoretisch so viele Anträge auf EM Rente stellen wie Sie wollen, hierfür gibt es keine Fristen wie oft Sie das dürfen oder nicht.

In Ihrem Fall wurde vom JC eine volle EM festgestellt. Diese Feststellung ist unabhängig der Entscheidung der DRV für den Bereich des SGB II. Nur weil die DRV sagt, in ihren Augen liegt keine EM vor, negiert das nicht die Feststellungen des JC. Dieses müsste ein erneutes Gutachten erstellen und dort feststellen, um die alte Feststellung zu negieren, das auch keine EM iSd SGB II mehr vorliegt. Das ist häufig ein Problem bei ALG1 und AlG2 nach ausgelaufener befristeter EM Rente. Das Amt sagt dann, obwohl vor der EM Rente durch den eigenen ärztlichen Dienst eine EM festgestellt wurde, dass diese bspw iSd SGB II mit Ende der EM Rente auch für das SGB II ausgelaufen ist. Das stimmt nicht. Es gibt keine Übernahme der Feststellungen der DRV die das Arbeitsamt oder JC bindet. Eine wichtige Frage ob man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muss.

Was Sie tun können ist, mit dem alten Feststellungsbescheid des JC über Ihre EM zum Sozialamt gehen und dort einen Antrag auf Grundsicherung stellen. Von Amts wegen muss dann eine Begutachtung bei der DRV veranlasst werden. Haben Sie einen Arzt an Ihrer Seite der die EM befürwortet?

Bitte den Beitrag von @Student nicht beachten.

Da Ihnen seitens der DRV bereits mitgeteilt wurde, dass Sie keinen Anspruch auf eine EM-Rente haben (und dies wohl nicht - nur - wegen der Gesundheit, sondern vermutlich auch aufgrund nicht erfüllter anderer Voraussetzungen), sind die von @Student gemachten Aussagen für Ihren Fall irrelevant.
Denn auch wenn das JC meint, Sie seien erwerbsgemindert, führt dies nicht zu einem EM-Rentenanspruch.

Auch ein weiterer Antrag auf EM-Rente wird also wieder negativ beschieden, denn mit jahrelangem Hartz-IV-Bezug erfüllen Sie auch weiterhin die Voraussetzungen auf eine EM-Rente nicht.

Sie haben aber die Möglichkeit, mit den Ihnen vorliegenden Unterlagen sich dennoch beim Amt für Grundsicherung beraten zu lassen und dort vermutlich 'handfestere' Informationen erhalten, unter welchen Konditionen Sie genau Ansprüche dort oder von anderen Stellen haben als Ihnen mit 'Halbwissen' in einem Rentenforum mitgeteilt werden kann.

von
Frauke

Zitiert von: Koriander
So viel Quatsch in einem Posting.
Befassen Sie sich erst einmal mit dem SGB XII und dann schreiben Sie alles nochmal.

Sie haben soweit recht, dass ich die Gesetzesänderung zum Januar 2020 hätte konkreter fassen müssen. Richtig ist, im Kapitel 3 gibt es seit kurzem auch erst Unterhaltsansprüche gegen Angehörige ab 1000 000 Euro Bruttojahreseinkommen. Wovon es allerdings immer noch Ausnahmen gibt, z. B. bei geschiedenen Ehepartnern und bei Schwerbehinderung. Ich hätte weiter auch keine Lust auf die Bürokratie wegen Krankenversicherung und Versicherungen und auf Sachleistungen statt Geld. Insgesamt gilt sehr wohl weiter,dass Soziahilfe, Kapitel 3, mehr Nerven kostet als Grundsicherung.

Im übrigen aber ist hier doch die eigentliche Kernfrage der große Unterschied zwischen Hartz IV und SGB 12. Gerade wer finanziell zu kämpfen hat, sollte froh sein über das viel höhere Schonvermögen im Hartz IV. Und nur in SGB 12 werden Schenkungen der letzten 10 Jahre rückwirkend mit berücksichtigt. Die 100 000 Euro klingen für den Normalmensch entspannt, aber da muss nur ein Häuschen mit im Spiel sein... Also man kann doch niemand, der keinen Rentenanspruch hat, all die Schwierigkeiten des SGB 12 empfehlen, nur damit keine Termine mehr zwecks Wiedereingliederung stattfinden.

von
Ach ja

Zitiert von: Frauke
Zitiert von: Koriander
So viel Quatsch in einem Posting.
Befassen Sie sich erst einmal mit dem SGB XII und dann schreiben Sie alles nochmal.

Sie haben soweit recht, dass ich die Gesetzesänderung zum Januar 2020 hätte konkreter fassen müssen. Richtig ist, im Kapitel 3 gibt es seit kurzem auch erst Unterhaltsansprüche gegen Angehörige ab 1000 000 Euro Bruttojahreseinkommen. Wovon es allerdings immer noch Ausnahmen gibt, z. B. bei geschiedenen Ehepartnern und bei Schwerbehinderung. Ich hätte weiter auch keine Lust auf die Bürokratie wegen Krankenversicherung und Versicherungen und auf Sachleistungen statt Geld. Insgesamt gilt sehr wohl weiter,dass Soziahilfe, Kapitel 3, mehr Nerven kostet als Grundsicherung.

Im übrigen aber ist hier doch die eigentliche Kernfrage der große Unterschied zwischen Hartz IV und SGB 12. Gerade wer finanziell zu kämpfen hat, sollte froh sein über das viel höhere Schonvermögen im Hartz IV. Und nur in SGB 12 werden Schenkungen der letzten 10 Jahre rückwirkend mit berücksichtigt. Die 100 000 Euro klingen für den Normalmensch entspannt, aber da muss nur ein Häuschen mit im Spiel sein... Also man kann doch niemand, der keinen Rentenanspruch hat, all die Schwierigkeiten des SGB 12 empfehlen, nur damit keine Termine mehr zwecks Wiedereingliederung stattfinden.

Sehr interessant.
Dies ist aber ein Rentenforum und kein Forum des Jobcenters oder des Sozial- oder Grundsicherungsamtes.
Daher gehört schon die Fragestellung eigentlich nicht in dieses Forum.

Experten-Antwort

Guten Tag Julia,

grundsätzlich könnte die Erstellung eines neuen Gutachtens veranlasst werden, allerdings muss der zuständige Leistungsträger (Jobcenter oder Sozialmat) die Notwendigkeit hierfür sehen. Sofern sich Ihr gesundheitlicher Zustand seit letzter Begutachtung verändert (verschlechetert) hat, wäre dies angezeigt.

von
Interessent

Zitiert von: Frauke
Zitiert von: Koriander
So viel Quatsch in einem Posting.
Befassen Sie sich erst einmal mit dem SGB XII und dann schreiben Sie alles nochmal.

Sie haben soweit recht, dass ich die Gesetzesänderung zum Januar 2020 hätte konkreter fassen müssen. Richtig ist, im Kapitel 3 gibt es seit kurzem auch erst Unterhaltsansprüche gegen Angehörige ab 1000 000 Euro Bruttojahreseinkommen. Wovon es allerdings immer noch Ausnahmen gibt, z. B. bei geschiedenen Ehepartnern und bei Schwerbehinderung. Ich hätte weiter auch keine Lust auf die Bürokratie wegen Krankenversicherung und Versicherungen und auf Sachleistungen statt Geld. Insgesamt gilt sehr wohl weiter,dass Soziahilfe, Kapitel 3, mehr Nerven kostet als Grundsicherung.

Im übrigen aber ist hier doch die eigentliche Kernfrage der große Unterschied zwischen Hartz IV und SGB 12. Gerade wer finanziell zu kämpfen hat, sollte froh sein über das viel höhere Schonvermögen im Hartz IV. Und nur in SGB 12 werden Schenkungen der letzten 10 Jahre rückwirkend mit berücksichtigt. Die 100 000 Euro klingen für den Normalmensch entspannt, aber da muss nur ein Häuschen mit im Spiel sein... Also man kann doch niemand, der keinen Rentenanspruch hat, all die Schwierigkeiten des SGB 12 empfehlen, nur damit keine Termine mehr zwecks Wiedereingliederung stattfinden.

Ja, das ist nun die Frage, wie die Frau denn bekommen würde, im Falle des Falles.
Sie sind der Ansicht, dass sie statt der Grundsicherung die Hilfe zum Lebensunterhalt bekommen würde?
Bei dieser ist es wirklich kompliziert, bei der regulären Grundsicherung besteht jedoch ein Schonvermögen von 5000€ + ggf. angemessener Immobilie.
Wobei hier sowieso die Frage ist, ob überhaupt noch nennenswertes Vermögen vorhanden ist...

von
Frauke

Ja, nicht Grundsicherung nach Kapitel 4, sondern es würde Kapitel 3 sprich Sozialhilfe. Soviel ist klar, denn Grundsicherung gibt es nur bei unbefristeter Erwerbsminderungsrente. Das ist bei Erstantrag so gut wie ausgeschlossen.

von
Siehe hier

Zitiert von: Frauke
Ja, nicht Grundsicherung nach Kapitel 4, sondern es würde Kapitel 3 sprich Sozialhilfe. Soviel ist klar, denn Grundsicherung gibt es nur bei unbefristeter Erwerbsminderungsrente. Das ist bei Erstantrag so gut wie ausgeschlossen.

In Ihren ganzen Antworten ignorieren Sie, dass die Fragestellerin geschrieben hatte 'einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente der DRV habe ich nicht'. Insofern dürfte es ziemlich irrelevant sein, dass es ein Erstantrag ist, denn ein Anspruch scheint nicht zu bestehen (vielleicht, weil die 5 Jahre Beitragszeit nicht erfüllt wurden und nun schon jahrelang von ALGII gelebt wird - das nur zwischen 2005 und 2010 als Bezugszeit für die Rentenversicherung galt ).

Dies allerdings könnte die Fragestellerin auch noch mal 'aufklären', bevor hier weiter über Geldleistungen andere Stellen gesprochen wird, die es ohne 'Erwerbsminderungsrente der DRV' gar nicht gibt.

Dass das Jobcenter die Arbeitsfähigkeit anders einschätzt, hat sicherlich Auswirkungen auf die Vermittlungsmöglichkeiten, aber auch von einer 'Wiedereingliederung', die Sie hier in Vorbeiträgen sich haben einfallen lassen, war in der ursprünglichen Frage nicht die Rede. 'Wiedereingliederung' erfolgt üblicherweise nach langer Krankheit in einen vorhandenen Arbeitsplatz. Den hat die Fragestellerin aber nicht.

Also sollten Sie doch bitte nur für die Fragestellerin realisierbare Vorschläge bringen und das sinnvollerweise auch mit nachlesbaren Texten (Quellenangaben). So wie Sie selbst die einzelnen Vorschriften durcheinanderbringen, bringen Sie doch noch mehr Unsicherheit in die ohnehin schwierige Situation der Fragestellerin.

von
Interessent

Zitiert von: Frauke
Ja, nicht Grundsicherung nach Kapitel 4, sondern es würde Kapitel 3 sprich Sozialhilfe. Soviel ist klar, denn Grundsicherung gibt es nur bei unbefristeter Erwerbsminderungsrente. Das ist bei Erstantrag so gut wie ausgeschlossen.

Sind Sie sich da sicher?

Soweit nur eine teilweise Erwerbsminderung festgestellt würde, wäre eh das Jobcenter weiter zuständig...

Und hier liegt sowieso kein Rentenanspruch vor...

von
Frauke

Siehe hier:
Nein, es geht doch genau darum, mit Hilfe der Feststellung einer Erwerbsminderung rauszukommen aus Hartz IV, ohne einen Rentenanspruch zu haben. Und das würde ja auch funktionieren. Dass bei Erstantrag und Erstbewilligung von EM-Rente grundsätzlich befristet wird, ist hier sehr relevant, da eben bei Befristung Sozialhilfe greift und ohne Befristung Grundsicherung( ob dann ein Rentenanspruch besteht, ist dafür also egal).

Wiedereingliederung in Hartz IV, also SGB 2, meint nicht in einen noch bestehenden Arbeitsplatz, sondern umfasst eine große Menge an Vorschriften. Man muss dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, und eben dies wird von der Fragestellerin als sehr belastend empfunden, darum will sie raus aus dem Hartz IV hin zur Grundsicherung, wo es logischerweise wegen Erwerbsunfähigkeit oder Alter gar keine zwangsweisen Wiedereingliederungsmaßnahmen gibt.

Verzeihung, aber die Situation der Fragestellerin ist eine sehr häufige Konstellation bei erkrankten Menschen, so bekannt und tägliches Thema, dass man da kaum was verwechseln kann. Der einzig sinnvolle Rat ist auch völlig klar, nämlich sich auf keinen Fall freiwillig abdrängen lassen in die Erwerbsminderung. Die Jobcenter probieren üblicherweise immer wieder, nicht vermittelbare Kunden loszuwerden mit Feststellung der Erwerbsminderung. Aber wer keine Rente zu erwarten hat oder eine so geringe, dass er ergänzende Leistungen braucht vom Sozialamt, sollte alles tun, um diesen Schritt zu verhindern. Weil die Rahmenbedingungen in Hartz IV deutlich besser sind als im SGB 12.

Experten-Antwort

Wie haben hier einige unsachliche Einträge gelöscht, bitten dafür um Verständnis und wünschen ein friedvolles Wochenende.

Ihr Admin

von
Interessent

Zitiert von: Frauke
Siehe hier:
Nein, es geht doch genau darum, mit Hilfe der Feststellung einer Erwerbsminderung rauszukommen aus Hartz IV, ohne einen Rentenanspruch zu haben. Und das würde ja auch funktionieren. Dass bei Erstantrag und Erstbewilligung von EM-Rente grundsätzlich befristet wird, ist hier sehr relevant, da eben bei Befristung Sozialhilfe greift und ohne Befristung Grundsicherung( ob dann ein Rentenanspruch besteht, ist dafür also egal).

Wiedereingliederung in Hartz IV, also SGB 2, meint nicht in einen noch bestehenden Arbeitsplatz, sondern umfasst eine große Menge an Vorschriften. Man muss dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, und eben dies wird von der Fragestellerin als sehr belastend empfunden, darum will sie raus aus dem Hartz IV hin zur Grundsicherung, wo es logischerweise wegen Erwerbsunfähigkeit oder Alter gar keine zwangsweisen Wiedereingliederungsmaßnahmen gibt.

Verzeihung, aber die Situation der Fragestellerin ist eine sehr häufige Konstellation bei erkrankten Menschen, so bekannt und tägliches Thema, dass man da kaum was verwechseln kann. Der einzig sinnvolle Rat ist auch völlig klar, nämlich sich auf keinen Fall freiwillig abdrängen lassen in die Erwerbsminderung. Die Jobcenter probieren üblicherweise immer wieder, nicht vermittelbare Kunden loszuwerden mit Feststellung der Erwerbsminderung. Aber wer keine Rente zu erwarten hat oder eine so geringe, dass er ergänzende Leistungen braucht vom Sozialamt, sollte alles tun, um diesen Schritt zu verhindern. Weil die Rahmenbedingungen in Hartz IV deutlich besser sind als im SGB 12.

Ich dachte, dass EM-Renten nur in Ausnahmefällen befristet würden...
so wie sich das anhört, ist das skandalös...wie oft soll es denn vorkommen, dass ein EM-Rente plötzlich wieder kerngesund ist?!

Dann ist es wirklich besser in Hartz IV zu bleiben.

Aber wie sieht es dann aus, wenn man keinen Rentenanspruch hat? Dann geht es ja nicht um eine Rente, aber kann es trotzdem befristet werden?