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Rente

30.03.17

Minijobs: 1,2 Millionen zahlen Beiträge

Mehr als 18 Prozent der 450-Euro-Jobber stocken Arbeitgeber-Rentenbeitrag auf.

Essen/Bochum (sth). Die Zahl der Minijobber in Betrieben, die aus eigener Tasche Rentenbeiträge zahlen und damit Anspruch auf alle Renten-Leistungen erwerben, ist im vierten Quartal 2016 auf mehr als 1,2 Millionen gestiegen. Das waren 18,2 Prozent der insgesamt 6,67 Millionen 450-Euro-Kräfte, die im Dezember 2016 von der Minijob-Zentrale (im Bild: Dr. Erik Thomsen, Leiter der Minijob-Zentrale) registriert wurden. Ein Jahr zuvor lag der Anteil der rentenversicherungspflichtig Beschäftigten in Minijobs noch bei 17,8 Prozent (siehe auch Link unten).

Auch 43.200 Beschäftigte, die in Privathaushalten auf 450-Euro-Basis arbeiten, verzichteten den Angaben zufolge auf einen Teil ihres Lohns, um bei Bedarf und nach ausreichender Versicherungszeit eine Reha-Leistung oder – im äußersten Fall – eine Erwerbsminderungsrente zu bekommen. Hier stieg der prozentuale Anteil gegenüber dem Vorquartal leicht auf 14,3 Prozent. Insgesamt waren laut aktuellem Quartalsbericht der Essener Minijob-Zentrale im Dezember 2016 rund 303.000 Haushaltshilfen offiziell angemeldet.

Seit 2013 sind Minijobber generell rentenversicherungspflichtig, können aber auf Antrag bei ihrem Arbeitgeber auf die Versicherungspflicht verzichten. Der Vorteil eigener Beitragszahlungen: Den betroffenen Beschäftigten steht – nach entsprechender Versicherungszeit – das komplette Leistungspaket der Rentenversicherung offen, d.h. sie haben

  • bei medizinisch festgestelltem Bedarf Anspruch auf eine medizinische oder berufliche Reha-Leistung,
  • bei einer chronischen Krankheit oder nach einem Unfall, der eine Erwerbstätigkeit unmöglich macht, Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente,
  • Anspruch auf eine etwas höhere Altersrente und
  • Anspruch auf die staatliche Riesterförderung.

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Autor: Stefan Thissen

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