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Rente

21.03.17

Zuwanderer fahren selten zur Reha

Ausländische Beschäftigte nutzen nur halb so oft eine Heilbehandlung wie Deutsche.

Frankfurt (drv/sth). Medizinische Rehabilitationsleistungen der Rentenversicherung werden von ausländischen Versicherten deutlich seltener in Anspruch genommen als von Deutschen. Die Nutzung von Reha-Leistungen sei bei Versicherten mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit um rund die Hälfte niedriger als bei deutschen Versicherten, teilte die Deutsche Rentenversicherung am Montag am Rande des Reha-Kolloquiums 2017 mit.

Rund 1,5 Prozent der Versicherten mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit nahmen nach Angaben der gesetzlichen Rentenversicherer 2015 medizinische Rehabilitationsleistungen in Anspruch, bei Deutschen waren es in gleichen Jahr rund drei Prozent. Von rund 4,4 Millionen ausländischen Versicherten wurden demnach rund 62.900 auf Kosten der Rentenversicherung wieder fit den Beruf gemacht, von den 32 Millionen deutschen Versicherten seien es dagegen rund 950.000 gewesen. 

Sprachbarrieren und Informationsdefizite verhindern Reha

Sprachbarrieren und Informationsdefizite sind nach Angaben der Rentenversicherung häufig der Grund, warum Zuwanderer die Rehabilitationsleistungen der Rentenversicherung seltener als Deutsche nutzen. Migranten wüssten teilweise zu wenig darüber, wie ihnen im Fall einer gesundheitlichen Einschränkung geholfen werden kann. Auch religiöse oder kulturelle Barrieren oder ein unterschiedliches Krankheitsverständnis spielten eine Rolle.

Zudem sei Zuwanderern eine "Reha" aus den Herkunftsländern häufig nicht bekannt, so die Rentenversicherer. „Gelingt es, Migranten stärker für die Rehabilitationsleistungen zu sensibilisieren, bringt dies den Betroffenen eine stabilere Gesundheit und trägt damit dazu bei, dass sie länger im Erwerbsleben bleiben und damit auch im Alter besser versorgt sind", so Brigitte Gross, Direktorin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Vielfältige Aktivitäten sollen Wissensdefizit verringern

Die Deutsche Rentenversicherung hat vielfältige Aktivitäten gestartet, um auf diese Entwicklung zu reagieren. Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Rentenversicherung beispielsweise zusammen mit dem Ethno-Medizinischen Zentrum e. V. und der Medizinischen Hochschule in Hannover die mehrsprachige Aufklärungskampagne „MiMi – Mit Migranten Für Migranten“ gestartet. Ziel ist die verstärkte muttersprachliche Information von Migranten über die Rehabilitationsleistungen der Rentenversicherung.

Im Rahmen des Projekts werden etwa Migranten, die über gute Deutschkenntnisse verfügen, zu interkulturellen Gesundheitslotsen ausgebildet. Nach dieser Ausbildung führen sie Informationsveranstaltungen in den jeweiligen Lebensräumen und in der Muttersprache der Migranten durch. Darüber hinaus bietet die Rentenversicherung auch mehrsprachiges Informationsmaterial für Migranten an. Auch stellen sich die Rehabilitationseinrichtungen verstärkt auf die Bedürfnisse von Rehabilitanden ein, etwa durch mehrsprachige Ärzte oder therapeutisches Personal.

Mehr zum Thema:

  • www.deutsche-rentenversicherung.de
    Link zu Informationen über das Reha-Kolloquium 2017 in Frankfurt/M., bei  dem die Rehabilitation von Zuwanderern ein Schwerpunkt-Thema ist.

Autor: Deutsche Rentenversicherung

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