Zwangsreha

von
Anuschka

Hallo,

im Dezember letzten Jahres wurde ich von der Agentur für Arbeit dazu verpflichtet, einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente bzw. Rehaleistungen zu stellen. Nach erfolgter Begutachtung habe ich nun wahnsinnige Angst, wieder in eine Zwangsreha geschickt zu werden. Derzeit geht es mir gesundheitlich wirklich sehr schlecht und man versucht, mit allen Mitteln, endlich eine entgültige Diagnose zu stellen. Zur Erklärung: Bisher konnte bei mir noch keine eindeutige Diagnose der Erkrankung gestellt werden. Fakt ist aber, es geht mir kontinuierlich schlechter, egal, was man tut. Durch eine Zwangsreha würde weitere Zeit vergehen, in der man keine Diagnose stellen kann, durch welche ich vielleicht endlich behandelt werden könnte und auf Medikamente eingestellt werden könnte, um wirklich wieder halbwegs fit zu werden, zumindest, soweit dies noch möglich ist. Es geht um neurologische Erkrankungen. Am Mittwoch steht evtl. der nächste Krankenhausaufenthalt bevor. Kann die DRV mich trotzdem in Zwangsreha schicken, obwohl es mir gerade richtig schlecht geht? Und ohne genaue Diagnose? Generell weiß ich, dass, wenn man auf eigene Faust irgendwann mal einen Rehaantrag stellt, dieser oft abgelehnt wird, mit der Begründung, dass keine genaue Diagnose besteht. Zudem finde ich Zwangsrehas menschenunwürdig und kontraproduktiv. Meiner Meinung nach sollten diese, wie es derzeit in Österreich versucht wird, auch hier abgeschafft werden. Die erste hat mich nur noch kränker gemacht, als vorher, von der psychischen Belastung ganz zu schreiben. Nochmal halte ich das nicht durch! Für mich ist es derzeit dreimal wichtiger, möglichst schnell eine Diagnose zu stellen, bevor es "zu spät" ist, für eine halbwegs gute Genesung.
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

von Experte/in Experten-Antwort

Diese Frage kann man ohne Kenntnis Ihrer medizinischen Unterlagen nicht beantworten. Generell gilt der Grundsatz "Reha vor Rente" und wenn es der begutachtende Arzt für notwendig und aussichtsreich erachtet, dass Ihr Leiden durch eine Reha gebessert oder wieder hergestellt werden kann, dann sind Sie im Rahmen Ihrer Mitwirkungspflicht verpflichtet, an der Reha teilzunehmen, da ansonsten ggf. auch die Zahlung der Rente versagt werden kann. Wegen näheren Auskünften, speziell zu Ihrer persönlichen Situation, sollten Sie sich jedoch mit dem für Sie zuständigen Rentenversicherungsträger in Verbindung setzen.

von
Anuschka

Zunächst bedanke ich mich für Ihre Antwort und möchte anmerken, dass die folgenden Zeilen nicht gegen Sie selber gerichtet sind.

Fazit für mich an dieser Stelle: Entweder Erpressung hinnehmen oder Anwalt, den man sich nicht leisten kann.
Es wird wirklich Zeit, dass man sich auch hier für die Abschaffung solcher Maßnahmen einsetzt. Über meine Begutachtung durch die DRV verliere ich hier lieber kein Wort! Dieses Gutachten lasse ich mir vorlegen. Dieses Mal möchte ich wissen, ob die Tatsachen abermals verdreht wurden. Da es mir derzeit aber wirklich schlecht geht und das auch keineswegs mal eben in einer Stunde durch einen netten "Büro"arzt vernünftig und menschlich beurteilt werden kann, werde ich mich in die Obhut des Krankenhauses begeben, welches hoffentlich der selben Meinung ist, dass ich so erstmal gar nicht rehafähig bin! Da sogar der Toilettengang extrem anstrengt und ich von Woche zu Woche weniger laufen und sitzen kann, ist dies hoffentlich offensichtlich! Da sollte es ja wirklich erstmal Vorrang haben, eine entgültige Diagnose zu stellen, um noch Schlimmeres zu vermeiden, zumal es mittlerweile fast absehbar ist, dass ich irgendwann erstmal gar nicht mehr laufen kann. Nach dem letzten Rehadrama war ich kurz davor, mir das Leben zu nehmen. Vielleicht dieses Mal lieber Klapse statt DRV-"Hotel"!

von
Anuschka

Was ich noch vergessen habe:

Ein Bekannter war vor kurzem in einer 6-wöchigen Reha, lag allerdings 4 dieser 6 Wochen dort im Bett, da er sich eine Krankenhausinfektion eingefangen hatte. Da dieser zudem schon sehr schwer krank ist, hat ihm diese Infektion natürlich sehr zugesetzt. Er konnte sich fast ausschließlich in seinem Zimmer aufhalten und an keinen Anwendungen teilnehmen. Das kann doch nicht der Ernst der DRV sein, jemanden so in eine Reha zu zwingen, oder???

von
KSC

Ich glaube nicht dass Sie hier im Forum weiterkommen.

Dazu sind Ihre Aussagen zu dürftig und zu pauschal.

Was heßt denn Zwangsreha? - diesen Begriff gibt es gar nicht. Keiner wird zur Reha gezwungen.
Was heißt ich werde wieder in Zwangsreha geschickt? Ist das schon mal passiert?

Das Arbeitsamt hat Sie doch nur aufgefordert Reha oder Rente zu beantragen, was ist daran so schlimm? Was haben Sie denn beantragt? Wie wurde entschieden?

Was meinen Ihre Ärzte, wie man Ihnen helfen kann?

Und wenn Ihr Bekannter während seiner Reha 4 Wochen krank im Bett lag, war sicher nicht die DRV daran schuld.
Wenn es so war wie Sie schreiben, hätten die Klinikärzte ihn "ganz einfach heimschicken" können mit dem Zusatz an die DRV, dass die Reha zu einem späteren Zeitpunkt neu beginnen soll.....

von
Berti

Es ist durchaus denkbar, dass der Suizid der zwangsrehabilitierten Kranken billigend in Kauf genommen und / oder forciert werden soll.

Gesundheitswesen und Behörden sparen dann ja - da ist jedes Mittel recht.

Der Umgang mit den Menschen spricht für sich.

von
=/=

Ich schließe mich den Ausführungen von @KSC an.

Zudem ist auch noch anzumerken, dass - wenn ein Krankenhausaufenthalt ansteht - eh keine Reha-Fähigkeit besteht bzw. Sie vorher natürlich nicht in Reha geschickt werden! Wovor Sie solche Angst haben, verstehe ich auch nicht. Es ist nicht Aufgabe der DRV bzw. der Ärzte der DRV, eine Diagnose zu stellen.

"Derzeit geht es mir gesundheitlich wirklich sehr schlecht und man versucht, mit allen Mitteln, endlich eine entgültige Diagnose zu stellen."

Wer ist "man"? Doch bestimmt nicht die Ärzte der DRV?!

Wenn Sie einen Rentenantrag gestellt haben, wird zunächst geprüft, ob durch eine Reha-Maßnahme Ihre Erwerbsfähigkeit erhalten oder wiederhergestellt werden kann. Ist dies nicht der Fall und liegt bei Ihnen eine Erwerbsminderung vor, wird EVTL. eine Rente gewährt.

Warten Sie doch erst mal ab, wie weiter entschieden wird. Vorher kann Ihnen hier im Forum sicherlich niemand helfen oder Prognosen stellen.

von
=/=

Zitiert von: Berti

Es ist durchaus denkbar, dass der Suizid der zwangsrehabilitierten Kranken billigend in Kauf genommen und / oder forciert werden soll.

Gesundheitswesen und Behörden sparen dann ja - da ist jedes Mittel recht.

Der Umgang mit den Menschen spricht für sich.

Also so einen Quatsch habe ich noch nie gehört. Es wird niemand zu irgendetwas gezwungen und die DRV ist nicht dazu da, die Versicherten in den Suizid zu treiben. Die Behauptung ist schlichtweg unverschämt.

von
GroKo

Zitiert von: Berti

Es ist durchaus denkbar, dass der Suizid der zwangsrehabilitierten Kranken billigend in Kauf genommen und / oder forciert werden soll.

Gesundheitswesen und Behörden sparen dann ja - da ist jedes Mittel recht.

Der Umgang mit den Menschen spricht für sich.


Bist Du der Vollstrecker?

von
ich

[/quote]

Es wird niemand zu irgendetwas gezwungen.

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In welchem Land leben Sie?

Durch die Krankenkassen werden die Versicherten "generalstabsmäßig" zu Rehas gezwungen - auch wenn sie dadurch in eine schwere Krise geraten und es ihnen schadet.

In den Rehakliniken wird man ebenso gezwungen.
Wenn man etwas nicht kann oder mag,wird die "Mitwirkungspflicht" zitiert.und Konsequenzen werden angedroht.

Erzwungen werden ebenso die Schweigepflichtentbindungen.

Die ärztliche Schweigepflicht erweist sich damit als Farce - wohl dem der seinen Ärzten nie persönliche und schützenswerte Dinge anvertraut hat.

von
Melody

Wenn es Ihnen kurz vor Rehaantritt immer noch so schlecht geht, gehen Sie zu ihrem behandelnden (Fach-) Arzt und lassen sich rehaunfähig schreiben. Somit ist die anstehende Reha erst einmal (oder sogar für immer) vom Tisch. So war es bei mir. Zwei Aufforderungen zur Reha, beide Male habe ich mich kurz vorher rehaunfähig schreiben lassen müssen und dennoch meine volle und dauerhafte EMR bekommen. Alles Gute!

von
Kopfhoch

Zitiert von: ich

Es wird niemand zu irgendetwas gezwungen.

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In welchem Land leben Sie?

Durch die Krankenkassen werden die Versicherten "generalstabsmäßig" zu Rehas gezwungen - auch wenn sie dadurch in eine schwere Krise geraten und es ihnen schadet.

In den Rehakliniken wird man ebenso gezwungen.
Wenn man etwas nicht kann oder mag,wird die "Mitwirkungspflicht" zitiert.und Konsequenzen werden angedroht.

Erzwungen werden ebenso die Schweigepflichtentbindungen.

Die ärztliche Schweigepflicht erweist sich damit als Farce - wohl dem der seinen Ärzten nie persönliche und schützenswerte Dinge anvertraut hat.
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von
Kopfhoch

Zitiert von: ich

Es wird niemand zu irgendetwas gezwungen.

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In welchem Land leben Sie?

Durch die Krankenkassen werden die Versicherten "generalstabsmäßig" zu Rehas gezwungen - auch wenn sie dadurch in eine schwere Krise geraten und es ihnen schadet.

In den Rehakliniken wird man ebenso gezwungen.
Wenn man etwas nicht kann oder mag,wird die "Mitwirkungspflicht" zitiert.und Konsequenzen werden angedroht.

Erzwungen werden ebenso die Schweigepflichtentbindungen.

Die ärztliche Schweigepflicht erweist sich damit als Farce - wohl dem der seinen Ärzten nie persönliche und schützenswerte Dinge anvertraut hat.
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Natürlich gibt es die Zwangsreha!!!!! Um die Patienten aus dem Krankengeld zu bekommen.
Ohne mein Wissen, hat mein Arzt eine Reha befürwortet, obwohl ich dies in einem Gespräch abgelehnt hatte. Datenschutz wurde mehrmals verletzt, Sachbearbeiterin der Kasse rief mich an und versuchte mich gezielt nach intimsten Dingen auszufragen. Nachdem ich Akteneinsicht eingefordert hatte, war es mir klar, wie die gute Dame darauf kam. Da werde ich auch noch zur Reha fahren und muss wieder Dinge über mich preisgeben? Nein, bestimmt nicht! Wer weiß wo das landet. Ich lebe seit 2 Monaten vom Ersparten, da natürlich sofort das Krankengeld eingestellt wurde.
Der Datenschutz rügt zwar die Krankenkasse, aber sonst passiert nichts. Wir sind also dem Procedere ausgeliefert und das IST Zwang!!!!
@ Anuschka: Ich kann Ihnen nur zustimmen. Es wird keine Rücksicht darauf genommen wie es dem Patienten geht. Mein Arzt wird mich nicht Reha unfähig schreiben, aus Angst vor Problemen. Und ja, man nimmt es in Kauf, dass Patienten aufgeben.Besonders psychisch Kranke werden massiv unternDruck gesetzt.

Allen, denen es genauso geht, wünsche ich viel Kraft.

von
Vediha

Natürlich ist es zwangreha ,bei mir genau so .
Habe erwerbsminderungsrente beantrag,wurde nach 3monaten gutachten unter3 stunden arbeitsunfähig inalgemein arbeitsmarkt mindestens 3 jahre und was kommt reha angebot laut drv zu endgültige feststellun 5 wochen reha bewilligt .habe ausgefüllt dan zum arzt um zu ausfüllen ,arzt sagt sie sind rehaunfähig jetzt ist 7 monate vergangen es tut sich nichts

von
ocean

Hallo Vediha und Anuschka,
wie ist es euch inzwischen ergangen? Musstet ihr zur Zwangsreha? Stehe momentan vor dem gleichen Problem, weiß auch nicht mehr weiter :-(