Duisburg/Essen (iv). Junge Erwachsene stehen der Riester-Rente skeptisch gegenüber. Der gesetzlichen Rente messen sie dagegen eine hohe Bedeutung zu. Das ist das Ergebnis eines Lehrforschungsprojektes an der Universität Duisburg-Essen (UDE) unter Leitung von Prof. Dr. Ute Klammer, Direktorin des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ).
Nur etwa 26 Prozent der 25- bis 35-Jährigen haben einen Riester-Vertrag. In dem vom Forschungsnetzwerk Alterssicherung der Deutschen Rentenversicherung Bund (FNA) geförderten Projekt fragten Studierende der Soziologie junge Berufstätige, Studierende und Versicherungs-Anbietende nach den Gründen. Ganz vorne dabei: ein zu geringer Wissensstand, aber auch ein negatives Bild.
Riester-Verträge haben einen schlechten Ruf
Riester-Verträge werden oft als Versicherungsprodukt wahrgenommen, das von gewinnorientierten Versicherungsvertretern verkauft wird. „Riester-Produkte haben bei jungen Menschen einen schlechten Ruf, auch unabhängig davon, ob sie genutzt wurden oder werden“, so die Autoren der Studie. Dagegen würden die Befragten mehrheitlich einer allgemeinen Absicherung eine hohe Bedeutung zumessen, wie sie „am ehesten durch das System der gesetzlichen Rentenversicherung gewährleistet werden kann“.
„Mit früher Aufklärung zur Thematik und entsprechenden Angeboten zum Kompetenzerwerb speziell für junge Menschen könnten die Eigeninitiative gestärkt und das Interesse geweckt werden“, meint Projektleiterin Prof. Dr. Ute Klammer. „Geschieht dies nicht, droht die Gefahr, dass die private Vorsorge zu spät in Angriff genommen wird und damit schon aufgrund der kurzen verbleibenden Vertragsdauern die Kürzungen im ‚lebenslaufbezogenen‘ System der Gesetzlichen Rentenversicherung keinesfalls kompensieren kann“.
