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Gesundheit

21.03.17

Mit Reha dem Krebs begegnen

Reha-Kolloquium zeigt die Bedeutung von Prävention und Reha für Krebs-Patienten auf.

Frankfurt am Main (drv). Krebs zählt zu den großen Volkskrankheiten: Derzeit erkranken jährlich mehr als 450.000 Menschen in Deutschland an Krebs. Dabei ist diese Diagnose für jeden Betroffenen ein einschneidendes Ereignis. Neben der medizinischen Therapie sind Prävention und Rehabilitation wichtig, damit die Patienten ihren Weg zurück ins Leben finden. Im Rahmen des 26. Reha-Wissenschaftlichen Kolloquiums in Frankfurt am Main begrüßte Birgit Büttner (im Bild), Erste Direktorin der Deutschen Rentenversicherung Hessen, am Montag als Gastgeberin Expertinnen und Experten zum Thema „Krebs: Prävention und Rehabilitation mit aktuellen Beispielen aus Hessen“.

Ein Video zum Reha-Kongress sehen Sie hier

Prävention vor Rehabilitation

„Das Thema Prävention und Gesundheitsförderung ist angesichts der demografischen Entwicklung und der Herausforderungen einer sich mit hoher Geschwindigkeit verändernden Welt von stetig wachsender Bedeutung“, sagte Büttner. „Und das nehmen wir in Hessen sehr ernst.“ Das Land habe gemeinsam mit Krankenkassen und Sozialversicherungsträgern, darunter die Deutsche Rentenversicherung Hessen, als erstes Bundesland die Rahmenvereinbarung zum Präventionsgesetz unterzeichnet, so Büttner, die sich seit Jahren ehrenamtlich im Vorstand der Hessischen Krebsgesellschaft für Prävention und Rehabilitation engagiert.

„Als Rehabilitationsträger für unsere Versicherten, als Beraterin regional ansässiger Unternehmen und als Arbeitgeberin für rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Deutsche Rentenversicherung Hessen mit dieser Thematik eng verbunden“, so die Erste Direktorin. „Dabei gewinnt der Gedanke ‚Prävention vor, nach und während der Rehabilitation‘ für die Deutsche Rentenversicherung zunehmend an Relevanz.“

Bahnbrechende Ergebnisse

Wie essenziell und erfolgreich Primärprävention sein kann, zeigen die bahnbrechenden Ergebnisse der Forschungen von Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Harald zur Hausen, der auch den Eröffnungsvortrag zum Reha-Kolloquium über „Stellenwert und Möglichkeiten der Primärprävention am Beispiel des Zervixkarzinoms“ hielt. Der Nobelpreisträger aus dem hessischen Wald-Michelbach erkannte als einer der ersten Ärzte und Forscher weltweit, dass es einen Zusammenhang zwischen einer Viruserkrankung und einer Krebserkrankung geben könnte.

Es gelang ihm und seiner Forschergruppe nachzuweisen, dass bestimmte Typen der Humanen Papillomviren (HPV) ursächlich für die Entstehung des Gebärmutterhalskrebses sind. „Diese Ergebnisse sind die Grundlage dafür, dass ein Impfstoff gegen die Infektion mit HPV entwickelt wurde und dieser nachweislich dazu in der Lage ist, die Entstehung einer Zervixkarzinoms zu verhindern“, sagte zur Hausen.

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs wird oft nicht genutzt

Obwohl die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) die HPV-Impfung als Standardimpfung für Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen neun und 14 Jahren empfiehlt und die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten dafür tragen, werde die den Gebärmutterhalskrebs vorbeugende Impfung in der Bevölkerung nicht gut angenommen, weiß PD Dr. Ulf Seifart, Chefarzt der Rehabilitationsklinik Sonnenblick der Deutschen Rentenversicherung Hessen für onkologische und orthopädische Erkrankungen in Marburg und beratender Arzt der Geschäftsführung.

Er verwies auf ein Modellprojekt, das 2015 an sechs südhessischen Grundschulen im Kreis Bergstraße startete und das dazu beitragen soll, aufzuklären und die Impfquote zu steigern. Die durchweg guten Ergebnisse und die positive Resonanz hätten nun Ausschlag dafür gegeben, das Projekt über die Pilotierung hinaus weiter fortzuführen. Das Modellprojekt läuft im Rahmen der hessischen Krebspräventionskampagne „Du bist kostbar“. Partner des Projekts sind insbesondere das Hessische Ministerium für Soziales und Integration, die Initiative „Prävention in der Metropolregion Rhein-Neckar“, der Kreis Bergstraße sowie Vertreter verschiedener Ärztegruppen.

Rehabilitation vor Rente

„Die Deutsche Rentenversicherung leistet eine wichtige Unterstützung für Menschen mit Krebserkrankungen“, betonte Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund. So wurde laut Roßbach 2015 in einer Befragung die onkologische Rehabilitation der Rentenversicherung von den Teilnehmenden als sehr positiv beurteilt: Von rund 14.000 Befragten beurteilten über 80 Prozent die Rehabilitation für sich als erfolgreich.

Von den Menschen im Berufsleben, die an einer medizinischen Rehabilitation nach Krebs teilgenommen haben, hatten 55 Prozent zwei Jahre nach der Rehabilitation wieder ein Erwerbseinkommen, wie Roßbach berichtete. Zusätzlich fördere die Berufliche Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung die Rückkehr von Betroffenen in das Berufsleben. Gelinge dies nicht, komme auch die Zahlung einer Erwerbsminderungsrente in Betracht. Im Jahr 2013 hätten nur 13 Prozent nach einer Reha eine Erwerbsminderungsrente gebraucht, so Roßbach.

Mit Reha der Verarmung von Krebskranken entgegenwirken

Die Rehabilitation sei somit auch eine Möglichkeit, der Verarmung von Krebskranken entgegenzuwirken, ergänzte der Chefarzt der Klinik Sonnenblick, Ulf Seifart. „Es besteht ein relevantes Risiko für Patienten, die vor ihrer Krebserkrankung ein durchschnittliches Einkommen bezogen haben, an den Folgen der Erkrankung und/oder Therapie zu verarmen", so Seifart.

Onkologische Rehabilitationskliniken und auch die Marburger Klinik Sonnenblick hätten unter dem Kürzel MBOR (Medizinisch berufliche Orientierung in der Rehabilitation) den Berufs- beziehungsweise Arbeitsplatzbezug zu einem wesentlichen Teil des Therapiekonzepts gemacht, um eine nachhaltige berufliche Integration zu erreichen. „Auch wenn die Erwerbsminderungsrente als soziale Errungenschaft nicht hoch genug einzuschätzen ist, bedeutet eine Berentung in der Regel eine erhebliche finanzielle Belastung“, sagte Seifart.

Das Reha-Wissenschaftliche Kolloquium 2017

Das Reha-Kolloquium zählt als Deutscher Kongress für Rehabilitationsforschung zu den wichtigsten Foren zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation. Der diesjährige Kongress findet vom 20. bis 22. März 2017 an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main statt und trägt das Motto „Prävention und Rehabilitation in Zeiten der Globalisierung“. Das Kolloquium wird jährlich von der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW) und einem regionalen Rentenversicherungsträger veranstaltet, in diesem Jahr ist die Deutsche Rentenversicherung Hessen Gastgeberin.

Es werden rund 1.600 Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis, Medizin, Psychologie und Therapie, Gesundheitsmanagement, Verwaltung und Politik erwartet, die insgesamt rund 200 wissenschaftlichen Vorträgen, Diskussionsforen und Plenarvorträgen folgen können. Etwa 50 Aussteller informieren rund um das Thema Rehabilitation. Außerdem wird unter 35 aktuellen Forschungsarbeiten der Posterpreis der Deutschen Rentenversicherung verliehen.

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Autor: Deutsche Rentenversicherung Hessen

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