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Entgeltumwandlung: Höhere Fördergrenze

Ein Blick in die Unterlagen der betrieblichen Altersvorsorge lohnt sich: 2017 bleiben höhere Einzahlungen steuer- und sozialversicherungsfrei. Nach wie vor ist die Entgeltumwandlung für viele Arbeitnehmer jedoch ein Minusgeschäft.

Da die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) West der gesetzlichen Rentenversicherung um 150 Euro auf 6.350 Euro gestiegen ist, können Arbeitnehmer nun auch höhere Beiträge steuer- und sozialversicherungsfrei per Entgeltumwandlung auf ihren betrieblichen Altersvorsorgeverträgen ansparen. Bis zu vier Prozent der BBG - also 254 Euro pro Monat - bleiben nun in West- und Ostdeutschland steuer- und sozialabgabenfrei, wenn sie vom Arbeitgeber direkt in eine betriebliche Altersversorgung eingezahlt werden.

Die Kehrseite: Später fallen dann die gesetzlichen Renten niedriger aus, ebenso ein etwaiges Krankengeld oder Arbeitslosengeld I.

Das Gleiche gilt übrigens auch beim Elterngeld. Mütter, die im letzten Jahr vor der Geburt ihres Kindes ihr sozialversicherungspflichtiges Entgelt per Entgeltumwandlung senken, schneiden sich also beim Elterngeld ins eigene Fleisch.

Experten raten: Vorsicht bei der Entgeltumwandlung

Es gibt verschiedene Varianten der betrieblichen Altersvorsorge, am weitesten verbreitet ist dabei die Entgeltumwandlung. Sie ist bei Arbeitgebern auch deshalb beliebt, weil auch sie dadurch Sozialversicherungsbeiträge einsparen.

Normalerweise zahlen Arbeitgeber bei der Rentenversicherung 9,35 Prozent des Lohns als Rentenversicherungsbeitrag - die Hälfte des Gesamtbeitrags von 18,7 Prozent. Bei einem Bruttogehalt von 3.000 Euro sind dies immerhin 280,50 Euro monatlich. Ähnlich verhält es sich bei den anderen Sozialversicherungen. Insgesamt zahlen Arbeitgeber 19,425 Prozent des Lohns jeweils in die gesetzlichen Sozialkassen.

Werden im Monat 254 Euro per Entgeltumwandlung auf einen betrieblichen Vorsorgevertrag eingezahlt, so spart der Arbeitgeber dadurch 49,34 Euro an Sozialversicherungsbeiträgen ein. Aufs ganze Jahr gesehen kommen dabei immerhin 592 Euro zusammen. Insgesamt sparen die Arbeitgeber so Milliarden an Sozialversicherungsbeiträgen.

Einen eigenen Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung leisten sie dennoch vielfach nicht. Dazu will sie die Politik auch künftig nicht verpflichten. Entsprechende Regelungen sollen den Tarifvertragsparteien vorbehalten bleiben.

Solange sich der Arbeitgeber an der Altersversorgung per Entgeltumwandlung nicht beteiligt, ist die Entgeltumwandlung für Arbeitnehmer ein Minusgeschäft. Denn hierdurch verzichten sie für den umgewandelten Teil des Arbeitsentgelts auf die (paritätischen) Arbeitgeberbeiträge in die gesetzliche Rentenkasse, und wählen stattdessen ein Modell, das man als Arbeitnehmer selbst finanziert. Das kann sich nicht rechnen.

Tipp:

Wenn das Arbeitsverhältnis endet und die betriebliche Direktversicherung nicht von einem anderen Arbeitgeber fortgeführt wird, können Arbeitnehmer die Versicherungsbeiträge selbst übernehmen. Sie sollten dann aber auch umgehend den Vertrag auf sich selbst umschreiben lassen. Der "alte" Arbeitgeber darf auch formal nicht mehr Versicherungsnehmer sein.

Der Vorteil: Dann müssen Arbeitnehmer auf den künftig von ihnen privat angesparten Teil der Direktversicherung im Alter keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abführen.

 

 

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