Zwangsverrentung

von
Rentenanwärter

Hallo,
ich bin 63 Jahre alt und seit Oktober 2017 Arbeitsunfähig.
Die Krankenkasse verlangt dass ich einen Reha-Antrag bei der
Rentenversicherung stelle. Kann mich der Rentenversicherungsträger
Zwangsverrenten wenn die Reha kein erfolg hat?

von
Hugo

Zwingen kann keiner.
Nur Zahlungen einstellen.
Wie ist es mit ALG 1 ?
Rat:
Alle Aufforderungen auf Anträge so spät wie möglich stellen.

von
Klugpuper

Rentenberatung in Anspruch nehmen, Ansprüche klären (auch vorgezogene Altersrente)

andere Leistungen?
Resturlaub?

Sie sollten schnell Ihre Optionen und deren Konsequenzen klären.

von
Wally 468

Moin
Alles schön langsam. Reha-Antrag stellen vielleicht erstmal (aus versehen) unvollständig. Genehmigung abwarten. Reha Termin abwarten.

von
SE

Hallo Rentenanwärter,

wenn Erwerbsfähigkeit nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet oder gemindert ist, kann die Krankenkasse nach § 51 Abs. 1 SGB V eine Frist von 10 Wochen setzen, innerhalb der sie einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation stellen. Müssen.
Folgende Voraussetzung sind für eine Aufforderung und Fristsetzung grundsätzlich zu erfüllen:
Es muss ein ärztliches Gutachten vorliegen, welches Aussagen über die Gefährdung bzw. Minderung der Erwerbsfähigkeit trifft. Dabei wird es sich in aller Regel um ein Gutachten des Medizinischen Dienstes handeln. An das Gutschten sind inhaltliche Bedingungen gekoppelt. Ein einfaches Attest reicht z.B. nicht aus.
Die Krankenkasse hat bei ihrer Entscheidung, ob dem Versicherten eine Frist zur Stellung eines Reha-Antrags gestellt wird, ihr Ermessen auszuüben. So hat sie zu bedenken und im Einzelfalls abzuwägen, dass die Aufforderung für den Versicherten einschneidende Bedeutung haben kann.

10 Wochenfrist ausschöpfen, Antrag nicht bei der Krankenkasse abgeben.(ansonsten macht die Krankenkasse den Stempel darauf- Eilantrag).

Im Prinzip ist es so, die Krankenkasse versucht dich aus dem Krankengeld zu drängen.

von
ZUCK

... und daran denken.
Jeder € Krankengeld oder Arbeitslosengeld erhöht die Rente.

von
Ines

Zitiert von: ZUCK
... und daran denken.
Jeder € Krankengeld oder Arbeitslosengeld erhöht die Rente.

Nicht unbedingt den die EMR kann zurückdatiert werden und dann ist schon die erste AU der Beginn des Rentenfalles.

von
Rezzo

Zitiert von: SE

10 Wochenfrist ausschöpfen, Antrag nicht bei der Krankenkasse abgeben.(ansonsten macht die Krankenkasse den Stempel darauf- Eilantrag).

Mal abgesehen davon, dass diese starre "10-Wochenfrist" totaler Quatsch ist und schnellstmöglichst durch "unverzüglich" ersetzt werden sollte, ist es den Krankenkassen nicht verboten, dezenten Druck auszuüben, in dem sie zum Beispiel zeitnah nachfragen, warum der Antrag immer noch nicht gestellt wurde.

Und es ist den Krankenkassen auch nicht verboten, die DRV über die Aufforderung zur Reha-Antragsstellung zu informieren und die DRV darum zu bitten, diesen Antrag nach Eingang als Eilantrag zu behandeln.

Erstaunlich , was hier manchmal für seltsame Tipps gegeben werden, die schon fast kriminell sind....

Zitiert von: SE

Im Prinzip ist es so, die Krankenkasse versucht dich aus dem Krankengeld zu drängen.

Ja und?
Dazu ist sie im Interesse der Versichertengemeinschaft sogar VERPFLICHTET!

von
Schorsch

Zitiert von: Ines
Zitiert von: ZUCK
... und daran denken.
Jeder € Krankengeld oder Arbeitslosengeld erhöht die Rente.

Nicht unbedingt den die EMR kann zurückdatiert werden und dann ist schon die erste AU der Beginn des Rentenfalles.


So ist es!
Und deshalb sind diese oben genannten diversen "Verzögerungsstrategien" völlig unsinnig und wirkungslos.

MfG

von
W*lfgang

Zitiert von: Rentenanwärter
Kann mich der Rentenversicherungsträger
Zwangsverrenten wenn die Reha kein erfolg hat?

Ergänzend zu den Vorbeiträgen, insbesondere zu den Fristen/mögliche Verzögerungen (!) des Verfahrens:

Ja Rentenanwärter, die DRV kann Sie 'zwangsverrenten' ...der Reha-Antrag gilt gleichzeitig als Rentenantrag. Und statt der erhofften Reha-Bewilligung/-ablehnung liegt bereits vorher schwupps ein EM-Rentenbescheid im Briefkasten. Ist aber nicht die übliche Verfahrensweise und kommt äußerst selten vor.

Nach Durchführung/Ende der Reha-Maßnahme erhalten Sie ggf. lediglich ein 'Angebot' der DRV, den Reha-Antrag in einen EM-Rentenantrag umzudeuten. Die Wahlmöglichkeit/Ihr Dispositionsrecht wird dann aber regelmäßig durch Ihre KK eingeschränkt - heißt, Sie müssen den EM-Antrag stellen, sonst zahlt die KK kein Krankengeld mehr. Alternative: wieder gesund (geschrieben), arbeiten, Krankengeld entfällt und die KK sitzt nicht weiter im Boot und kann nicht mehr ins Ruder greifen.

Gruß
w.

von
SE

An Rezzo:
was heißt hier kriminell?
Jeder hat das Recht alle Möglichkeiten auszuschöpfen, dafür hat man Jahrzehnte die Beiträge bezahlt:
Immerhin hat man innerhalb 3 Jahren Krankengeld bis zu 78 Wochen. Danach Anspruch auf ALG I
Was spricht dagegen dies nicht auszuschöpfen?
Zwangsverrentung dies wäre nach meiner Ansicht nehme man deinen Sprachgebrauch "kriminell"

von
Doretta

Zitiert von: SE

Zwangsverrentung dies wäre nach meiner Ansicht nehme man deinen Sprachgebrauch "kriminell"

Und genau deshalb gibt es ja auch gar keine "Zwangsverrentungen".

Zumindest ist mir kein einziger Fall bekannt, in dem jemand mit Waffengewalt in die Rente gezwungen wurde.

Außerdem kann es wohl kaum kriminell sein, rechtlich nicht zustehende Sozialleistungen einzustellen, wenn ein anderer Leistungserbringer zuständig ist.

Wenn jedoch jemand Sozialleistungen in Anspruch nimmt, die ihm offensichtlich nicht zustehen, nennt man das gewöhnlich Sozialleistungsmissbrauch, auch wenn dieser noch nicht strafrechtlich relevant ist. (Grauzone nennt man so etwas!)

LG

von
Schleimspurbeseitiger

Zitiert von: W*lfgang
Erstaunlich, was hier manchmal für seltsame Tipps gegeben werden, die schon fast kriminell sind....

Nicht nur "fast kriminell", sondern auch "schleimig".

Vielen Tippgebern scheint es vor allem darum zu gehen, Ihr Selbstwertgefühl zu steigern als den Fragestellern zu helfen.

Warum sonst verplämpern sie so viel Zeit in diesem Forum, anstatt sich mit schönen Hobbys zu beschäftigen?
Etwa, um wildfremden Leuten geldwerte Tipps zu geben? (LOL)

Seien Sie mal ganz ehrlich, viel gelobter "Ober-Experte" @W*lfgang....

von
Fortitude one

Zitiert von: Rentenanwärter
Hallo,
ich bin 63 Jahre alt und seit Oktober 2017 Arbeitsunfähig.
Die Krankenkasse verlangt dass ich einen Reha-Antrag bei der
Rentenversicherung stelle. Kann mich der Rentenversicherungsträger
Zwangsverrenten wenn die Reha kein erfolg hat?

Hallo Rentenanwärter,

was erwarten Sie noch mit 63 Jahren? Ja, die KK kann Sie auffordern bei der DRV einen Reha Antrag zu stellen. Und dann könnte dabei eine volle EMR heraus kommen. Dann wären Sie noch bevor Sie Ihre Regelaltersrente erreicht haben, Frührentner mit Abschlägen. Wenn Sie das nicht wollen, dann empfehle ich Ihnen, so schnell wie möglich wieder arbeiten zu gehen.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Fastrentner

Zitiert von: Schleimspurbeseitiger
Zitiert von: W*lfgang
Erstaunlich, was hier manchmal für seltsame Tipps gegeben werden, die schon fast kriminell sind....

Nicht nur "fast kriminell", sondern auch "schleimig".

Vielen Tippgebern scheint es vor allem darum zu gehen, Ihr Selbstwertgefühl zu steigern als den Fragestellern zu helfen.

Warum sonst verplämpern sie so viel Zeit in diesem Forum, anstatt sich mit schönen Hobbys zu beschäftigen?
Etwa, um wildfremden Leuten geldwerte Tipps zu geben? (LOL)

Seien Sie mal ganz ehrlich, viel gelobter "Ober-Experte" @W*lfgang....

Was haben Sie denn für ein Problem, wenn man seitens der RV den Versicherten rechtlich einwandfreie Tipps gibt, wie diese Ihre Leistungen optimieren können?
Mitarbeiter der Krankenkasse machen dies offensichtlich nicht, sondern haben nur das Ziel die Versicherten aus dem Krankengeld zu drängen und dies mit der Begründung der Rücksichtnahme auf die Versichertengemeinschaft.
Zunächst steht aber immer erst der Mensch als Individuum im Mittelpunkt und dann erst die Gemeinschaft.
Kann es sein, dass Sie um Ihren Job bei der KK bangen?
Wenn Ihnen dieses Forum nicht passt, müssen Sie sich hier ja nicht aufhalten.
Für Sie und alle hier im Forum sicherlich die beste Entscheidung!

von
W*lfgang

Zitiert von: Schleimspurbeseitiger
Warum sonst verplämpern sie so viel Zeit in diesem Forum

hmm, ...wie ist's mit Ihnen? Welche Tipps/Hilfen konnten Sie bisher geben? ...ohne dass Sie bisher nur Zeit für einen sinnfreien Beitrag hier verplempert haben - nunja, wenn es das/Ihre Zeit wert war, mehr davon, würgen Sie sich gern ohne Inhalt weiter aus - fällt Ihnen sicher leicht ;-)

Gruß
w.

von
Marion

Zitiert von: Schleimspurbeseitiger
Zitiert von: Fastrentner

Wenn Ihnen dieses Forum nicht passt, müssen Sie sich hier ja nicht aufhalten.
Für Sie und alle hier im Forum sicherlich die beste Entscheidung!

SIE sind also auch so ein erbärmlicher Schleimer-Typ.
Wer kriecht, kann nicht umfallen, was. (LOL)

Ich halte mich hier nur ab und zu auf.
Nämlich dann, wenn ich mich köstlich über Möchtegern-Experten wie SIE amüsieren möchte.

Und Sie haben mich schon oft zum lachen gebracht.
DANKE dafür!

Was sind Sie denn für ein merkwürdiger Typ? Wolfgang hat schon vielen Ratsuchenden hier geholfen! Und Ahnung hat er auch. Also...... Ball flach halten bitte.....

von Experte Experten-Antwort

Hallo Rentenanwärter,

die Krankenkasse hat das Recht Sie dazu aufzufordern, einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben zu stellen. Der Rentenversicherungsträger wird dann bei entsprechender Antragstellung prüfen, ob solche Leistungen erfolgversprechend sein können. Sollte festgestellt werden, dass dies von vorneherein nicht der Fall ist bzw. dass nach Abschluss der entsprechenden Leistung Erwerbsminderung vorliegt, kann der Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet werden. Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, dieser Umdeutung zu widersprechen - da Sie aber von Ihrer Krankenkasse aufgefordert wurden, geht dies ggf. nur in Absprache mit Ihrer Krankenkasse.

von
Rentenschmied

Hallo,
also erstmal Dank an den Experten, dass er die Rechtslage unstrittig dargestellt hat.
Ob man einen Sozialleistungsträger solange wie möglich melken will ist eine Frage der persönlichen Einstellung. Damit muss jeder selbst morgens vor dem Spiegel klarkommen.
Man kann die Rehaaufforderung aber auch mal (huch!) aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Da ist jemand der schon seit einem halben Jahr (!) arbeitsunfähig ist und scheinbar weiterhin sein wird. Ist es da nicht vielleicht auch Ausdruck einer Fürsorgepflicht der Krankenkasse diesem eine Rehamaßnahme zu "verschaffen" damit er vllt. wieder arbeitsfähig wird? Denn nicht alle diese Fälle enden automatisch in der EM-Rente.
Und ja, mir ist die Problematik durchaus bewusst, dass von irgendwas der Schornstein rauchen muss und daher der Bezug des Krankengeldes gegenüber der EM-Rente finanziell reizvoller ist.
Aber leider sind wir auch hier nicht bei "Wünsch` Dir was" sondern bei "So isses", man nennt das glaube ich auch Lebensschicksal.
Mit besten Grüssen

von
SE

Hallo Rentenschmied,

sind sie Mitarbeiter einen Krankenkasse?
Dann kennen sie bestimmt die besondere Abteilung Krankengeldfallmanagement.
Die Mitarbeiter wurden speziell geschult kranke Menschen aus dem Krankengeld zu drängen - Ziel Einsparung von Krankengeld.
Es geht schon lange nicht mehr um den Mensch der erkrankt ist. Nur um Profit.
Dieser Erkrankte hier ist 63 Jahre alt, steht kurz vor der Rente. Deshalb der Ratschlag alles ausschöpfen was möglich ist um eine Rente zu erhalten ohne Rentenabschlag.
Und ja es gibt Hintertürchen um dieses Ziel zu erreichen. Das ist alles legitim.
Der Erkrankte sollte im Mittelpunkt stehen.

Der beste Ratgeber W wird immer wieder angegriffen, wenn besonders sehr gute Ratschläge gegeben werden. Anscheinend ist es nicht gewollt.