Wie lange ALG1 bis Erwernsminerungsrente

von
Enrico

Hallo, ich hatte gerade die Aussteuerung Krankengeld und die Ablehnung Reha mit Aufforderung Rentenantrag stellen. Bekomme jetzt ALG1 mit Nahtlosregelung.
Meine Frage, wann soll ich den Rentenantrag stellen, um das Maximum an Rentenpunkte und Erwerbsminderungsrente zu erreichen?

von
Peter T.

Da sind viele Faktoren, die Sie nicht beeinflussen können.

Erst einmal wird Sie die AfA innerhalb von einem Monat zu einem Antrag auf Reha/Rente auffordern, diesem müssen Sie Folge leisten, um weiter Leistungen zu bekommen.
Und zum 2. wird bei der EM ein Leistungsfall festgestellt, wenn denn eine EM genehmigt wird.
Es kann also durchaus passieren (wie auch bei mir), dass der Leistungsfall in der Vergangenheit liegt, z.B. 1. Tag der AU.
Daher haben Sie auf beide Dinge keinen Einfluss.
Da so ein Rentenverfahren sehr lang werden kann, würde ich zu einem schnellen Rentenantrag raten.Damit das ALG1 (was es ja ist, mit seiner Laufzeit)nicht eher ausläuft, ehe eine Entscheidung bzgl. Erwerbfähigkeit vom RVT getroffen wurde.

von
Siehe hier

Zitiert von: Enrico
Hallo, ich hatte gerade die Aussteuerung Krankengeld und die Ablehnung Reha mit Aufforderung Rentenantrag stellen. Bekomme jetzt ALG1 mit Nahtlosregelung.
Meine Frage, wann soll ich den Rentenantrag stellen, um das Maximum an Rentenpunkte und Erwerbsminderungsrente zu erreichen?

Hallo Enrico,

da haben Sie nicht viele Gestaltungsmöglichkeiten bis eher keine.

Wenn Sie ALGI aufgrund des §147 SGB III (Nahtlosigkeit) erhalten, wird dieses bezahlt, bis über Ihren Rentenantrag entschieden wurde, längstens jedoch bis Ihr Anspruch auf ALGI abläuft.

Da Sie bereits eine Reha beantragt hatten, dieser aber abgelehnt wurde, werden Sie seitens der Agentur für Arbeit dann kurzfristig aufgefordert, den Rentenantrag auch zu stellen.

Sollte dann tatsächlich von der DRV eine Erwerbsminderung festgestellt werden, kann der Leistungsfall' (Eintritt der Erwerbsminderung) auch rückwirkend liegen. Aber nur die bis zu diesem Leistungsfall bereits erworbenen EP werden zur Berechnung der Höhe einer Erwerbsminderungsrente herangezogen.

Außerdem kann es gemäß §103 ff. SGB VI zu Erstattungsansprüchen der Krankenkasse und der Agentur für Arbeit kommen. Diese würden für zeitgleich (rückwirkend) bewilligte Rente verrechnet, bevor ein evtl. Nachzahlungsbetrag an Sie bezahlt wird.

Sie können also mit einer Verzögerung der Antragstellung eigentlich keine Erhöhung der zur Berechnung der EM-Rente geltenden EP erreichen.

Insofern können Sie den Antrag auch bereits jetzt stellen und warten dann das Ergebnis ab.

Alles Gute!

von
Siehe hier

Korrektur:

'Außerdem kann es gemäß §103 ff. SGB VI zu Erstattungsansprüchen der'

Hierzu ist das korrekte SGB das Zehnte, also §103 ff. SGB X

von
KSC

Wenn Sie bereits von der DRV zur Antragstellung aufgefordert wurden haben Sie keinen Einfluß mehr auf die Entgeltpunkte weil dann die Erwerbsminderung bereits in der Vergangenheit eingetreten ist.

Sie können bestenfalls durch "Trödeln" das Verfahren in die Länge ziehen - das würde geldmäßig aber nur dann etwas nützen solange das derzeitige ALG höher wäre als die zu erwartende EM Rente.

von
Besserwisser

Zitiert von: Siehe hier
Zitiert von: Enrico
Hallo, ich hatte gerade die Aussteuerung Krankengeld und die Ablehnung Reha mit Aufforderung Rentenantrag stellen. Bekomme jetzt ALG1 mit Nahtlosregelung.
Meine Frage, wann soll ich den Rentenantrag stellen, um das Maximum an Rentenpunkte und Erwerbsminderungsrente zu erreichen?

Hallo Enrico,

da haben Sie nicht viele Gestaltungsmöglichkeiten bis eher keine.

Wenn Sie ALGI aufgrund des §147 SGB III (Nahtlosigkeit) erhalten, wird dieses bezahlt, bis über Ihren Rentenantrag entschieden wurde, längstens jedoch bis Ihr Anspruch auf ALGI abläuft.

Da Sie bereits eine Reha beantragt hatten, dieser aber abgelehnt wurde, werden Sie seitens der Agentur für Arbeit dann kurzfristig aufgefordert, den Rentenantrag auch zu stellen.

Sollte dann tatsächlich von der DRV eine Erwerbsminderung festgestellt werden, kann der Leistungsfall' (Eintritt der Erwerbsminderung) auch rückwirkend liegen. Aber nur die bis zu diesem Leistungsfall bereits erworbenen EP werden zur Berechnung der Höhe einer Erwerbsminderungsrente herangezogen.

Außerdem kann es gemäß §103 ff. SGB VI zu Erstattungsansprüchen der Krankenkasse und der Agentur für Arbeit kommen. Diese würden für zeitgleich (rückwirkend) bewilligte Rente verrechnet, bevor ein evtl. Nachzahlungsbetrag an Sie bezahlt wird.

Sie können also mit einer Verzögerung der Antragstellung eigentlich keine Erhöhung der zur Berechnung der EM-Rente geltenden EP erreichen.

Insofern können Sie den Antrag auch bereits jetzt stellen und warten dann das Ergebnis ab.

Alles Gute!

Es ist bestimmt nur ein Tippfehler, trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass es sich um den §145 SGB 6 handelt, in dem ALG1 im Sinne der Nahtlosigkeit geregelt ist.

von
Siehe hier

Zitiert von: Besserwisser

Es ist bestimmt nur ein Tippfehler, trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass es sich um den §145 SGB 6 handelt, in dem ALG1 im Sinne der Nahtlosigkeit geregelt ist.

Das beim §103 war ein Tippfehler, den habe ich korrigiert.

Aber der 145 für die Nahtlosigkeit steht im SGB III (Drei)

https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbiii/145.html

von
Bravo

Zitiert von: Besserwisser
Zitiert von: Siehe hier
Zitiert von: Enrico
Hallo, ich hatte gerade die Aussteuerung Krankengeld und die Ablehnung Reha mit Aufforderung Rentenantrag stellen. Bekomme jetzt ALG1 mit Nahtlosregelung.
Meine Frage, wann soll ich den Rentenantrag stellen, um das Maximum an Rentenpunkte und Erwerbsminderungsrente zu erreichen?

Hallo Enrico,

da haben Sie nicht viele Gestaltungsmöglichkeiten bis eher keine.

Wenn Sie ALGI aufgrund des §147 SGB III (Nahtlosigkeit) erhalten, wird dieses bezahlt, bis über Ihren Rentenantrag entschieden wurde, längstens jedoch bis Ihr Anspruch auf ALGI abläuft.

Da Sie bereits eine Reha beantragt hatten, dieser aber abgelehnt wurde, werden Sie seitens der Agentur für Arbeit dann kurzfristig aufgefordert, den Rentenantrag auch zu stellen.

Sollte dann tatsächlich von der DRV eine Erwerbsminderung festgestellt werden, kann der Leistungsfall' (Eintritt der Erwerbsminderung) auch rückwirkend liegen. Aber nur die bis zu diesem Leistungsfall bereits erworbenen EP werden zur Berechnung der Höhe einer Erwerbsminderungsrente herangezogen.

Außerdem kann es gemäß §103 ff. SGB VI zu Erstattungsansprüchen der Krankenkasse und der Agentur für Arbeit kommen. Diese würden für zeitgleich (rückwirkend) bewilligte Rente verrechnet, bevor ein evtl. Nachzahlungsbetrag an Sie bezahlt wird.

Sie können also mit einer Verzögerung der Antragstellung eigentlich keine Erhöhung der zur Berechnung der EM-Rente geltenden EP erreichen.

Insofern können Sie den Antrag auch bereits jetzt stellen und warten dann das Ergebnis ab.

Alles Gute!

Es ist bestimmt nur ein Tippfehler, trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass es sich um den §145 SGB 6 handelt, in dem ALG1 im Sinne der Nahtlosigkeit geregelt ist.

Die Antwort ist tatsächlich die eines „Besserwissers“ der SGB 3 und SGB 6 nicht unterscheiden kann.

von
frantic

Best case
Sie stellen eine EMR-Antrag und die DRV widmet den Reha-Antrag als EMR-Antrag um. Die Bearbeitung geht zügig, Sie bekommen einen positiven Bescheid, KK und ALG 1 werden verrechnet und sie bekommen EMR.

Worst case
Sie ziehen die Bearbeitungszeit in die Länge, was wegen der drohenden Saktionen des Arbeitsamts sowie der möglichen Umwidmung des Reha-Antrags sinnbefreit ist. Die Bearbeitung zögert sich hinaus, es werden 1 - 2 Gutachten in Auftrag gegeben, Ihre Nahtlosigkeit läuft aus und Sie fallen (sofern anspruchsberechtigt) in Hartz IV. Sofern Sie eine/n verdienenden Lebenspartner/in haben, bekommen Sie nicht mal Hartz IV, und falls sie unverheiratet sind müssen Sie sogar Ihre Krankenversicherungsbeiträge selbst zahlen.

(Bei mir war der Leistungsfall übrigens eine Krankenhauseinweisung 5 Jahre vor Bescheiderteilung.)

Experten-Antwort

Hallo, Enrico,

ob Sie die Voraussetzungen für die Leistung von ALG 1 im Nahtlosigkeitsverfahren erfüllen wird Ihnen die Agentur für Arbeit bei Antragstellung dort beantworten. Grds. können Sie dort die Leistung beantragen.
Da Sie mitteilen, dass Sie nach der Ablehnung der Reha bereits aufgefordert wurden einen Rentenantrag zu stellen, erübrigt eigentlich die Frage, wann der optimale Zeitpunkt wäre einen Antrag zu stellen. Sicherlich ist in dem Aufforderungsschreiben des Sozialleistungsträgers ein Termin genannt, bis wann der Antrag gestellt werden muss (vermutlich in den nächsten 6 Wochen).
Ferner verweisen wir auf die Hinweise und Tipps im Verlauf.
Die Höhe einer Erwerbsminderungsrente orientiert sich nicht vorrangig am Zeitpunkt der Antragstellung.

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Steuererklärung in Corona-Zeiten

Wie sich die Corona-Pandemie auf Ihre Steuererklärung auswirkt, worauf Sie achten müssen und wo Sie Steuern sparen können.

Altersvorsorge 

Was die Dax-Erweiterung für Sparer bedeutet

Von 30 auf 40: Deutschlands wichtigster Börsenindex wird erweitert. Für Anleger lohnt es sich, deshalb einmal genau auf den Dax zu schauen.

Gesundheit 

Berufsunfähig: tückische 50-Prozent-Klausel

Die 50-Prozent-Klausel erweist sich oft als Hürde, wenn es um die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit geht. Was es mit der Klausel auf sich hat.

Rente 

Erwerbsminderungsrente rechtzeitig verlängern

Eine Erwerbsminderungsrente wird meist nur befristet gewährt. Das Ende des Bewilligungszeitraums sollten Sie immer im Blick haben und rechtzeitig...

Rente 

Per Versorgungsausgleich zur Frührente

Eine Scheidung bringt manchen Versicherten einen vorzeitigen Rentenanspruch. Wie sich der Versorgungsausgleich auswirkt.