Witwe / Witwenrente

von
Sabine Klein

Guten Tag,

mein Mann ist vor kurzem gestorben. Ich werde voraussichtlich etwa 852 Witwenrente erhalten. Da ich aber noch ganztägig beschäftigt bin und beziehe ein Bruttogehalt von 2.950 Euro. Ein Bekannter von mir sagte mir, da würde aber bestimmt von der Witwenrente nicht mehr viel übrig bleiben. Stimmt das? Und wenn ja, welche Alternativen habe ich noch?

Gruß
S. Klein

von Experte/in Experten-Antwort

Das Bruttogehalt von 2950 € wird zunächst in ein fiktives Nettogehalt umgerechnet indem man 40% abzieht, somit bleibt ein Netto von 1770 €. Das übersteigt den aktuellen Freibetrag (819 €) um 951 €. Um 40% des übersteigenden Betrages, also um 380 € wird die zu erwartende Witwenrente gekürzt. Wenn die ungekürzte Rente 852 € beträgt, bekommen Sie etwa 470 €.(centgenau ist das nicht gerechnet).

von
Sabine Klein

Zitiert von:

Das Bruttogehalt von 2950 € wird zunächst in ein fiktives Nettogehalt umgerechnet indem man 40% abzieht, somit bleibt ein Netto von 1770 €. Das übersteigt den aktuellen Freibetrag (819 €) um 951 €. Um 40% des übersteigenden Betrages, also um 380 € wird die zu erwartende Witwenrente gekürzt. Wenn die ungekürzte Rente 852 € beträgt, bekommen Sie etwa 470 €.(centgenau ist das nicht gerechnet).

Hallo Ecperten,

soweit sogut. Das habe ich verstanden. Das ist ja sehr viel diese 380 Euro, die mir bei meiner Planung fehlen. Gibt es Möglichkeiten, die Kürzung der Hinterbliebenenrente zu miniminimieren?
Danke.

Grüße

von
Konrad Schießl

Angst machen gilt nicht, dennoch etliche Zahlen hierzu:
Setze voraus, kein Freibetrag für ein Kind. Es gilt in der Regel immer das 26.4
fach des gültigen Rentenwertes, 30,45 Euro ab 1.7.2017 31,03 x 26,4= 819,19 E.

2950 Brutto gekürzt-Pauschale für Abzüge 40%
1180,00
----------
1770,-- -
0819,19 Anrechnungsfrei
----------
0950,81 mit 40% Eur380,32 Kürzung der Bruttorente abzüglich Beiträge vom

neuen Brutto Betrag.
Das eigene Einkommen von 2950 bleibt erhalten.

MfG.

von Experte/in Experten-Antwort

Wenn Sie Ihren eigenen Verdienst reduzieren würde die Witwenrente steigen.

Aber bei 100 € weniger Nettolohn, hätten Sie 40 € weniger an Kürzung - bei allem also noch monatlich 60 € weniger im Geldbeutel - ob sich das rechnet, ist Ihre individuelle Entscheidung.

von
Eddie Kaufmann

Zitiert von:

Zitiert von:

Das Bruttogehalt von 2950 € wird zunächst in ein fiktives Nettogehalt umgerechnet indem man 40% abzieht, somit bleibt ein Netto von 1770 €. Das übersteigt den aktuellen Freibetrag (819 €) um 951 €. Um 40% des übersteigenden Betrages, also um 380 € wird die zu erwartende Witwenrente gekürzt. Wenn die ungekürzte Rente 852 € beträgt, bekommen Sie etwa 470 €.(centgenau ist das nicht gerechnet).

Hallo Ecperten,

soweit sogut. Das habe ich verstanden. Das ist ja sehr viel diese 380 Euro, die mir bei meiner Planung fehlen. Gibt es Möglichkeiten, die Kürzung der Hinterbliebenenrente zu miniminimieren?
Danke.

Grüße

Ein völlig legales Minimierungsmodell wird aktuell z.B. hier beschrieben:
https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=1889

"Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann."
Marie von Ebner-Eschebach

Mit anderen Worten: Lebenszeit, die Zeit zum Leben, ist wertvoller als Geld.

von
W*lfgang

Zitiert von: Sabine Klein
Gibt es Möglichkeiten, die Kürzung der Hinterbliebenenrente zu miniminimieren?
Sabine Klein,

gibt es, durch Reduzierung des eigenen Einkommens. Das ist dann aber zur kurz gedacht, da Sie in der Summe immer weniger haben werden. *)

Wenn man jetzt um 3 Ecken denkt, 'wandeln' Sie 450 EUR Ihres Bruttogehalts in einen versicherungspflichtigen Minijob um. Sie zahlen davon dann 16,65 RV-Beitrag und ggf. 2 % pauschale Lohnsteuer, dieser SV-pflichtige Minijob wird dann auch nur mit 40 % auf die Witwenrente angerechnet. In der Summe sind Ihre tatsächlichen Abgaben (insb. Steuern/Progression) möglicherweise kleiner.

Die reine 'Umwandlung/Aufsplittung' führt aber nicht dazu, dass nicht doch weiterhin ein einheitliches Arbeitsverhältnis mit nicht unterschiedlichen Bewertungen vorliegt - so leicht geht es dann doch nicht. Und, ob sich das Rechenspielchen lohnt, kann letztendlich nur unter Zuhilfenahme eines Steuerberaters geklärt werden.

*) Mein Credo: verdienen Sie selbst so viel wie Sie schaffen - und wenn die ganze Witwenrente flöten geht ...unterm Strich ist es immer mehr, natürlich auch später in Kombination mit der eigenen Altersrente. Daneben gibt es aber auch Aspekte, wie Arbeitsaufwand /Freizeit /und der monetäre Bonus/Malus dafür zu berücksichtigen, was dann eine persönliche Entscheidung ist.

Es mag zunächst pietätlos klingen, aber denken Sie vielleicht auch daran, dass eine Witwenrente nicht ewig laufen wird/Wiederheirat und Sie dann ggf. aus einem jetzt reduzierten Arbeitsverhältnis nicht mehr in Vollzeit wechseln können.

Gruß
w.