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Rente

20.04.17

Wie aus vier Faktoren eine Rente wird

Mit einer einfachen Multiplikation lässt sich der spätere Rentenanspruch ermitteln.

Offenbach (sth). Entgeltpunkte, Zugangsfaktor, Rentenartfaktor, aktueller Rentenwert: Das sind die Zutaten, aus denen die spätere Rente wird. Was auf den ersten Blick noch wie ein Buch mit sieben Siegeln wirkt, ist also in Wirklichkeit nicht mehr als eine einfache Multiplikation mit vier Faktoren.

Den größten Einfluss auf die Höhe der Rente hat die Zahl der so genannten Entgeltpunkte, die man im Laufe seines Erwerbslebens gesammelt hat. Dazu wird für jedes (Kalender-)Jahr der persönliche Jahresbruttoverdienst mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten in diesem Jahr verglichen. Wer im Jahr 2017 also genau durchschnittlich verdient - das sind vorläufig geschätzte 37.103 Euro -, bekommt dafür einen (1,0) Entgeltpunkt, bei höherem oder niedrigerem Verdienst entsprechend mehr oder weniger. Mehr als gut zwei Entgeltpunkte pro Jahr gibt's jedoch auf keinen Fall. Grund: Wer mehr als derzeit 76.200 Euro pro Jahr verdient ("Beitragsbemessungsgrenze"), muss für den darüber liegenden Teil keine Beiträge mehr bezahlen, bekommt dafür aber auch keine Rente.

Mit dem Zugangsfaktor wird die Rente an das Alter zum Rentenbeginn angepasst. Wer im Jahr der für ihn geltenden Regelaltersgrenze in Rente geht, hat einen Zugangsfaktor von 1,0 (Beispiel: Versicherte des Jahrgangs 1952 erreichen diesen Faktor mit 65 Jahren und sechs Monaten, 1954 geborene schwerbehinderte Menschen mit 63 Jahren und acht Monaten). Bei einem vorzeitigen Rentenbeginn fällt der Zugangsfaktor jedoch geringer aus. Er beträgt zum Beispiel 0,964, wenn ein gesunder Versicherter des Jahrgangs 1952 ein Jahr vorzeitig, also mit 64 Jahren und sechs Monaten, in den Ruhestand geht. Grund ist der fällige Rentenabschlag von 3,6 Prozent. Der Zugangsfaktor sinkt dadurch um 0,036 Punkte.

Der Rentenartfaktor richtet sich nach der Funktion der Rente, die der Versicherte erhält. Eine Altersrente oder Rente wegen voller Erwerbsminderung hat den Rentenartfaktor 1,0, weil sie das frühere Einkommen ersetzen soll. Bei anderen Renten liegt der Rentenartfaktor darunter - zum Beispiel bei 0,55 (nach altem Recht: 0,6) für eine große Witwen- oder Witwerrente.

Über den aktuellen Rentenwert schließlich nehmen die Rentnerinnen und Rentner an der durchschnittlichen Einkommensentwicklung der Arbeitnehmer teil. Ab dem 1. Juli 2017 beträgt dieser Wert 31,03 Euro in den alten und 29,69 Euro in den neuen Bundesländern. So viel Rente gibt es im Alter pro Monat für einen Entgeltpunkt. 

Auf der Basis der genannten Faktoren ergibt sich daraus ab dem 1. Juli 2017 folgende Rentenformel für einen so genannten Standardrentner in den alten Bundesländern: 45 (Entgeltpunkte) x 1,0 (Zugangsfaktor) x 1,0 (Rentenartfaktor) x 31,03 Euro (aktueller Rentenwert) = 1.396,35 Euro Bruttomonatsrente. Für die neuen Ländern lässt sich auf diese Weise eine Standardrente von 1.336,05 Euro ermitteln.

Um den Auszahlungsbetrag (die Nettorente) zu erhalten, muss der Rentner von der Bruttorente jetzt noch

  • seinen Beitragsanteil zur Krankenversicherung (2017: durchschnittlich 8,4 Prozent),
  • den Pflegeversicherungsbeitrag von derzeit 2,55 Prozent (Kinderlose: 2,80 Prozent) sowie
  • die individuell unterschiedlich hohe Steuer abziehen.

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Autor: Stefan Thissen

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