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Wiedereingliederung ohne med. Reha möglich?

von
Philipp Schmitt

Hallo,
ich bin seit 9 Monaten krank geschrieben und die Krankenkasse hat mich aufgefordert, einen Reha- Antrag zu stellen. Ich möchte aber keine machen, weil ich in ein paar Wochen wieder gesund genug bin, um arbeiten zu gehen. Kann man auch eine Wiedereingliederung beim Arbeitgeber machen, ohne in Reha gewesen zu sein, oder ist diese dafür zwingend erforderlich?

von
Schorsch

Nein, eine Reha ist definitiv nicht zwingend erforderlich.
Wenden Sie sich ganz einfach an Ihren behandelnden Arzt, der die notwendigen Vordrucke zur beruflichen Wiedereingliederung ausfüllen wird, sofern er Sie für eingliederungsfähig hält.

MfG

von
Philipp Schmitt

Danke für die Info. Wissen Sie evtl. auch, wer dann die Kosten trägt? Schreibt mich der Arzt für die der Wiedereingliederung weiter krank und die Krankenkasse zahlt Krankengeld?

von
Schorsch

Zitiert von: Philipp Schmitt

Wissen Sie evtl. auch, wer dann die Kosten trägt? Schreibt mich der Arzt für die der Wiedereingliederung weiter krank und die Krankenkasse zahlt Krankengeld?

Sofern Ihr Arbeitgeber und Ihre Krankenkasse der Wiedereingliederung zustimmen, was im Regelfall eigentlich fast immer so sein wird, wären Sie weiterhin arbeitsunfähig und hätten Anspruch auf Krankengeld bis die individuelle Anspruchsdauer erreicht ist.

MfG

von
Philipp Schmitt

Vielen Dank, Sie haben mir sehr weiter geholfen. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend

von
Schorsch

Zitiert von: Philipp Schmitt

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend

Danke gleichfalls und gute Besserung!

MfG

von
KSC

Das sollten Sie sich aber sicherheitshalber noch von Ihrer Kasse absegnen lassen, denn Sie wissen ja dass Ihre Fragen das Recht der Krankenversicherung und nicht das Rentenrecht betreffen.

von
Philipp Schmitt

Ja, das weiß ich. Ich habe nur nirgendwo Informationen darüber gefunden, ob die Reha unbedingt absolviert werden muss. Denn nach so langer Krankheit gleich wieder voll einsteigen zu müssen, wäre schon ein bisschen heftig.
Mfg

von
Schorsch

Zitiert von: KSC

Das sollten Sie sich aber sicherheitshalber noch von Ihrer Kasse absegnen lassen,.....

Die vom Arzt ausgestellten Wiedereingliederungs-Vordrucke MÜSSEN ohnehin vom Versicherten, vom Arbeitgeber und von der Krankenkasse unterschrieben werden.
Sonst findet keine Wiedereingliederung statt.

Den Startschuss gibt der behandelnde Arzt ab.

MfG

von
Dietmar

Und wenn die Kasse Sie zum Rehaantrag aufgefordert hat werden Sie diesen auch innerh. der dafür vorgesehen First von 10 Wochen stellen MÜSSEN und zwar völlig unabhängig von der geplanten Wiedereingliederung und dessen Ausgang!

Die Kasse wird diese Aufforderung zur Reha mit 100% Sicherheit nicht zurückziehen Gründen ! Alleine schon deshalb weil während einer WE weiterhin Krankengeld durch die Kasse gezahlt wird und die WE ja auch scheitern KÖNNTE. Dann müsste die Kasse weiterhin Krankengeld zahlen und es
wäre eine Zeitverlust eingetreten . Das will die Kasse mit dem Rehaantrag ausschließen.

von
Schorsch

Zitiert von:

Und wenn die Kasse Sie zum Rehaantrag aufgefordert hat werden Sie diesen auch innerh. der dafür vorgesehen First von 10 Wochen stellen MÜSSEN und zwar völlig unabhängig von der geplanten Wiedereingliederung und dessen Ausgang!

Die Kasse wird diese Aufforderung zur Reha mit 100% Sicherheit nicht zurückziehen Gründen ! Alleine schon deshalb weil während einer WE weiterhin Krankengeld durch die Kasse gezahlt wird und die WE ja auch scheitern KÖNNTE. Dann müsste die Kasse weiterhin Krankengeld zahlen und es
wäre eine Zeitverlust eingetreten . Das will die Kasse mit dem Rehaantrag ausschließen.


Zitiert von:

Ich möchte aber keine machen, weil ich in ein paar Wochen wieder gesund genug bin, um arbeiten zu gehen.

Was soll also diese Panikmache?

Wenn der behandelnde Arzt den Patienten ohne Reha für eingliederungsfähig hält, kommt diese Wiedereingliederungsmaßnahme die Krankenkasse erheblich billiger, als wenn sie bis zum Reha-Beginn und im Anschluss daran Krankengeld zahlen muss.

Wie der behandelnde Arzt und die Krankenkasse des Versicherten reagieren werden, kann kein Außenstehender beurteilen.
Es ist durchaus möglich, dass sich der Fragesteller überschätzt und dass sein Arzt eine Wiedereingliederung ohne Reha nicht befürwortet.
Falls doch, wäre die Krankenkasse dumm, wenn Sie ihrem Versicherten Steine in den Weg legen würde.

MfG

von
Schorsch

Zitiert von: Schorsch

Was soll also diese Panikmache?
........

Nachtrag:

Da der DRV-Reha-Antrag vom Antragssteller begründet werden muss, wäre es sogar denkbar, dass die DRV diesen Reha-Antrag mit der Begründung, dass eine berufliche Wiedereingliederung auch ohne Reha möglich sein könnte, ablehnt.

Denn für die DRV steht noch viel mehr Geld auf dem Spiel.

MfG

von
Herz1952

Hallo Philipp Schmitt,

Sie sollten, um sicher zu gehen Widerspruch gegen die Aufforderung der Krankenkasse einlegen. Dieser hat "aufschiebende" Wirkung, d.h., solange nicht darüber entschieden wird, darf Ihnen die Krankenkasse das Krankengeld nicht verweigern.

Natürlich sollten Sie den Widerspruch begründen.

Hierrüber gibt es auch ein Urteil, dass der Widerspruch "aufschiebende Wirkung" hat.

Allerdings steht dies auch in den Richtlinien zum § 51 SGB V. Dort steht dieser Paragraf nicht alleine, sondern es folgt noch eine ganze "Herde" von Paragrafen und sogar weitere Gesetze mit ihren Paragrafen zu diesem Thema.

Es hätte eigentlich nicht einmal eines Urteils bedurft, wenn die Krankenkassen die Richtlinien gleich eingehalten hätten. Aber Fehler können nun mal vorkommen. Man darf auch nicht erwarten, dass man auf diese Möglichkeit hingewiesen wird, wenn es um das Krankengeld geht.

von
Philipp Schmitt

vielen Dank für die Rückmeldungen. Ich habe leider vergessen, dazu zu schreiben, dass die DRV die Reha bereits bewilligt hat. Die Krankenkasse zwingt ja zur Antragstellung unter Androhung der Einstellung des Krankengeldes wegen fehlender Mitwirkung, wenn man den Antrag nicht stellt. Somit bleibt keine andere Wahl.
Ich möchte jedoch keine Reha machen, weil es mir gut geht und lediglich die letzte OP "ausheilen" muss.
Ich hoffe, dass ich jetzt hier keinen Durcheinander veranstalte. Wenn ja, bitte ich um Entschuldigung.

von
Schorsch

Zitiert von: Philipp Schmitt

Ich habe leider vergessen, dazu zu schreiben, dass die DRV die Reha bereits bewilligt hat.

Nach wie vor wäre jetzt Ihr behandelnder Arzt der nächste Ansprechpartner.
Sollte der eine Wiedereingliedrungsmaßnahme ohne vorherige Reha befürworten, dürfte es meines Erachtens keine nennenswerten Probleme mit der Krankenkasse geben.

Sollte allerdings bereits der Reha-Antrittstermin von der Reha-Klinik mitgeteilt worden sein, könnte es anders laufen, weil Ihnen Ihre Krankenksse dann womöglich eine Hinauszögerungsstrategie unterstellen könnte, wenn Sie die Reha nicht antreten wollen.

MfG

von
Philipp Schmitt

Hallo Schorsch,
der Antrittstermin soll im Oktober sein. Bis dahin bin ich wieder soweit fit, um eine Wiedereingliederung zu machen. Ich hatte fast die gleiche OP vor ein paar Monaten. Daher lässt sich das ganz gut abschätzen.
Mfg

von
Schorsch

Zitiert von: Philipp Schmitt

der Antrittstermin soll im Oktober sein. Bis dahin bin ich wieder soweit fit, um eine Wiedereingliederung zu machen. Ich hatte fast die gleiche OP vor ein paar Monaten. Daher lässt sich das ganz gut abschätzen.

Unter diesen Umständen dürfte Ihre Krankenkasse wohl kaum etwas gegen eine Wiedereingliederungsmaßnahme ohne vorherige Reha einzuwenden haben.

Viel Erfolg!

MfG

von
Herz1952

Hallo Philipp Schmitt,

auch wenn der Reha-Termin schon feststeht und verschoben werden müsste, muss dies von der RV/Reha-Klinik aktzepiert werden. Reha-Maßnahmen sind immer freiwillig und außerhalb der Mitwirkungspflicht. Sie können noch einen Tag vorher absagen, ohne Konsequenzen. Unterstellung sind zwar möglich, aber nicht erlaubt.

Ansonsten denke ich, dass wie Schorsch bereits geschrieben hat, die Angelegenheit "glatt über die Bühne" geht. Außerdem nehme ich an, dass der Kostenträger RV kein Interesse daran hat, eine womöglich überflüssige Reha zu bezahlen. Es gibt auch leider keine Erfolgsgarantie für eine Reha.

von
Herz1952

Hallo Philipp Schmitt,

nicht die Krankenkasse ist für Ihre Reha zuständig (diese leitet den Antrag nur weiter), sondern die RV. Sie sollten Ihre Absichten deshalb an die Rentenversicherung weitergeben, dass diese vielleicht noch über die Reha-Maßnahme entscheiden kann. Diese kann nämlich auch die Reha mit der Begründung ablehnen, dass Ihre Erwerbsminderung nicht gefährdet ist. Als weitere Behandlungsmaßnahme kann Sie "krank zu Hause" wählen.

Im übrigen ist zur Bewilligung einer Reha-Maßnahme explizit das Einverständnis des Rehabilitanten, bzw. Antragstellers notwendig. (Richtlinien zur Bewilligung einer Reha).

Die Krankenkassen meinen es zwar gut mit Ihnen, denken aber an das zu zahlende Krankengeld und die Abwälzung der Kosten (Reha und Übergangsgeld) an die Rentenversicherung.

Außerdem setzt die RV höhere Maßstäbe an eine Reha an, als es den "Wünschen" der Krankenkasse recht ist. Die Unterlagen die die Krankenkassen vorliegen haben sind oft nicht vollständig und aussagekräftig.

von
Philipp Schmitt

Vielen Dank für die Informationen. Sie haben mir sehr weitergeholfen und endlich Licht ins Dunkel gebracht.