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Mehr Rente für Erwerbsgeminderte

Die Rente wegen Erwerbsminderung (EM-Rente) ist das Auffangnetz für Arbeitnehmer und versicherte Selbstständige, die wegen Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten können. Ab 2018 sollen neu Erwerbsgeminderte mehr Rente bekommen - je nachdem, ab welchem Jahr sie diese in Anspruch nehmen müssen.

In der Rentenversicherung gilt das Prinzip: Reha vor Rente. Das heißt: Erst wenn trotz medizinischer Reha-Leistungen und/oder einer Umschulung ("Leistung zur Teilhabe") eine weitere Teilnahme am Berufsleben unmöglich ist, zahlt die Rentenversicherung eine EM-Rente. Dennoch sind jährlich mehr als 170.000 Frauen und Männer aus gesundheitlichen Gründen gezwungen, vorzeitig eine solche Rente in Anspruch zu nehmen - insgesamt sind es derzeit knapp 1,8 Millionen.

Seit Juli 2014 wird die EM-Rente so berechnet, als hätten die Betroffenen ab Eintritt der Erwerbsminderung mit ihrem während des bisherigen Berufslebens im Durchschnitt erzielten Verdienst bis zum 62. Lebensjahr weitergearbeitet ("Zurechnungszeit"). Von Januar 2018 bis Anfang 2024 soll diese rechnerische Verlängerung der Versicherungszeit von Erwerbsgeminderten in sieben Schritten bis zum 65. Lebensjahr weiter ausgedehnt werden. Dadurch steigt die monatliche Rente eines ab 2024 neu Erwerbsgeminderten gegenüber heute um etwa 60 Euro.

Wermutstropfen: Auch in Zukunft fallen bei einem Rentenbeginn vor der – rechnerischen – Altersgrenze für eine EM-Rente Abschläge von 0,3 Prozent pro Monat (= 3,6 Prozent pro Jahr) des vorzeitigen Beginns an, höchstens jedoch 10,8 Prozent (= 3 x 3,6 Prozent). Da die rechnerische Altersgrenze für abschlagsfreie EM-Renten seit 2012 bis 2024 schrittweise vom 63. bis zum 65. Lebensjahr steigt (blaue Linie), müssen Versicherte damit auch bei Eintritt der Erwerbsminderung erst nach dem 60. Lebensjahr jetzt unter Umständen den höchstmöglichen Rentenabschlag in Kauf nehmen. Wer 2018 erstmals eine EM-Rente benötigt, bekommt sie ohne Abschläge ab einem Alter von 64 Jahren.

 

 

Die Grafik zeigt, wie die Zurechnungszeit verlängert werden soll und

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Autor: Stefan Thissen

Zuletzt aktualisiert am 22.03.2017