Zwang zur Reha

von
Quentinchen

Hallo liebes Forum,

ich schreibe, weil ich mittlerweile mehr als verzweifelt bin.

Kurz zu meiner Geschichte:
Seit einiger Zeit bin ich wegen psychosomatischer Probleme krank geschrieben. Ende letzten Jahres musste ich von Seiten der Krnakenkasse einen Rehaantrag stellen, der auch genehmigt wurde (Reha soll Mitte August starten). Seit Mai bin ich ausgesteuert und erhalte Arbeitslosengeld. Laut Gutachten bin ich länger als 6 Monate nicht leistungsfähig und muss daher die Reha antreten.
Bei einem Gutachter war ich persönlich nie, es wurde alles nach Aktenlage entschieden.
Von Anfang an hatte ich große Angst vor der Reha, aber es war noch "so weit weg". Je näher diese rückt, desto mehr Panik bekomme ich. Ich habe Probleme, lange aus meiner Umgebung gerissen zu werden und "weggespert" zu sein. Nach meinem letzten Klinikaufenthalt ging es mir noch schlechter als vorher (weil mir hier auch zusätzlich noch eingeredet wurde, ich sei der Kern allen Übels), sodass ich auch hier Angst habe, eine Reha reißt mich wieder runter.
Ich bin zurzeit absolut nicht stabil, mittlerweile habe ich wieder extreme Schlafstörungen, habe wieder Gewicht verloren (bin sowieso bereits seit langem im Untergewicht und hatte wieder ein wenig zugenommen, was jetzt wieder dahin ist), mir ist nur noch schlecht, habe Magen-Darm-Probelem, ich wache morgens schweißgebadet auf, weine über den Tag viel und habe einfach nur extreme Angst. Mein Therapeut sagt, das ist alles nur mein Kopf, vielleicht wird es ja schön. Jeder redet mir ein, dass es mir doch vielleicht gut tut, aber niemand interessiert sich dafür, wie es mir innerlich geht. Ich habe privat massive Probleme, die mich schon destabilisieren und nun noch diese riesen Angst vor der Reha, die teilweise schon in Suizidgedanken münden.

Meine Frage: kann man mich zu einer Reha zwingen, obwohl es mir so extrem schlecht damit geht? Es kann doch nicht sein, dass andere bestimmen, was für mich gerade das Beste ist, wo sie nicht im geringsten eine Ahnung haben, was in mir vorgeht.
Auch meine hausärztin ist der Meinung, es tut mir bestimmt gut.
Ich fühle mich einfach nur unverstanden und abgelehnt. Ich will keine fremden Menschen um mich, denen ich zum 100. Mal meine Probleme schildere und die meine Situation dennoch nicht ändern werden.

Habe ich jetzt noch eine Chance es "abzuwenden" dort hin zu müssen oder bleibt mir nichts anderes übrig, als es anzutreten und bis dahin ein nervliches Wrack zu werden?

Lieben Dank für die Antworten.

von
k-o-r

Vor Antritt der Reha muss der Hausarzt die Rehafähigkeit bestätigen, oder eben die Rehaunfähigkeit.

H.

von
Quentinchen

Zitiert von: k-o-r
Vor Antritt der Reha muss der Hausarzt die Rehafähigkeit bestätigen, oder eben die Rehaunfähigkeit.

H.

Das ist ja das Problem, meine Hausärztin ist der Meinung, es täte mir gut. Es ist ihr relativ egal, wie es mir damit geht.
Immer diese Spürche: "Machen Sie doch erst mal, dann werden sie weiter sehen."
Und bis kurz vor Antritt möchte ich damit auch gar nicht warten, das bedeutet 4 Wochen Stress und Hölle pur für mich, in der Ungewissheit, ob ich nun doch dahin MUSS :(

Experten-Antwort

Hallo Quentinchen,

zwingen kann Sie keiner zu einer Reha-Maßnahme, aber die Zahlung des Arbeitslosengeldes kann natürlich eingestellt werden o.ä.
Sie sollten vielleicht erstmal noch mit Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger klären, ob eine ambulante Reha möglich ist, dann brauchen Sie nicht aus Ihrem gewohnten Umfeld heraus.