Zuzahlung Rentenbeiträge Altersteilzeit

von
Mayer

Hallo, ich möchte die Altersteilzeit in Anspruch nehmen.
Der neue Nettolohn, ca. 85% vom aktuellen Lohn und die Steuernachzahlung für den Aufstockungsbetrag wären für mich machbar.Was mich aber irritiert ist die Auswirkung auf meine Rente.Da während der 6 jährigen Altersteilzeit nur 90% Rentenbeiträge bezahlt werden, würde ich nach Aussage der Personalabteilung 7,5% weniger Rente bekommen und das wären über 100€ im Monat.Könnte ich nicht die Differenz von 10% selber monatlich in die Rentenkasse einzahlen?

von
senf-dazu

Das ist so nicht möglich, lieber Mayer!
Wenn Pflichtbeiträge gezahlt werden (wie in der Altersteilzeit), dann sind freiwillige Beiträge nicht möglich.
Wenn Sie die Rente etwas "anheben" möchten, stehen Ihnen Zuzahlungen nur dann offen, wenn
- Sie Abschläge wegen eines frühen Rentenbeginns ausgleichen möchten,
- eine Abfindung aus einer bAV in die Rente eingezahlt werden soll oder
- ein Versorgungsausgleich zu Ihren Ungunsten ausfiel.
Alternativ jobben Sie in der passiven Phase (wenn dies möglich sein sollte) und zahlen auch hier Pflichtbeitäge, die der Rente zugute kommen.

von
Klugpuper

1.
Pro Jahr sind ungefähr 2 Entgeltpunkte möglich (bei Verdienst an der Beitragsbemessungsgrenze), dies entspricht etwa 60 EUR, daher könnten Sie pro Jahr ungefähr 6 EUR (brutto) verlieren, in 6 Jahren folglich 36 EUR.

2.
Diesen konkreten Verlust können Sie nicht ausgleichen. Sie können aber Beiträge gem. Paragraph 187a SGB VI zahlen. Eine entsprechende Auskunft können Sie sich bei Ihrer Auskunfts- und Beratungsstelle beschaffen.

von
Achim

Diese Personalabt. sofort freistellen, wie kommen die auf 7,5%. Ich hatte auch 8 J.ATZ habe ca. 35 Euro weniger Rente. Das kann man verschmerzen, wenn man mit 59 J. nicht mehr arbeiten muß.

von
Mayer

@Klugpuper

Heißt dass es werden keine 100€ Netto weniger sondern höchstens

Zitat: " in 6 Jahren folglich 36 EUR "

36€ Brutto weniger Rente durch die Altersteilzeit?

von
Achim

Genau , in 6 J. ca. 30-35 Euro weniger Rente. Dafür sind sie ja auch 3 J. früher daheim.

von
Mayer

Vielleicht habe ich es auch nur falsch verstanden.
Hier der original Text von der Info.

Auswirkung auf die Sozialversicherungs SV Rente.
Jeder Monat , der mit Ende der Arbeitszeit ( auch Altersteilzeit) vor dem ungeminderten Rentenbeginn liegt,wird die SV Rente um 0,3% Monat gekürzt.Diese Kürzung gilt für die gesamte Zeit des Rentenbezuges.Die Kürzung Glut auch für die Witwenrente.Endet z.B.die Altersteilzeit mit dem 63. Lebensjahr und besteht ein Anspruch auf ungeminderte Rente erst mit dem 65. Lebensjahr, so beträgt die Kürzung insgesamt 7,2% ( 12 MonateX0,3%X 2 Jahre) Bei einer Rente von 1250€ bedeutet dies eine Minderung um 90€.Der Mitarbeiter sollte ebenfalls beachten ,dass er von seiner Rente Krankenkassenbeiträge und Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen muss.
Während der Altersteilzeit entrichtet der Arbeitgeber zusätzliche Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, mindestens in Höhe des Beitrags, der auf 90% des Regelarbeitsentgelts für die Altersteilzeitarbeit entfällt,begrenzt auf den Unterschiedsbetrag zwischen 95% der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze und dem Regelarbeitsentgeld,höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

von
Klugpuper

1.
Durch 6 Jahre ATZ max. 36€ Verlust (br) durch die geringeren Einzahlungen.

2.
Je nach Lage der ATZ eventuell Abschläge aufgrund des (verfrühten) Rentenbeginns.

3.
Verluste durch das frühere Aufhören mit den Einzahlungen (gegenüber der Version Arbeiten bis zur Regelaltersgrenze)

Der Verlust zu 1. kann nicht ausgeglichen werden (außer durch einen Nebenjob). Der Verlust zu 2. kann durch Beiträge gem. 187a ausgeglichen werden. Der Verlust zu 3. kann durch freiwillige Beiträge nach Rentenbeginn ausgeglichen werden (wer das denn machen will).

von
Mayer

Dieser Satz aus dem Schreiben irritiert mich.

" Bei einer Rente von 1250€ bedeutet dies eine Minderung um 90€."

von
W*lfgang

Zitiert von: Mayer
Vielleicht habe ich es auch nur falsch verstanden.
Mayer,

ja, komplett!

Die von Ihnen genannten 7,5 % sind der Abschlag auf die Rente, wenn Sie die Altersrente für langjährig Versicherte (nach 35 Jahren) erhalten. In diesem Fall ist Ihre Regelaltersgrenze um 1. Monat erhöht und Sie wären Jahrgang 1947 ...und längst in Rente ;-)

Die Info von Ihrer PA ist nur ein Beispiel-%-Abzug ...allerdings schon recht veraltet. Aktuell Beschäftigte, die heute (2017, Jahrgang 1954) mit 63 in die Rente mit Abschlag gehen, liegen bei 9,6 % Abschlag auf die gesamte Rente.

Die 'nur' 90-%-Beiträge/Verlust von 10 % Rentenzuwachs sind in der Tat pillepalle - und nicht ausgleichbar. Ausgleichen können Sie allerdings den generellen Rentenabschlag von bei Ihnen wohl 12 % (aus Ihren bisherigen Angaben abgeleitet), auch mit (sinnvollerweise) ratenweisen Zahlungen ausgleichen (um die steuerlichen Vorteile mit zunehmen).

Bei einer 'ordentlichen' Rente rechen Sie dafür mal 50 - 80 T EUR.

So einfach ist das :-) ...im Detail brauchen Sie zu der Frage 'Ausgleichszahlung /Aufwand /Renditde' sicher mal eine Rentenberatung sowie auch ein 4-Augen-Gespräch mit Ihrem Steuerberater. Sollte ich am Rande noch erwähnen, das bei ATZ-Verträgen auch ein spätere Abfindung vom AG erfolgen kann (je nach Tarifvertrag), sofern eine Rente mit Abschlag folgt?! UND ...interessant wäre auch, wann Sie ggf. das abschlagsfreie Rentenalter erreichen (45 Jahre), ATZ bis dahin möglich/interessant wäre.

Zu viele Fragen/Möglichkeiten ...die Sie vorher gar nicht auf dem Plan hatten ;-)

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Zitiert von: Mayer

Dieser Satz aus dem Schreiben irritiert mich.

" Bei einer Rente von 1250€ bedeutet dies eine Minderung um 90€."

Hallo Herr Mayer,

bei diesem Satz geht es nicht um die geringeren Beiträge durch die Altersteilzeit, sondern um den Abschlag wegen vorzeitiger Inanspruchnahme der Rente.

Dieser Abschlag lässt sich durch eine Sonderzahlung ausgleichen.

Die während der Altersteilzeit etwas geringeren Rentenbeiträge können Sie hingegen nicht aufstocken.

Sie sollten sich bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers persönlich beraten lassen.