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Finanzen

19.01.17

Betriebsrente dominiert private Altersvorsorge

Studie: Nur 20 Prozent verfügen über eine Betriebs- und Riester-Rente

Berlin (mjj) Neben der gesetzlichen Rente verfügen rund 70 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über eine zusätzliche private Altersvorsorge - sei es in Form einer betrieblichen Altersversorgung oder einer Riester-Rente. Das geht aus dem gerade veröffentlichten Forschungsbericht "Verbreitung der Altersvorsorge 2015" des Bundessozialministeriums hervor. 

  • Demnach sorgen 57 Prozent der Mitte 2015 insgesamt 27,45 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 25 bis unter 65 Jahren in Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst betrieblich für das Alter vor (Männern: 58 Prozent, Frauen: 56 Prozent).
  • Etwa jeder Dritte verfügt über eine Riester-Rente, wobei die Quote bei Frauen mit 38 Prozent höher ausfällt als bei Männern mit 30 Prozent.

Dabei fallen die Sparleistungen für den betrieblichen Vorsorgeweg deutlich höher aus:

  • In der betrieblichen Altersversorgung fließen durch Eigenbeiträge der Sparer und Einzahlungen der Arbeitgeber monatlich durchschnittlich 169 Euro auf die Vorsorgekonten (Männer: 191 Euro, Frauen: 135 Euro). Bei 75 Prozent der Beschäftigten beteiligt sich der Arbeitgeber an der Altersvorsorge entweder teilweise (37 Prozent) oder zahlt diese vollständig (38 Prozent). 22 Prozent der Beschäftigten finanzieren ihre Betriebsrente alleine. Die durchschnittliche Höhe des Eigenbetrags liegt bei 123 Euro monatlich (Männer: 134 Ero, Frauen: 106 Euro).
  • Riester-Sparer investieren hingegen durchschnittlich nur 80 Euro monatlich in ihre Renten. Während Männer 100 Euro einzahlen, liegt der Eigenbetrag bei Frauen nur bei 63 Euro. Berücksichtigt man Grund- und Kinderzulagen, ist der relative Eigenbetrag bei Frauen und Männer aber gleich hoch.

Geringere Einzahlungen schlagen sich auch in den bislang erreichten Anwartschaften beziehungsweise Vorsorgevermögen nieder: 

  • In der Privatwirtschaft verfügen befragte Männer über eine Anwartschaft von durchschnittlich 349 Euro, Frauen über 199 Euro (Gesamtdurchschnitt: 294 Euro).
  • Für die Riester-Rente wurde das bisher erreichte Altersvorsorgevermögen erfasst. Auch hier erreichen Männer mit 9.225 Euro ein wesentlich höheres Kapital als Frauen mit 6.893 Euro (Gesamtdurchschnitt: 7.973 Euro).

Im Idealfall kombinieren Sparer betriebliche Altersversorgung und Riester-Rente - dies ist aber nur bei einem Fünftel der Befragten der Fall:

  • Insgesamt verfügen 13 Prozent der befragten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 25 bis unter 65 Jahren über eine Riester-, aber keine betriebliche Altersversorgung.
  • Lediglich betrieblich sorgen 37 Prozent vor,
  • während 20 Prozent auf beide Vorsorgeformen setzen.

30 Prozent der Befragten sorgen nicht privat für das Alter vor. Der Verbreitungsgrad von Riester- und Betriebsrente sei unter Geringverdienern und Arbeitnehmern ohne beruflichem Bildungsabschluss vergleichweise gering, so die Studie. Lässt man die Angebote im öffentlichen Dienst außen vor, stellen die Autoren fest: "Während für das Fehlen einer betrieblichen Altersversorgung vor allem ein mangelndes Angebot des Arbeitgebers (47 Prozent), zu hohe Beiträge (23 Prozent) und die fehlende Beschäftigung mit dem Thema (22 Prozent) angeführt werden, sind es im Rahmen der Riestergeförderten Altersvorsorge die Absicherung durch eine andere Altersvorsorge (32 Prozent), die Kompliziertheit bestehender Angebote (28 Prozent) und ebenfalls zu hohe Beiträge (25 Prozent)".

 

 

 

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