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Rente: Wann Nachzahlen bis 31.3. lohnt

Besonders Ältere können von freiwilligen Zahlungen in die Rentenkasse profitieren. Manchmal wird durch die Einzahlung überhaupt erst eine spätere Rente ermöglicht. Die Höhe der Zahlung ist flexibel.

Der 31. März ist ein wichtiger Stichtag bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Wer bis dahin freiwillige Beiträge nachentrichtet, kann für das gesamte Vorjahr noch Rentenansprüche erwerben. Dafür muss man derzeit mindestens 955,20 Euro pro Jahr berappen. ihre-vorsorge erklärt, für wen sich die Beitragszahlung lohnt und worauf dabei zu achten ist.

Wer kann sich überhaupt freiwillig versichern?

Eigentlich inzwischen fast jeder, der nicht pflichtversichert ist. Seit August 2010 besteht diese Möglichkeit sogar für versicherungsfreie oder von der Versicherungspflicht befreite Personen - also etwa für Beamte oder Mitglieder einer berufsständischen Versorgungseinrichtung. Auch wer bereits eine Rente wegen Erwerbsminderung oder einen Altersteilrente erhält, kann sich freiwillig (weiter)versichern. Die freiwilligen Beiträge zählen dann später mit, wenn die Betroffenen die (volle) Altersrente erhalten.

Warum ist es denn wichtig, sich freiwillig zu versichern?

Dafür kann es eine Reihe von Gründen geben. Besonders wichtig ist die Versicherung für ältere Selbstständige. Sie können durch freiwillige Beiträge insbesondere ihre Ansprüche auf eine Erwerbsminderungsrente aufrechterhalten - und zwar ohne Gesundheitsprüfung, wie sie private Berufsunfähigkeitsversicherungen vornehmen. Damit können auch diejenigen, die wegen gesundheitlicher Handicaps kaum noch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen könnten, einen Versicherungsschutz für den Fall der Erwerbsminderung behalten. Durch freiwillige Beiträge wird dieser allerdings nur dann aufrechterhalten, wenn die Betroffenen Ende 1983 bereits die Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von fünf Jahren zurückgelegt hatten. Zudem muss - so Francesco Fronholt von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Rheinland - "seit Anfang 1984 jeder Monat mit einer rentenrechtlichen Zeit belegt sein". Es müssen also seitdem lückenlos Pflicht- oder freiwillige Beiträge geflossen bzw. Kinderziehungs- oder Ersatzzeiten vorhanden sein.

Nützt die freiwillige Versicherung auch für die Altersrente?

Ja. Um überhaupt mit 65 Jahren - oder demnächst etwas später - eine Altersrente zu bekommen, müssen mindestens fünf (Renten-)Versicherungsjahre nachgewiesen werden. Wer auf weniger als fünf Versicherungsjahre kommt, kann die fehlende Zeit durch freiwillige Beiträge "auffüllen".

Das gilt genauso für die 35-Jahres-Wartezeit. Nur wer diese Zeit erfüllt, kann bereits mit 63 Jahren die vorzeitige Altersrente für langjährig Versicherte erhalten. Auch hierbei zählen freiwillige Beiträge.

Wichtig ist zudem: Natürlich erhöhen freiwillige Beiträge - genau wie Pflichtbeiträge - auch die Rente. Als Faustregel gilt dabei: 1.000 Euro an Beiträgen pro Jahr bringen später bei der Rente gut 54 Euro jährlich oder 4,52 Euro monatlich mehr.

Wie hoch sind die freiwilligen Beiträge?

Mindestens 79,60 Euro im Monat und höchstens 1.094,50 Euro. Dazwischen können sich freiwillig Versicherte ihre Beiträge aussuchen - ganz wie sie wollen und können.

Müssen freiwillige Beiträge regelmäßig jedes Jahr gezahlt werden?
Im Prinzip nicht - mit einer Ausnahme: Selbstständige, die ihren Anspruch auf Erwerbsminderungsrente erhalten möchten, müssen lückenlos Beiträge nachweisen (siehe oben). Für sie kommt es also tatsächlich darauf an, spätestens bis zum 31. März eines Jahres die Beiträge fürs Vorjahr zu entrichten. Bei allen anderen freiwilligen Zahlern ist es wichtig, dass ihre Beiträge - je nach individuellem Fall - rechtzeitig eingehen. Wer beispielsweise Anfang 2021 mit 63 in Rente gehen möchte und nur 32 Versicherungsjahre nachweisen kann, sollte spätestens 2018 mit der freiwilligen Beitragszahlung beginnen, um dann zum geplanten Renteneintritt 35 Versicherungsjahre nachweisen zu können. Wer bis dahin noch einige Jahre der Pflichtversicherung als Arbeitnehmer nachweisen kann, braucht natürlich keine freiwilligen Beiträge zu zahlen.

Gibt es auch die Möglichkeit, freiwillig Beiträge auf einen Schlag für mehrere Jahre zu zahlen?

Ja, allerdings nur für diejenigen, die zu dem Zeitpunkt, an dem sie das Regelrentenalter erreichen, die fünfjährige allgemeine Wartezeit nicht erfüllen. Das kommt beispielsweise für Mütter oder Väter in Frage, auf deren Rentenkonten "Kindererziehungszeiten" von weniger als fünf Jahren und keine sonstigen Versicherungszeiten verbucht sind.

Was gilt für diese Elternteile?

Wenn sie vor 1955 geboren wurden, können sie bei Erreichen des Regelrentenalters "auf Antrag freiwillige Beiträge für so viele Monate nachzahlen, wie zur Erfüllung der allgemeinen Wartezeit noch erforderlich sind". So steht es in § 282 Abs. 1 des sechsten Sozialgesetzbuchs. Von dieser Regelung profitieren auch diejenigen, die bereits längst über das Regelrentenalter hinaus sind. Francesco Fronholt von der DRV Rheinland gibt ein Beispiel: "Eine heute 70-jährige Frau, die in den Jahren 1960 bis 1964 drei Kinder zur Welt gebracht hat und niemals erwerbstätig war, kann auf Grundlage dieser Regelung freiwillige Rentenversicherungsbeiträge nachzahlen. Bei einer freiwilligen Nachzahlung von 24 Monatsbeiträgen kommt sie zusammen mit den drei anerkannten Kindererziehungsjahren auf fünf Beitragsjahre und erhält so künftig eine Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung."

Kommt eine Einmalzahlung auch für berufsständisch Versicherte und für Beamte in Frage?

Ja, aber nicht für die Jüngeren unter ihnen - diese können zwar freiwillige Beiträge zahlen, allerdings nur jeweils bis zum 31. März für das Vorjahr. Wer dagegen bis Ende 2015 das reguläre Rentenalter erreicht und bis dahin einen entsprechenden Antrag stellt, kann "geballt" Beiträge nachzahlen. Auch hierzu ein Beispiel: Ein 1949 geborener Beamter, der vor mehr als 40 Jahren zunächst drei Jahre als Angestellter gearbeitet und Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt hatte, hat aufgrund dieser drei Versicherungsjahre noch keinen Anspruch auf eine gesetzliche Altersrente erworben. Mit 65 Jahren und drei Monaten erreicht er das reguläre gesetzliche Rentenalter. Wenn er dann auf einen Schlag für zwei Jahre Beiträge an die Rentenkasse entrichtet, erhält er neben seiner Pension - auf Antrag - auch eine gesetzliche Altersrente.

Tipp: Beamte sollten vorab bei ihrer Versorgungsstelle klären, ob sich diese Einzahlung für sie rechnet. Denn unter Umständen wird die gesetzliche Rente voll auf die Beamtenpension angerechnet.

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Autor: Rolf Winkel

Zuletzt aktualisiert am 08.03.2011

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