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Reha und Öffentlichkeit

Umfrage zeigt: Das öffentliche Bild von Reha ist besser geworden, kann aber qualitativ noch zulegen.

Mainz (kr). Woran denken die Leute, wenn von Rehabilitation die Rede ist. Das Altersvorsorgeportal www.ihre-vorsorge.de wollte es genau wissen. Bestimmen noch immer die Klischees von Fango und Tango, von Bäderkur und Kurschatten das Bild der modernen Rehabilitation? Oder ist in den Köpfen angekommen, dass Rehabilitation sich zu einem anerkannten Zweig der Medizin entwickelt hat?

Im Frühjahr 2013 befragte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg 1.000 Männer und Frauen über 14 Jahren in einer repräsentativen Umfrage zu ihrem Bild von Rehabilitation. Die Antworten zeigen einerseits, dass sich bei einer Mehrheit inzwischen das Bild einer qualifizierten medizinischen Veranstaltung durchgesetzt hat. Andererseits gibt es sowohl signifikante Unterschiede je nach Alter der Befragten als auch zwischen frei gemachten Aussagen und vorgegebenen Antwortmöglichkeiten.

Stichwort Gesundheit

Für 42 Prozent der Befragten bedeutet Rehabilitation die Wiederherstellung der Gesundheit beziehungsweise Heilung. Weitere 30 Prozent sprechen von Erholung oder Kuren nach einer schweren Krankheit, eine Operation oder einem Unfall. Auch wenn Fachleute darauf hinweisen, dass Rehabilitation anders als Akutbehandlungen nicht Heilung, sondern Wiedereingliederung ins Berufsleben zum Ziel hat, zeigt dieses Ergebnis dennoch, dass Reha als ein wichtiger Bestandteil des gesamten Behandlungsprozesses verstanden wird.

Das bestätigen die weiteren Antworten. Nur vier Prozent bezeichnen Rehabilitation als Erholung und acht Prozent als Kur oder Kuraufenthalt. Unterscheide zeigen sich bei den Altersgruppen. Während die 14- bis 19-Jährigen offenbar noch keine konkrete Vorstellung davon haben, was Rehabilitation bedeuten könnte, scheinen vor allem die über 70-Jährigen überdurchschnittlich oft dem veralteten Kur-Image verhaftet.

Aktive Mitarbeit

Wilhelm Brokfeld, im Hauptberuf Verwaltungsdirektor der Klinik Münsterland der Deutschen Rentenversicherung Westfalen und nebenbei Vorsitzender der Fachgruppe Rehabilitation im Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands, stellt fest: "Ein zentraler Bestandteil moderner Reha-Konzepte ist die aktive Mitarbeit des Patienten." Das hat sich offenbar noch nicht wirklich herumgesprochen. Lediglich ein Prozent antworten auf die Frage nach ihrem Verständnis von Reha, dass dies auch etwas mit ihrer eigenen Bereitschaft, wieder gesund zu werden, zu tun hat. Und nur 0,2 Prozent geben an, sie wollten in der Reha lernen, gesundheitsbewusster zu leben.

Erst wenn diese Antwortmöglichkeiten vorgegeben werden, stimmen die Befragten zu. Dann bedeutet Rehabilitation für 77 Prozent, aktiv an der eigenen Gesundheit mitzuarbeiten. Und 75 Prozent unterstützen die Aussage, Rehabilitation diene der Wiedereingliederung in den Beruf. Von allein sind lediglich acht Prozent der Befragten auf diesen Aspekt gekommen.

Patienten informieren

"Reha leistet viel mehr, als die meisten Menschen ahnen." Klinikdirektor Wilhelm Brokfeld ist sich sicher: "Das Bild von Rehabilitation in der Öffentlichkeit hinkt weit hinter ihrem Leistungsvermögen her." Für ihn Grund genug, die öffentliche Diskussion über das Image von Rehabilitation anzustoßen - wieder einmal, wie er meint, denn "bisherige Kampagnen hatten nicht den erhofften Erfolg der Imageverbesserung".

Ein wichtiger Punkt für den Erfolg einer Rehabilitation ist dennoch die Information der Patienten darüber, was sie in der Reha erwartet. 81 Prozent von ihnen nutzen dazu vor Antritt der Reha das Internet. Die Deutsche Rentenversicherung Westfalen hat die Konsequenzen daraus gezogen und stellt ihre Kliniken in Webvideos vor. Die Filme zeigen das Therapieangebot der Einrichtungen, Ärzte und Therapeuten erläutern dem Zuschauer auf verständliche Weise, was in der Klinik auf ihn zukommt.

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Autor: Michael Krause

Zuletzt aktualisiert am 24.05.2013