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Rente

23.01.17

"Rente mit 67 stabilisiert Beitragssatz"

DIW: Wegen Abschlägen bleibt Rentenkasse auch bei vorzeitigem Rentenbeginn gefüllt.

Berlin (diw/sth). Durch die schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre wird der Rentenbeitragssatz stabilisiert. Das gilt unabhängig davon, ob die Beschäftigten tatsächlich bis zu ihrer persönlichen Regelaltersgrenze arbeiten. Bewirkt wird dies vor allem durch die Rentenabschläge, die bei Versicherten anfallen, die vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gehen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (siehe auch Link unten).

Die Studie basiert auf der Simulation der Entwicklung des Beitragssatzes in drei Szenarien zum Rentenzugang. Im pessimistischen Szenario führt die Erhöhung der steigenden Regelaltersgrenze zu einer um ein Jahr längeren durchschnittlichen Lebensarbeitszeit; im mittleren Szenario sind es 1,4 und im optimistischen Szenario 1,8 Jahre, die im Durchschnitt mehr gearbeitet werden.

In allen drei Szenarien steigt der Beitragssatz von seinem aktuellen Niveau von 18,7 Prozent in den nächsten Jahren deutlich an, erreicht Mitte der 2030er-Jahre gut 23 Prozent und geht dann leicht zurück. Dabei unterscheiden sich die Beitragssätze zwischen den untersuchten Szenarien nur wenig. Dafür sorgen insbesondere die Abschläge, die die Rentenzahlungen derjenigen mindern, die vor Erreichen der Regelaltersgrenze aufhören zu arbeiten.

"Nicht alle müssen bis 67 arbeiten"

"Es ist keineswegs so, dass alle tatsächlich bis 67 arbeiten müssen, damit sich die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung stabilisiert", sagt Studien-Koautor Hermann Buslei. "Aus dieser Perspektive erfüllen die Abschläge ihren Zweck. Denn nicht alle werden bis 67 arbeiten können oder wollen." Auch vor der Reform bezog ein Teil der neuen Ruheständler eine Rente vor Erreichen der damaligen Regelaltersgrenze von 65 Jahren. Im Jahr 2011 war von allen Personen mit einem erstmaligen Bezug einer Altersrente gut die Hälfte jünger als 65 Jahre.

Die Abschläge können aber auf individueller Ebene die Rente erheblich verringern und das Risiko der Altersarmut erhöhen. Das Problem ist für diejenigen, die körperlich anstrengende Tätigkeiten ausüben oder gesundheitliche Probleme haben, besonders akut. "Hier wären Regelungen geboten, die es den Menschen ermöglichen, bis zum Regeleintrittsalter zu arbeiten, also zum Beispiel eine bessere Förderung der Weiterbildung auch für die Älteren oder eine Reduzierung der Arbeitszeit", sagt Koautor Daniel Kemptner. "Wenn das nicht geht und die Menschen beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig in Rente gehen müssen, sollte das Einkommen im Alter jenseits der Armutsgrenze dennoch gesichert werden. Hierfür wäre eine gezielte Erhöhung der Erwerbsminderungsrente wünschenswert."

Mehr zum Thema:

  • www.diw.de
    Link zur Studie "Rente mit 67 – Beitragssatz wird stabilisiert" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (im pdf-Format)

Autor: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

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