Wie viele Patienten lesen nach der Entlassung ihren Rehabericht?

von
Oli Kri

Liebe Forenmitglieder,

ich arbeite am Institut für Rehabilitationswissenschaften der Universität Würzburg. Wir haben uns folgende Fragen gestellt:

1. Wie viele Patienten lassen sich nach der Behandlung in einer Rehaklinik ihren Rehabericht zukommen und lesen ihn? Dieser wird meistens den weiterbehandelnden Vertragsärzten zugesandt, allerdings haben auch Patienten die Möglichkeit, sich diesen Bericht zukommen zu lassen. Wenn seitens der Rentenversicherung Zahlen hierzu vorliegen, würde ich mich sehr über eine Antwort freuen.
2. Waren Sie mit dem Bericht zufrieden? Hat sich der Bericht mit Ihrer Selbstbeurteilung nach der Reha gedeckt?

Ich freue mich auf Antworten. Es handelt sich hierbei nicht um eine Studie, sondern lediglich um explorative Arbeit!

Liebe Grüße,

OIi Kri

von
User

Der Rentenversicherung werden da sicherlich keine Zahlen vorliegen.
Die Versicherten werden den Entlassungsberichts normalerweise bei ihrem behandelnden Arzt lesen, der den Bericht vorliegen hat. Das erfährt ja dann keiner aus der Rentenversicherung.

von
User

Der Rentenversicherung werden da sicherlich keine Zahlen vorliegen.
Die Versicherten werden den Entlassungsberichts normalerweise bei ihrem behandelnden Arzt lesen, der den Bericht vorliegen hat. Das erfährt ja dann keiner aus der Rentenversicherung.

von
memyself

ich war dreimal in reha. trotz bitte, mir den bericht auch zuzuschicken, wurde das nicht gemacht! und was den inhalt angeht: wenn es nicht passt, wird reklamiert. allerdings waren "unwahrheiten" einmal auch nach der korrektur noch enthalten.

von Moderator/in Experten-Antwort

Hallo Oli Kri,

zu Frage 1:
Der Rentenversicherung liegen zu diesem Thema keine Zahlen vor.

von
Ford

Hallo,

ich war das letzte mal vor über 10 Jahren in Reha.
Den Rehabericht hatte ich auf Antrag zugeschickt bekommen und war entsetzt darüber.
Viele Dinge, die ich dachte vertraulich beim Psychologen gesagt zu haben, konnte ich dort nachlesen.
Dann setzte ich mich mit dem Klinikleiter in Verbindung und verlangte die Korrektur des Berichtes, was er nach längerem schriftlichem Hin und Her dann auch veranlasste.
In dem Schriftverkehr konnte ich erkennen, welches Geistes Kind dieser Klinikleiter war.
Ich dachte, ich führe Korrespndenz mit jemandem aus den 30 oder 40 Jahren.......
Wegen diesem Vertrauensbruch werde ich nie wieder in eine Reha gehen, höchstens die Krankenkasse zwingt mich irgendwann dazu.
Aber freiwillig niemals !

Grüße
B. Ford

von
User

Öh... ok.

von
Franz-Josef

Zitiert von: Ford

Hallo,

ich war das letzte mal vor über 10 Jahren in Reha.
Den Rehabericht hatte ich auf Antrag zugeschickt bekommen und war entsetzt darüber.
Viele Dinge, die ich dachte vertraulich beim Psychologen gesagt zu haben, konnte ich dort nachlesen.
Dann setzte ich mich mit dem Klinikleiter in Verbindung und verlangte die Korrektur des Berichtes, was er nach längerem schriftlichem Hin und Her dann auch veranlasste.
In dem Schriftverkehr konnte ich erkennen, welches Geistes Kind dieser Klinikleiter war.
Ich dachte, ich führe Korrespndenz mit jemandem aus den 30 oder 40 Jahren.......
Wegen diesem Vertrauensbruch werde ich nie wieder in eine Reha gehen, höchstens die Krankenkasse zwingt mich irgendwann dazu.
Aber freiwillig niemals !

Grüße
B. Ford


Wie schön, dass wir mal drüber gesprochen haben, gell?
Gähn.....

von
Oli Kri

Hallo,

erstmal vielen Dank für die Antworten, sie sind schonmal sehr hilfreich um sich einen Überblick zu verschaffen.

Ich weiß, dass der Bericht normalerweise vom behandelnden Arzt gesehen wird, allerdings haben Patienten im Zuge der Stärkung der Patientenrechte ebenfalls das Recht, den Bericht einzusehen.

Ich freue mich auf weitere Berichte, welche Erfahrungen Sie mit dem Bericht gemacht haben und ob sie die Möglichkeit, diesen einzusehen, wahrgenommen haben.

Freundliche Grüße,

Oli Kri

von
Gabi Brückner

Hallo,

Ich habe leider keine guten Erfahrungen bei meiner Rehamaßnahme bezüglich Entlassbericht gemacht. Man hat ihn mir schlichtweg verweigert! Beim Abschlußgespräch ,das ich selbst einfordern mußte!! legte man mir den "vorläufigen" Entlassbericht widerwillig vor. Was ich da gelesen habe war zum Teil völlig falsch. Angaben die ich bei der Anamnese gemacht habe wurden völlig falsch dargestellt, als ich der Ärztin beim Abschlussgespräch das mitteilte wurde sie laut und sehr gereizt. Ich stand nun einen Tag vor der Entlassung und bestand darauf einen Entlassbericht zu erhalten, jedoch verweigerte mir die Ärztin dies. Erst als ich bei meiner Hausärztin den Bericht zu Lesen bekam ,verstand ich auch warum mir die Ärztin den Bericht nicht zukommen lassen wollte. Sie hatte rein gar nichts geändert. Zudem hat man mir Therapien angedichtet die ich nie mitgemacht habe. Zum Glück hatte ich alle Pläne kopiert. Ich habe die RV Bund in Berlin angeschrieben und über diese Vorgehensweise dieser Klinik informiert. Es kam nach Wochen ein Schreiben mit dem Inhalt. "Es tut uns leid das die Rehamaßnahme nicht zum gewünschten Erfolg geführt habe." Es wurde keine Stellung dazu bezogen das bei dem Entlassbericht Therapien abgerechnet wurden die ich gar nicht gemacht habe. Wie auch immer.... falls ich jemals nochmal eine Reha machen sollte, werde ich mich genauso kritisch verhalten wie bei meiner letzten Rehamaßnahme.

von
Franz-Josef

Zitiert von: Gabi Brückner

Hallo,

Ich habe leider keine guten Erfahrungen bei meiner Rehamaßnahme bezüglich Entlassbericht gemacht. Man hat ihn mir schlichtweg verweigert! Beim Abschlußgespräch ,das ich selbst einfordern mußte!! legte man mir den "vorläufigen" Entlassbericht widerwillig vor. Was ich da gelesen habe war zum Teil völlig falsch. Angaben die ich bei der Anamnese gemacht habe wurden völlig falsch dargestellt, als ich der Ärztin beim Abschlussgespräch das mitteilte wurde sie laut und sehr gereizt. Ich stand nun einen Tag vor der Entlassung und bestand darauf einen Entlassbericht zu erhalten, jedoch verweigerte mir die Ärztin dies. Erst als ich bei meiner Hausärztin den Bericht zu Lesen bekam ,verstand ich auch warum mir die Ärztin den Bericht nicht zukommen lassen wollte. Sie hatte rein gar nichts geändert. Zudem hat man mir Therapien angedichtet die ich nie mitgemacht habe. Zum Glück hatte ich alle Pläne kopiert. Ich habe die RV Bund in Berlin angeschrieben und über diese Vorgehensweise dieser Klinik informiert. Es kam nach Wochen ein Schreiben mit dem Inhalt. "Es tut uns leid das die Rehamaßnahme nicht zum gewünschten Erfolg geführt habe." Es wurde keine Stellung dazu bezogen das bei dem Entlassbericht Therapien abgerechnet wurden die ich gar nicht gemacht habe. Wie auch immer.... falls ich jemals nochmal eine Reha machen sollte, werde ich mich genauso kritisch verhalten wie bei meiner letzten Rehamaßnahme.


Es wäre nicht schlecht, wenn die Reha-Ärzte mal ihre Version dazu schildern würden.
Wer weiß, wie es tatsächlich war.....

von
Franz-Josef

Zitiert von: Oli Kri

Ich freue mich auf weitere Berichte, welche Erfahrungen Sie mit dem Bericht gemacht haben und ob sie die Möglichkeit, diesen einzusehen, wahrgenommen haben.

Und wozu soll das gut sein?
Für eine repräsentative Statistik dürften die paar subjektiven Meinungsäußerungen wohl kaum ausreichen.
Aber wenn es Ihnen hilft, kann ich Ihnen mitteilen, dass ich meine bisherigen Befundberichte von Krankenhäusern, Reha-Kliniken, sowie von Gutachtern der DRV und vom MDK, immer ausgehändigt bekam und nie etwas zu beanstanden hatte.

Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich auch, dass sich einige Leute kränker fühlen als Sie tatsächlich sind.
Und wenn dann der Antrag auf die begehrte Frührente abgelehnt wird, muss natürlich der böse Gutachter schuld sein. Wer denn sonst?

von
Angela

Hallo,

ich habe den Bericht in der Rehaklinik (ambulant) angefordert und problemlos bekommen, musste allerdings für die Kopien zahlen.
Während der Reha hatte ich mich mit einigen Mitpatienten auch über dieses Thema unterhalten und ich war überrascht, wie wenig Interesse an diesen Berichten bestand.
Ein Hauptgrund dafür war, dass man diese Berichte doch sowieso in die Tonne kloppen könne, da die Rehaeinrichtung ein grösseres Interesse an der guten Beziehung zum Rentenversicherer als am Patienten hat.
Das habe ich hinterher, als ich den Bericht dann gelesen hatte, leider ähnlich gesehen. Mein Rehaarzt war voreingenommen und desinteressiert. Der Rehabericht in Kurzfassung: subjektiv klagt der Patient, objektiv ist alles ok. Alles hat sich durch die Reha verbessert.
Tatsächlich war es aber andersrum, da Beschwerden, die erst während der Reha dazukamen und vom Rehaarzt nur abgewunken und ignoriert wurden, ernste Gründe hatten, welche unmittelbar nach der Reha medizinisch festgestellt wurden.
Zu 2. also nein, der Bericht hat sich weder mit meiner Selbstbeurteilung noch mit der Beurteilung der anschliessend involvierten Fachärzte gedeckt.

von
Gabi Brückner

Hallo,

ich habe den Bericht in der Rehaklinik (ambulant) angefordert und problemlos bekommen, musste allerdings für die Kopien zahlen.
Während der Reha hatte ich mich mit einigen Mitpatienten auch über dieses Thema unterhalten und ich war überrascht, wie wenig Interesse an diesen Berichten bestand.
Ein Hauptgrund dafür war, dass man diese Berichte doch sowieso in die Tonne kloppen könne, da die Rehaeinrichtung ein grösseres Interesse an der guten Beziehung zum Rentenversicherer als am Patienten hat.
Das habe ich hinterher, als ich den Bericht dann gelesen hatte, leider ähnlich gesehen. Mein Rehaarzt war voreingenommen und desinteressiert. Der Rehabericht in Kurzfassung: subjektiv klagt der Patient, objektiv ist alles ok. Alles hat sich durch die Reha verbessert.
Tatsächlich war es aber andersrum, da Beschwerden, die erst während der Reha dazukamen und vom Rehaarzt nur abgewunken und ignoriert wurden, ernste Gründe hatten, welche unmittelbar nach der Reha medizinisch festgestellt wurden.
Zu 2. also nein, der Bericht hat sich weder mit meiner Selbstbeurteilung noch mit der Beurteilung der anschliessend involvierten Fachärzte gedeckt.

von
Angela

? Da ist wohl was mit dem Zitieren schief gelaufen.

von
Gabi Brückner

@ Franz -Josef

Was sollen denn die Ärzte vor Ort dazu sagen , ihrer Meinung nach? Eine Krähe hackt der anderen doch das Auge nicht aus!
Aber ein Mitarbeiter (kein Ehrenamtlicher) des VDK hat meine Anliegen in Berlin vorgetragen. Denn es kann nicht angehen,das ein Abschlußgespräch nur auf Anfrage statt findet. Das Therapiemaßnahmen abgerechnet werden die nie statt gefunden haben, das eine Ärztin falsche Angaben macht. Mitlerweile muß die Klinik ein Abschlußgespräch anbieten!

Sind sie vielleicht ein Mitarbeiter einer solchen Klinik?

von
Franz-Josef

Zitiert von: Gabi Brückner

@ Franz -Josef
Sind sie vielleicht ein Mitarbeiter einer solchen Klinik?

Nö, ich bin Frührentner, der schon einen dicken Aktenordner mit Befundberichten und Gutachten gefüllt hat und so gut wie nie etwas zu beanstanden hatte.
Es mag ja sein, dass nicht immer alles rund läuft, wie bei Ihnen.
Regelfälle sind das aber garantiert nicht.