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Rente

17.05.17

Forscher: Keine Renten-Automatik

IAQ-Studie warnt vor Koppelung der Altersgrenze an die allgemeine Lebenserwartung.

Duisburg/Essen (sth). Eine automatische Anbindung der Renten-Altersgrenze an die allgemeine Lebenserwartung würde nach Ansicht eines Forscher-Teams der Universität Duisburg-Essen die soziale Schere zwischen gut und gering verdienenden Arbeitnehmern im Alter weiter vergrößern. Grund sei, dass nur eine Minderheit der Älteren "tatsächlich bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgeht", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) – siehe auch Link unten.

Nur rund 40 Prozent der in den Ruhestand tretenden Arbeitnehmer gehe direkt aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in die Rente, schreiben die Sozialforscher Gerhard Bäcker (im Bild), Andreas Jansen und Jutta Schmitz in der 130 Seiten starken Analyse. Ein großer Teil der neuen Rentnerinnen und Rentner sei dagegen vor Rentenbeginn arbeitslos oder nicht berufstätig gewesen. Angesichts der unterschiedlichen Voraussetzungen bei älteren Arbeitnehmern zwischen gesunden und gut Qualifizierten einerseits sowie gesundheitlich beeinträchtigten und gering Qualifizierten auf der anderen Seite sei die Diskussion um eine Anhebung der Altersgrenze über das 67. Lebensjahr hinaus "wie der zweite Schritt vor dem ersten".

Der Gesundheitszustand und das Sterblichkeitsrisiko hingen eng mit dem sozialen Status eines Menschen zusammen, so die Wissenschaftler. Deshalb führten pauschale Aussagen zur Lebenserwartung und zur Leistungsfähigkeit der Menschen "leicht in die Irre". "Nicht alle Älteren haben die positive Entwicklung der Lebenserwartung in gleichem Maße mitgemacht und sind ... bis zum aktuellen Regelrentenalter fit und arbeitsfähig", heißt es in der Studie. Deshalb würde eine weitere Anhebung der Altersgrenzen nach Ansicht der IAQ-Sozialforscher "den schon jetzt zu erkennenden Prozess einer sozialen Polarisierung im Altersübergang verschärfen".

Mehr zum Thema:

  • www.dgb.de
    Link zur Studie "Rente erst ab 70?" des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen im Auftrag des DGB

Autor: Stefan Thissen

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