Zuverdienst ohne Minijob bei voller Erwerbsminderungsrente

von
Unwissende

Zitiert von: Katrin
Ich fürchte, ihr habt Recht.
Zumindest könnte ich so aber auch noch ein bisschen Rentenversicherung einzahlen

Hallo Katrin,

leider wird sich selbst das wahrscheinlich nicht lohnen. In Ihrer Rente wegen voller Erwerbsminderung wurde für die Zeit ab Eintritt der Erwerbsminderung bis ca. zum 60. oder 62. Lebensjahr eine Zurechnungszeit anerkannt. Die Zurechnungszeit vor und während des Bezugs der EM-Rente wird als Anrechnungszeit in Ihre spätere Altersrente übernommen.

Zahlen sie nun neben der EM-Rente Beiträge zur Rentenversicherung, die niedriger zu bewerten sind als die Zurechnungszeit, haben Sie von diesen Beiträgen bei der späteren Altersrente leider überhaupt nichts.

Bei einer niedrig entlohnten Beschäftigung mit einem Entgelt zwischen 450,- und 530,- Euro dürften sich Rentenbeiträge für Sie regelmäßig nicht lohnen, weil sie wahrscheinlich niedriger bewertet werden als Ihre Zurechnungszeit.

von
Katrin

Oh, senke ich meine Altersrente damit ggf sogar?

von
Unwissende

Zitiert von: Katrin
Oh, senke ich meine Altersrente damit ggf sogar?

Auch das ist möglich!

von
HotRod

Zitiert von: Unwissende
Zitiert von: Katrin
Oh, senke ich meine Altersrente damit ggf sogar?

Auch das ist möglich!

Das ist noch ein Grund dafür, Erwerbsarbeit möglichst zu vermeiden!

von
Arne Banane

Hallo, ich beziehe derzeit Erwerbsminderungsrente und zusätzlich Grundsicherung. Macht es Sinn, einen 450 Euro Job aufzunehmen? Ich würde von montags bis donnerstags arbeiten gehen für 3 Stunden, muss ich da was beachten?

von
Tom

Zitiert von: Arne Banane
Hallo, ich beziehe derzeit Erwerbsminderungsrente und zusätzlich Grundsicherung. Macht es Sinn, einen 450 Euro Job aufzunehmen? Ich würde von montags bis donnerstags arbeiten gehen für 3 Stunden, muss ich da was beachten?

Wenn Sie die volle EMR erhalten, dann sollten Sie täglich unter 3 Stunden bleiben. Das ist Voraussetzung für ein volle EMR.

von
asfdf

ich würde nicht für 525 € arbeiten, nach Abzug der Sozialabgaben bleiben dir gerade mal 410 €... dann lieber "nur" 450 €

von
W*lfgang

Zitiert von: Arne Banane
Hallo, ich beziehe derzeit Erwerbsminderungsrente und zusätzlich Grundsicherung. Macht es Sinn, einen 450 Euro Job aufzunehmen? Ich würde von montags bis donnerstags arbeiten gehen für 3 Stunden, muss ich da was beachten?

Hallo Arne Banane,

denken Sie daran, dass die Grundsicherung eine Sozialleistung ist und ergänzend zum notwendigen Lebensunterhalt gezahlt wird - nach Anrechnung eigener Einkünfte.

Bisher wird die kleine EM-Rente gegengerechnet, künftig dann auch zusätzlich der Minijob. Fragen Sie in Ihrem Sozialamt/Grundsicherungsstelle nach, ob/in welchem Umfang der Minijob anzurechnen ist ...was von der Grundsicherung noch übrig bleibt.

Zu beachten ist, dass Sie verpflichtet sind, der DRV Ihre Beschäftigungsaufnahme (möglichst mit Art der Tätigkeit, zeitlicher Beschäftigungsumfang, erwarteter Verdienst) mitzuteilen, um sich das OK "geht, kein Problem für die EM-Rente" bestätigen zu lassen.

Gruß
w.
PS: > @Tom: Wenn Sie die volle EMR erhalten, dann sollten Sie täglich unter 3 Stunden bleiben. Das ist Voraussetzung für ein volle EMR.

...was dafür Voraussetzung ist nun nicht, wird nicht absolut durch eine Beschäftigungszeit bestimmt ;-)

von
Klar

Zitiert von: Arne Banane
Hallo, ich beziehe derzeit Erwerbsminderungsrente und zusätzlich Grundsicherung. Macht es Sinn, einen 450 Euro Job aufzunehmen? Ich würde von montags bis donnerstags arbeiten gehen für 3 Stunden, muss ich da was beachten?

Bei Grundsicherung nach SGB XII gibt keine Freibeträge wie bspw beim ALG2.

Jeder Euro wird sofort angerechnet, jedoch werden 30 % abgezogen als Anteil zur freien Verfügung. Maximal bis zur RB 1. Bei einem 450 Euro Job bleiben Ihnen also 135 € der Rest wird angerechnet. Weiterhin besteht auch für die Sozialbehörde ein Recht nach SGB XII Ihre EM anzuzweifeln und eine Begutachtung bei der DRV zu beauftragen.

von
Collin

Zitiert von: Klar
Zitiert von: Arne Banane
Hallo, ich beziehe derzeit Erwerbsminderungsrente und zusätzlich Grundsicherung. Macht es Sinn, einen 450 Euro Job aufzunehmen? Ich würde von montags bis donnerstags arbeiten gehen für 3 Stunden, muss ich da was beachten?

Bei Grundsicherung nach SGB XII gibt keine Freibeträge wie bspw beim ALG2.

Jeder Euro wird sofort angerechnet, jedoch werden 30 % abgezogen als Anteil zur freien Verfügung. Maximal bis zur RB 1. Bei einem 450 Euro Job bleiben Ihnen also 135 € der Rest wird angerechnet. Weiterhin besteht auch für die Sozialbehörde ein Recht nach SGB XII Ihre EM anzuzweifeln und eine Begutachtung bei der DRV zu beauftragen.

Gleichberechtigung gibt es bei SGB XII nicht? Warum der Unterschied bei den Anrechnungen? Verfassungsgemäß?

von
KSC

Ihr alle wisst aber schon dass die DRV die Gesetze nicht macht, sondern lediglich das umsetzt was die Politik entscheidet.
Wer also grundsätzlich unzufrieden ist, sollte sich bei seinen gewählten Vertretern in den Parlamenten vorbringen und nicht seinen Frust auf "den Beamten der DRV" abladen.

Und daher sind sie letzten Beiträge hier allesamt nicht zielführend, weil sie eigentlich nicht in dieses Forum gehören.

von
EM

Zitiert von: Experte/in
Zitiert von: Katrin
Also ist 525€ Brutto pro Monat dauerhaft möglich oder nicht?

Hallo Katrin,

es gibt keine monatliche Hinzuverdienstgrenze mehr sondern nur noch eine jährliche, die bei 6.300 Euro liegt.
Solange sie diese Grenze nicht überschreiten, wird Ihre Rente auch nicht gekürzt. Hier geht es aber ausschließlich um die Anrechnung Ihres Hinzuverdienstes.

Bei einer Rente wegen voller Erwerbsminderung kommt es aber auch darauf an, ob Sie im Rahmen Ihres Leistungsvermögens (also weniger als 3 Stunden täglich) hinzuverdienen. Bei einem Verdienst von bis zu 450 Euro im Monat, also im Rahmen eines Minijobs, dürfte dies so sein.

Mich interessiert die Anrechnung was bzgl. der 6300€ als Einkommen gilt. Beim Minijob 14x 450€=6300€/a ist dies klar. Leistungsvermögen < 3 Std und Meldepflicht jeder Beschäftigungsaufnahme ist auch klar. Wenn man aber z.B. einen lukrativen Spezialistenjob bekommen könnte und mit z.B. 20 Stunden im Monat und max. 5 Stunden die Woche über mehrere Tage verteilt gemäss freier Zeiteinteilung auf 600€ monatlich käme? Dies wäre dann kein pauschalversteuerter Minijob sondern eine reguläre Tätigkeit, die in der Einkommensteuererklärung unter "Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit" mit einem "Bruttoarbeitslohn" von 7200€ erscheint, nach Abzug des Arbeitnehmerpauschbetrags in Höhe von 1000€ aber nur mit "Einkünften" von 6200€ in die weitere Einkommenssteuerberechnung eingeht.
Oder kurz gesagt, berücksichtigt die DRV bei einer nicht pauschal versteuerten Tätigkeit (kein Minijob) den Arbeitnehmerpauschbertrag bei der Hinzuverdienstgrenze von 6300€, ähnlich wie z.B. die GKV bzgl. der Einkommensgrenzen der Familienversicherung?? Denn dann läge man mit 6200€ unter der Grenze von 6300€/a, ansonsten mit 7200€ darüber.

von
Schade

Das wäre dann eine ganz normale RV pflichtige Beschäftigung innerhalb der Gleitzone und wäre mit 12 x 600 =7200 € als Zuverdienst zu berücksichtigen.

Liegt also aufs Jahr betrachtet über der Grenze vom 6300 und führt nach der Formel überschreitender Betrag geteilt durch 12 davon 40 % zu einer entsprechend gekürzten Teilrente.

Experten-Antwort

Zitiert von: EM
Zitiert von: Experte/in
Zitiert von: Katrin
Also ist 525€ Brutto pro Monat dauerhaft möglich oder nicht?

Hallo Katrin,

es gibt keine monatliche Hinzuverdienstgrenze mehr sondern nur noch eine jährliche, die bei 6.300 Euro liegt.
Solange sie diese Grenze nicht überschreiten, wird Ihre Rente auch nicht gekürzt. Hier geht es aber ausschließlich um die Anrechnung Ihres Hinzuverdienstes.

Bei einer Rente wegen voller Erwerbsminderung kommt es aber auch darauf an, ob Sie im Rahmen Ihres Leistungsvermögens (also weniger als 3 Stunden täglich) hinzuverdienen. Bei einem Verdienst von bis zu 450 Euro im Monat, also im Rahmen eines Minijobs, dürfte dies so sein.

Mich interessiert die Anrechnung was bzgl. der 6300€ als Einkommen gilt. Beim Minijob 14x 450€=6300€/a ist dies klar. Leistungsvermögen < 3 Std und Meldepflicht jeder Beschäftigungsaufnahme ist auch klar. Wenn man aber z.B. einen lukrativen Spezialistenjob bekommen könnte und mit z.B. 20 Stunden im Monat und max. 5 Stunden die Woche über mehrere Tage verteilt gemäss freier Zeiteinteilung auf 600€ monatlich käme? Dies wäre dann kein pauschalversteuerter Minijob sondern eine reguläre Tätigkeit, die in der Einkommensteuererklärung unter "Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit" mit einem "Bruttoarbeitslohn" von 7200€ erscheint, nach Abzug des Arbeitnehmerpauschbetrags in Höhe von 1000€ aber nur mit "Einkünften" von 6200€ in die weitere Einkommenssteuerberechnung eingeht.
Oder kurz gesagt, berücksichtigt die DRV bei einer nicht pauschal versteuerten Tätigkeit (kein Minijob) den Arbeitnehmerpauschbertrag bei der Hinzuverdienstgrenze von 6300€, ähnlich wie z.B. die GKV bzgl. der Einkommensgrenzen der Familienversicherung?? Denn dann läge man mit 6200€ unter der Grenze von 6300€/a, ansonsten mit 7200€ darüber.

Guten Morgen,

als Hinzuverdienst sind grundsätzlich sämtliche Zuwendungen des Arbeitgebers zu berücksichtigen, die Arbeitsentgelt im Sinne der §§ 14, 17 SGB IV in Verbindung mit der Sozialversicherungsentgeltverordnung - SvEV - sind. Ausschlaggebend ist stets der Bruttolohn und somit der Betrag, der sich vor Abzug von Steuern und Sozialversicherungsanteilen ergibt (also auch vor Abzug irgendwelcher Steuerfreibeträge, Pauschbeträge, Werbekosten etc. und unabhängig davon, ob es sich um einen Minijob, eine Beschäftigung in der Gleitzone oder um eine reguläre Beschäftigung handelt).

In Ihrem Beispiel würde also ein kalenderjährlicher Hinzuverdienst von 7.200 Euro berücksichtigt werden. Damit bestünde auf jeden Fall nur noch Anspruch auf eine Teilrente.

von
Celin 66

Hallo zusammen,wenn ich auf 450Euro einen Minijob annehme unter 3 Std, bei der EWM Rente, dann werden mir doch Abzüge berechnet?
D.h. von 450 Euro Brutto bleiben mir Netto nur noch 357,-€
Oder liege ich da verkehrt?

Vielen Dank im Voraus für eine Antwort.

von
W*lfgang

Zitiert von: Celin 66
D.h. von 450 Euro Brutto bleiben mir Netto nur noch 357,-€ Oder liege ich da verkehrt?

Hallo Celin 66,

- 2 % pauschale Lohnsteuer = 9,00 EUR
- 3,6 eigener Rentenbeitrag = 16,20 EUR

sind von 450 EUR abgezogen wie viel?

Gruß
w.
PS: @Friedrich M.: Und wenn ich die Macht hätte (...)
...jaja, ist schon ganz schwer, ein Jedi zu werden - üben üben üben ;-)

von
Celin 66

Hallo Celin 66,

- 2 % pauschale Lohnsteuer = 9,00 EUR
- 3,6 eigener Rentenbeitrag = 16,20 EUR

sind von 450 EUR abgezogen wie viel?

Gruß
w.
PS: @Friedrich M.: Und wenn ich die Macht hätte (...)
...jaja, ist schon ganz schwer, ein Jedi zu werden - üben üben üben ;-)[/quote]

Hallo W*lfgang,

Ich danke dir für deine Antwort.
Ich weiß nicht warum man mir das anders genannt hatte.

Zusätzlich stimmt es auch das es ganz schwer ist ein Jedi zu werden
;-)

VG

Celin 66

von
Mo

Hallo, ich arbeite bei unbefristeter Eu Rente auch für 450 nebenbei und hab nicht riskiert die vollen erlaubten Stunden bis 15 die Woche zu arbeiten, weil das eine Rentenprüfung nach sich gezogen hatte. Und schlafende Hunde wollte ich eben auch nicht wecken, weil meine Erfahrung mit der DRV zeigen, das da nix unbedingt logisch sein muss. Bin am 21.1.2013 nach einem Zusammenbruch mit Burnout krank geschrieben worden, habe immer wieder Arbeitsversuche gestartet, weil ich noch nicht in die Rente wollte(Baujahr 1960) und zum Tel auch mehre Monate geschafft. Als dann die Aussteuerung kam habe ich im juni 2015 einen Eu Rentenantrag gestellt. Ein Jahr hört ich nix wesentliches, kein Gutachter und so weiter und habe in der Zeit vom Arbeitsamt eine Art Vorschuss erhalten, damit ich leben konnte. Nach einem Jahr kam dann endlich Bescheid und ich war baff: Sofortige unbegrenzte Erwerbsunfähigkeit und zwar Vollzeit. Aber das Schärfste war: Rückwirkend ab dem 21.1.2013. also den ersten Tag der "Krankheit". Und das obwohl ich zwischendurch wieder gearbeitet hab und den Rentenantrag erst 2015 gestellt habe.
Es lies sich auch nicht ändern(wäre wegen der Scheidung in der Zeit wichtig gewesen), für die Monate wo ich arbeiten war, gab es keine Rente, den Rest haben sie mit Krankenkasse und Arbeitsamt ausgeglichen.....
Also, solche Entscheidungen nach Aktenlage haben mich gelehrt, nicht schlafende Hunde zu wecken und vorsichtig zu sein.