Witwenrente Arbeitsunfall

von
Dretel

Hallo,

kann mir jemand mit einfachen Worten erklären wie sich die Witwenrente bei einem Arbeitsunfall berechnet?
Ich bin 44 Jahre und waren 12 Jahre verheiratet.

DAnke

von
W*lfgang

Hallo Dretel.

ich gehe davon aus, dass Ihr Ehemann durch Arbeitsunfall ums Leben kam und nun sowohl ein Anspruch auf Witwenrente (WR) aus der Rentenversicherung wie auch der Unfallversicherung (UWR) besteht.

Zunächst ist neues Hinterbliebenenrentenrecht (55 %) in der Rentenversicherung anzuwenden, ggf. kommt nur die 'kleine' Witwenrente (20 %) zum Tragen - aber das ist insgesamt eine weitere Erklärungsbaustelle.

Treffen WR und UWR zusammen, kommt es zum Zusammentreffen von Renten, die gegeneinander 'aufzurechnen' sind. Vorrangig wird die UWR in voller Höhe ausgezahlt. Die kann aber dazu führen, das die WR zu einem großen Teil um den Betrag der UWR zu kürzen ist. Das hängt davon ab, wie hoch der Arbeitsverdienst (JAV) Ihres Mannes im letzten Jahr vor dem Unfall gewesen – danach wird die UWR berechnet.

Vom JAV werden 70 % ermittelt, geteilt durch 12, das ist der so genannte mtl. Grenzbetrag. Wird der bei WR und UWR überschritten, wird die WR gekürzt.

Daneben können sich auch noch andere (eigene, nicht durch Tod abgeleitete) Einkommensarten auf die Höhe der WR auswirken, wie z.B. eigenes Beschäftigungseinkommen, Mieten, Pachten, Zinserträge ...

In diesem Merkblatt finden Sie ein Berechnungsschema:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/BayernSued/de/Inhalt/Allgemeines/Pool_BY/Zahlen_und_Tabellen/ZuT_2016_7a.html

Nein Dretel, mit einfachen Worten ist das wirklich nicht zu erklären, weil hier kleine/große WR vorliegen kann, etwaige erhöhende Freibeträge unbekannt sind, und auch die Kinderkomponente – die die 55 % nach oben erhöhen würde – unbekannt ist. Daneben könnte auch noch ein Rentensplitting interessant sein.

Sind Sie jetzt komplett 'verwirrt'? ...das war erst der Anfang - und das war schon einfach erklärt ;-)

In der nächsten Beratungsstelle geht das viel einfacher.

Gruß
w.

von
dretel

Hallo Wolfgang,

zunächst Danke für die Antwort.
Sehe ich das grob richtig, das ich 70 % des monatlichen Nettolohns ausbezahlt bekomme?
Da dieses mehr ist als die kleine Witwenrente (25 % von seiner ihm zustehenden Rente bei infalität aus der Renteninformation) bleibt es dann bei dieser Summe.

Lieben Dank im Voraus

von
Herz1952

Zitiert von: dretel

Hallo Wolfgang,

zunächst Danke für die Antwort.
Sehe ich das grob richtig, das ich 70 % des monatlichen Nettolohns ausbezahlt bekomme?
Da dieses mehr ist als die kleine Witwenrente (25 % von seiner ihm zustehenden Rente bei infalität aus der Renteninformation) bleibt es dann bei dieser Summe.

Lieben Dank im Voraus


" infalität" ist das nicht süss.

von Experte/in Experten-Antwort

Wie W*lfgang schildert, finden die Nichtleistungsvorschriften beim Zusammentreffen von Hinterbliebenenrenten der Unfallversicherung mit einer Hinterbliebenenrente der gesetzlichen Rentenversicherung Anwendung. Der sogenannte Grenzbetrag beträgt ein Zwölftel von 70 Prozent der Jahresarbeitsverdienstgrenze der Unfallversicherung. Die Ermittlung Ihrer Ansprüche bedarf einer Einzelfallprüfung (Beratungsstelle der DRV). Die weiteren Faktoren sind zu speziell, um hier eine „Lösung“ zu finden.

von
Jonny

Fast richtig. Allerdings erwähnt § 93 Abs. 3 SGB VI noch den Rentenartfaktor.

(3) Der Grenzbetrag beträgt 70 vom Hundert eines Zwölftels des Jahresarbeitsverdienstes, der der Berechnung der Rente aus der Unfallversicherung zugrunde liegt, vervielfältigt mit dem jeweiligen Rentenartfaktor für persönliche Entgeltpunkte der allgemeinen Rentenversicherung;

Also 70 % des JAV * 0,55 bei großer und 0,25 bei kleiner Witwenrente.

Meint jedenfalls nach Blick ins Gesetz
Jonny