Wieviel monatliche Rente bringen etwa 5 Jahre einzahlen

von
Die Uschi

Ich bin 45 Jahre und bekomme 420€ Erwerbsminderungsrente. Einfach, weil ich nicht besonders viele Jahre eingezahlt hab.
Jetzt mal angenommen, ich hätte 5 Jahre länger durchgehalten ( verdienst 1300€ Brutto), wieviel mehr hätte das an Rente gebracht? Oder bzw, wenn ich nicht diese Lücken gehabt hab, sondern von jungen Jahren bis heute eingezahlt hätte? Ich wollte nur mal wissen, ob sich das extrem bemerkbar gemacht hätte oder gar nicht soviel weniger?

von
Rentenuschi

O.k. dann fangen wir mal an:

1300,- EUR x 12 Monate sind 15.600,- EUR jährlicher Verdienst.

Entgeltpunkte werden errechnet, indem das Jahres(brutto)gehalt durch das Durchschnittsentgelt des gleichen Jahres dividiert wird.

Entgeltpunkte (West) für

2014: 15600,- EUR : 34.514,- EUR = 0,4520 Entgeltpunkte

2015: 15600,- EUR : 35.363,- EUR = 0,4411 Entgeltpunkte

2016: 15600,- EUR : 36.187,- EUR = 0,4311 Entgeltpunkte

2017: 15600,- EUR : 37.103,- EUR = 0,4205 Entgeltpunkte

2018: 15600,- EUR : 37.873,- EUR = 0,4120 Entgeltpunkte

insgesamt: 2,1567 Entgelpunkte.

Die monatliche Rentenhöhe wird errechnet, indem die Entgeltpunkte mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert werden. Dieser beträgt seit dem 01.07.2018 32,03 EUR.
Daraus ergibt sich ein monatlicher Rentenbetrag in Höhe von 69,08 EUR (wenn keine Rentenabschläge berücksichtigt werden).

Das bedeutet, Sie hätten 69,08 EUR mehr Rente, wenn Sie 5 weitere Jahre gearbeitet hätten.

ABER:

Diese Rechnung beinhaltet NICHT, die für 5 Jahre fehlende Zurechnungszeit, die Ihnen beim Weiterarbeiten nicht angerechnet werden würden, in Ihrer Erwerbsminderungsrente aber jetzt enthalten sind.
Und bevor Sie fragen: dieser Wert kann in diesem Forum nicht errechnet werden, weil er abhängig ist von Ihrem individuellen Versicherungsverlauf.
Es ist aber zu vermuten, dass ihre Rente auch bei 5-jährigem Weiterarbeiten nicht signifikant höher (gewesen) wäre, da der Verdienst relativ gering ist und die Zurechnungszeit eben diesen Verdienstausfall ja ersetzen soll.

MfG

von
W*lfgang

Zitiert von: Rentenuschi
ABER:

Diese Rechnung beinhaltet NICHT, die für 5 Jahre fehlende Zurechnungszeit, die Ihnen beim Weiterarbeiten nicht angerechnet werden würden, in Ihrer Erwerbsminderungsrente aber jetzt enthalten sind.
Und bevor Sie fragen: dieser Wert kann in diesem Forum nicht errechnet werden, weil er abhängig ist von Ihrem individuellen Versicherungsverlauf.
Es ist aber zu vermuten, dass ihre Rente auch bei 5-jährigem Weiterarbeiten nicht signifikant höher (gewesen) wäre, da der Verdienst relativ gering ist und die Zurechnungszeit eben diesen Verdienstausfall ja ersetzen soll.

Ergänzend:

Hallo Die Uschi,

ist Ihr Bescheid vor 2018 erstellt worden, dann schauen Sie in die Anlage "Entgeltpunkte für beitragsfreie und beitragsgeminderte Zeiten". Die Zurechnungszeit wird gleich am Anfang bewertet - ist der Faktor dort höher als 0,0375, hätte die Weiterarbeit zu keiner höheren Rente geführt/eher das Gegenteil.

Gruß
w.

von
Die Uschi

Ok, vielen Dank.
Wieso bekomme ich dann jedoch so wenig Rente?
Ich dachte immer, das läge daran, weil ich zwischendurch immer Lücken hatte.
Also die Lücken machen gar nichts ( Hartz4)?

von
W*lfgang

Zitiert von: Die Uschi
Wieso bekomme ich dann jedoch so wenig Rente?

Hallo Die Uschi,

jede Rente/die Höhe, hat Ihre Ursache in dem bis dahin vorangegangenem Versicherungs-/Beschäftigungs-/Sozialleistungsleben. Wenn die Werte/Verdienste aller Zeiten bis dahin einfach mau waren, ist auch die Hochrechnung bis zum Alter dafür genauso mau. Wer wenig einzahlt, erhält auch wenig ausgezahlt ...

Da ist es doch egal, ob 200 /400 /600 /800 EUR als Rente erreicht worden sind - Sie sind bei allen 'höheren' Renten weiterhin auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen/erhalten Sie.

Mag 'blöd' klingen, aber sein Sie doch froh über die Aufstockung angesichts der geringen Eigenleistung in der DRV - den Vergleich mit anderen Staaten, wo Sie weder Zurechnungszeit in der DRV noch ergänzende Sozialleistungen erhalten würden, will ich gar nicht machen ...geschweige denn, wo Sie leider mit Ihren erwerbsgeminderten Einschränkungen eine bessere soziale Absicherung erreicht hätten.

Gruß
w.

von
Uschi

Dann hab ich jetzt richtig verstanden: länger einzahlen bringt gar nichts, man hätte paar Jahre wenigstens höher einzahlen müssen?

von
Rentenuschi

Zitiert von: Uschi
Dann hab ich jetzt richtig verstanden: länger einzahlen bringt gar nichts, man hätte paar Jahre wenigstens höher einzahlen müssen?

Im Fall der Erwerbsminderungsrente bringt länger zahlen nicht unbedingt etwas.
Der Grund dafür ist, dass die Zurechnungszeit, die bei der Berechnug einer EM-Rente enthalten ist, den zukünftigen Verdienstausfall ausgleichen soll. Sie werden also, grob gesagt, so gestellt, als wenn Sie bis zum 65. Lebensjahr gearbeitet hätten.

Tatsächlich hätte ein höheres Einkommen deutlicher zur Rentensteigerung beigetragen.

Deshalb gibt es Menschen, die zwar 45 Jahre lang gearbeitet haben, aber ein so niedriges Einkommen hatten, dass Sie am Ende Grundsicherung beantragen müssen.

MfG

von
Rentenuschi

Zitiert von: Die Uschi
Ok, vielen Dank.
Wieso bekomme ich dann jedoch so wenig Rente?
Ich dachte immer, das läge daran, weil ich zwischendurch immer Lücken hatte.
Also die Lücken machen gar nichts ( Hartz4)?

Doch, Lücken machen etwas aus, denn der Wert der Zurechnungszeit bestimmt sich nicht nur nach den Beitragszeiten, sondern, wieder grob gesagt, aus dem Verhältnis zwischen den Beitragszeiten, beitragsfreien Zeiten (Schule, H4) und Lücken im Versicherungsverlauf.

MfG

von
Uschi

Ich muss noch mal nachfragen:
( nur um zu wissen, ob ich jetzt richtig verstanden hab)

Bei Erwerbsminderungsrente spielt es keine Rolle, ob ich bis 40,45 oder 50 gearbeitet hab? Es wäre nahezu immer die gleiche Höhe ( bis auf wenige Euro) oder evtl sogar weniger?
Jedoch die Lücken in der Mitte der beruflichen Laufbahn machen schon was aus?

Also jemand, der von 16-40 straight durchgearbeitet hat, bekäme mehr Erwerbsminderungsrente
Als jemand, der zwar bis 50 Jahre durchgearbeitet hat, aber 10 Jahre Lücken in der beruflichen Laufbahn hat?

von
Rentenuschi

Zitiert von: Uschi

Also jemand, der von 16-40 straight durchgearbeitet hat, bekäme mehr Erwerbsminderungsrente
Als jemand, der zwar bis 50 Jahre durchgearbeitet hat, aber 10 Jahre Lücken in der beruflichen Laufbahn hat?

Bei annähernd gleichem Verdienst, ja!

MfG

von
Maurice H.

Zitiert von: Uschi
Ich muss noch mal nachfragen:
( nur um zu wissen, ob ich jetzt richtig verstanden hab)

Bei Erwerbsminderungsrente spielt es keine Rolle, ob ich bis 40,45 oder 50 gearbeitet hab? Es wäre nahezu immer die gleiche Höhe ( bis auf wenige Euro) oder evtl sogar weniger?
Jedoch die Lücken in der Mitte der beruflichen Laufbahn machen schon was aus?

Also jemand, der von 16-40 straight durchgearbeitet hat, bekäme mehr Erwerbsminderungsrente
Als jemand, der zwar bis 50 Jahre durchgearbeitet hat, aber 10 Jahre Lücken in der beruflichen Laufbahn hat?

Zum einfachen Verständnis ergänzend zur guten Erklärung von Rentenuschi:
Am Stichtag des Renteneintritts in die EM-Rente werden die bis zu dem Tag erreichten durchschnittlichen monatsgenauen EGP (z.B. 0,05 EGP/Monat) auf die verbleibenden Monate bis z.B. 62. Lebensjahr hochgerechnet. Somit könnte, wenn man noch fünf Jahre weitergearbeitet hätte, die EM-Rente dann auch durchaus geringer ausfallen.

von
Uschi

Alles klar, vielen Dank

Experten-Antwort

Hallo Uschi,

die Hochrechnung einer Rente wegen Erwerbsminderung hängt maßgeblich davon ab, was bis zum Eintritt der Erwerbsminderung durchschnittlich eingezahlt worden ist. Inwieweit Sie diesen Beitragsdurchschnitt durch eine 5 Jahre längere Arbeitszeit evtl. hätten beeinflussen können, kann nicht beurteilt werden. Lücken im Versicherungsverlauf machen sich bei der Hochrechnung negativ bemerkbar.

von
Wolf

Zitiert von: Experte/in
Hallo Uschi,

Lücken im Versicherungsverlauf machen sich bei der Hochrechnung negativ bemerkbar.

Außer Hochschulstudium!

von
DRV

Zitiert von: Wolf
Zitiert von: Experte/in
Hallo Uschi,

Lücken im Versicherungsverlauf machen sich bei der Hochrechnung negativ bemerkbar.

Außer Hochschulstudium!

Ein Studium ist aber keine Lücke!

von
Wolf

Zitiert von: DRV
Zitiert von: Wolf
Zitiert von: Experte/in
Hallo Uschi,

Lücken im Versicherungsverlauf machen sich bei der Hochrechnung negativ bemerkbar.

Außer Hochschulstudium!

Ein Studium ist aber keine Lücke!

Ein Hochschulstudium mit 0,0 EGP pro Jahr ist hinsichtlich Altersrente schon eine gefühlte Lücke. Bei der EM-Rente wird diese ‚Lücke‘ geschlossen.

von
Unwissende

Zitiert von: Wolf

Ein Hochschulstudium mit 0,0 EGP pro Jahr ist hinsichtlich Altersrente schon eine gefühlte Lücke. Bei der EM-Rente wird diese ‚Lücke‘ geschlossen.

Starker Tobak!

Ein Hochschulstudium wird auch bei EM-Renten mit 0,0 EGP pro Jahr bewertet. Da gibt es keinerlei Unterschied zur Berechnung einer Altersrente.

von
Wolf

Zitiert von: Unwissende
Zitiert von: Wolf

Ein Hochschulstudium mit 0,0 EGP pro Jahr ist hinsichtlich Altersrente schon eine gefühlte Lücke. Bei der EM-Rente wird diese ‚Lücke‘ geschlossen.

Starker Tobak!

Ein Hochschulstudium wird auch bei EM-Renten mit 0,0 EGP pro Jahr bewertet. Da gibt es keinerlei Unterschied zur Berechnung einer Altersrente.

Nö, die Zeiten des Studiums werden komplett gestrichen. Verstehen Sie den Unterschied?

von
DRV

Zitiert von: Wolf
Zitiert von: DRV
Zitiert von: Wolf
Zitiert von: Experte/in
Hallo Uschi,

Lücken im Versicherungsverlauf machen sich bei der Hochrechnung negativ bemerkbar.

Außer Hochschulstudium!

Ein Studium ist aber keine Lücke!

Ein Hochschulstudium mit 0,0 EGP pro Jahr ist hinsichtlich Altersrente schon eine gefühlte Lücke. Bei der EM-Rente wird diese ‚Lücke‘ geschlossen.

Vielleicht beschäftigen Sie sich besser nochmal mit dem Thema Rentenberechnung und melden sich dann nochmal.

von
Wolf

Kaum jemand hier kapiert, dass die Zeiten für ein Hochschulstudium bei der EM-Rente aus der Erwerbsbiografie ‚ausradiert‘ werden. Kann doch nicht so schwer sein.