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Rente im Ausland

Raus aus Deutschland - davon träumen viele Arbeitnehmer und Rentner. Für die gesetzliche Rentenversicherung ist das kein Problem. Sie zahlt schon jetzt in über 100 Länder Renten.

Über 1,6 Millionen Renten zahlt die Deutsche Rentenversicherung derzeit ins Ausland. Viele der Renten fließen an ausländische Staatsangehörige, die im Alter in ihre Heimat zurückkehren. Doch auch rund 206.500 Renten gehen an Deutsche im Ausland. Grundsätzlich ist die Überweisung einer Altersrente über Grenzen hinweg kein Problem.

Für die Zahlung der Rente benötigt die Deutsche Rentenversicherung die internationale Bankleitzahl (BIC) und die internationale Kontonummer (IBAN). Beide stehen oft kleingedruckt auf Kontoauszügen oder können bei der Bank erfragt werden. Die Rentenversicherung empfiehlt, mindestens zwei Monate vor dem Wegzug Kontakt zur Rentenversicherung aufzunehmen. Sie benötigt diese Informationen:

  • Staatsangehörigkeit,
  • künftiger Aufenthaltsstaat,
  • Angaben, ob der Fortzug vorübergehend (einige Monate) oder dauerhaft (neuer Lebensmittelpunkt) ist,
  • die neue Anschrift
  • und das beabsichtigte Datum des Umzugs.

Einschränkungen gelten bei Erwerbsminderungsrenten, die aufgrund eines verschlossenen Arbeitsmarkts gezahlt werden. Diese erhalten oft ältere Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Einschränkung keinen Job mehr finden. Sie müssen klären, ob diese Rente im neuen Wohnland gezahlt wird.

Auch Senioren, die eine Altersrente erhalten, bei der Versicherungszeiten nach dem Fremdrentengesetz berücksichtigt werden, sollten sich zuvor beraten lassen. Dies betrifft zum Beispiel Sudetendeutsche. Die Höhe ihrer Auslandsrente hängt auch von so genannten Reichsgebiet-Beitragszeiten außerhalb des heutigen Bundesgebiets ab.

Versicherte, die solche Zeiten im Rentenkonto aufweisen, sollten erfragen, ob sich in ihrem Fall eine Rentenminderung ergibt.

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Entsendung oder Wechsel

Natürlich können auch Arbeitnehmer ins Ausland wechseln. Hier unterscheidet das Rentenrecht in eine Entsendung durch den heimischen Arbeitgeber und dem Wechsel zu einem Arbeitgeber im Ausland.

Nach einem Wechsel zum ausländischen Arbeitgeber unterliegen Arbeitnehmer dem Sozialversicherungsrecht der neuen Heimat. Das gilt auch dann, wenn der Aufenthalt zeitlich befristet ist - also etwa dann, wenn ein Arbeitnehmer nur für vier Jahre nach Frankreich zu einem dortigen Arbeitgeber wechselt. Kehrt der Arbeitnehmer zurück, erhält er später eine Rente von der französischen Rentenkasse. Das funktioniert ohne Probleme mit allen Staaten der Europäischen Gemeinschaft und einer Reihe weiterer Länder, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat.

Wird ein Arbeitnehmer von seinem deutschen Arbeitgeber bis zu zwei Jahre ins Ausland entsandt, bleibt die Versicherungspflicht hierzulande bestehen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen weiter Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung.

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Autor: Stefan Thissen, Michael John

Zuletzt aktualisiert am 30.09.2011