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Finanzen

02.05.17

Altersvorsorge auf Hessisch

Günstig, staatlich, einfach aber wenig Sicherheit: Hessen wirbt für "Deutschland-Rente"

Berlin (dpa) Eine neues Maßnahmenbündel unter dem Dachbegriff "Deutschland-Rente" soll nach dem Willen der hessischen Landesregierung die private Altersvorsorge verbreitern und mehr Menschen als heute vor Altersarmut schützen. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), Sozialminister Stefan Grüner (CDU) und Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) stellten ihr bereits seit Längerem bekanntes Konzept am Freitag in Berlin in einer konkretisierten Form vor. Die Menschen sollen dabei ein einfaches und kostengünstiges Standardprodukt nutzen. Das Konzept sieht vor, dass Sparer auf aus Sicht der Initiatoren teure Garantien verzichten können. Vor allem Beschäftigte in kleineren Betrieben sollen einfacheren Zugang zur privaten Altersvorsorge bekommen.

Staatsfonds: Der Vorschlag sieht einen neuen zentralen Rentenfonds (Deutschlandfonds) vor. Dieser soll ähnlich wie in Großbritannien und Norwegen staatlich verwaltet werden. 

Geringe Kosten: Die Deutschland-Rente soll es zum Selbstkostenpreis geben, damit das Geld sicher sei vor überteuerten Angeboten.

Opt-Out: Die Arbeitnehmer sollen automatisch in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgeprodukt einzahlen, wenn sie nicht widersprechen. Arbeitnehmer die bereits über eine "ausreichende" Betriebsrente verfügen, werden vom "Opt-Out" verschont.  Die Initiatoren wollen so "sanften Druck" für Altersvorsorge machen. Greift die Maßnahme, sollen sich Sparer entweder für eine Riester-Rente oder einen Standardfonds entscheiden. "Erst wenn das alles nicht greift, wählt der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer aus und führt den dafür erforderlichen Beitrag für den Arbeitnehmer ab – sofern der Arbeitnehmer nicht widerspricht", erklären die Initiatoren. Dabei kann er ein Produkt aus einer staatlich abgesegneten Liste auswählen. 

Förderung: Für Geringverdienende soll der Staat einen großen Teil der Beiträge übernehmen, damit kapitalgedeckte Altersvorsorge nicht an den fehlenden finanziellen Mitteln scheitert. Man wolle sich dabei an der Förderung zur Riester-orientieren - diese aber vereinfachen und am System der vermögenswirksamen Leistungen ausrichten. "Die Zulagen erhalten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vollautomatisch über das Lohnabrechnungssystem", so Sozialminister Stefan Grütner.  

Aktien: Arbeitnehmer erhalten verschiedene Wahlmöglichkeiten und können sich so auch für Altersvorsorge mit einem höheren Aktienanteil entscheiden. 

"Keine Alternative zur Rentenversicherung"

Die Grünen im Bundestag wendeten sich gegen den Vorstoß. "Der Aktienmarkt ist keine Alternative zur Rentenversicherung", kritisierte ihr Rentenexperte Markus Kurth. "Die Deutschland-Rente hat daher keine Zukunft." Alle Fraktionen des Bundestages seien sich im Grundsatz einig, dass das Niveau der gesetzlichen Rente nicht im freien Fall absinken dürfe. "Dieser Konsens wird von den drei hessischen Ministern ganz offensichtlich nicht geteilt."

Mehr Informationen

 

  • www.finanzen.hessen.de
    Das Reformkonzept "Deutschland-Rente" auf der Seite der hessischen Landesregierung als PDF. 

Autor: dpa, Michael John

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