Rente / 13.08.2021

64 Prozent aller Renten waren 2020 steuerpflichtig

Für gesetzliche, betriebliche und private Renten in Höhe von 217 Milliarden Euro mussten die Empfänger im Vorjahr Teile an den Fiskus zahlen.

Bild zum Beitrag "64 Prozent aller Renten waren 2020 steuerpflichtig". Das Bild zeigt eine Hand, die einen Stempel mit der Aufschrift "Rentembesteuerung" hält.

Wiesbaden (destatis/sth). 21,8 Millionen Menschen in Deutschland haben im vergangenen Jahr Rentenzahlungen in einer Gesamthöhe von 341 Milliarden Euro erhalten. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, hätten damit rund 0,7 Prozent oder 146.000 Frauen und Männer mehr als im Vorjahr Renten erhalten. In der genannten Rentensumme sind demnach Einkünfte aus gesetzlicher, privater oder betrieblichen Rente enthalten. Die Höhe der gezahlten Renten sei im Jahresvergleich um 4,1 Prozent oder 13,5 Milliarden Euro gewachsen, so die Wiesbadener Behörde. 217 Milliarden Euro oder knapp 64 Prozent der gezahlten Renten zählten demnach zu den steuerpflichtigen Einkünften. Seit 2015 sei der durchschnittliche Besteuerungsanteil um mehr als 8 Prozentpunkte gestiegen.

Ursache für den Anstieg ist die Neuregelung der Besteuerung von Alterseinkünften im Alterseinkünftegesetz von 2005. Kernelement der Neuregelung ist der Übergang von einer sogenannten vorgelagerten zur nachgelagerten Besteuerung der gesetzlichen Renten bis zum Jahr 2040. Demnach werden die Aufwendungen zur Alterssicherung in der Ansparphase schrittweise steuerfrei gestellt und erst die Leistungen in der Auszahlungsphase steuerlich belastet. Welcher Anteil der Renteneinkünfte steuerpflichtig ist, richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns: Je später der Rentenbeginn, desto höher ist der besteuerte Anteil der Renteneinkünfte.

6,8 Millionen Rentenbeziehende mussten 2017 Einkommensteuer zahlen

Wie viele Rentnerinnen und Rentner Einkommensteuer zahlen, ist aufgrund der langen Fristen zur Steuerveranlagung für 2020 noch nicht bekannt. Aktuellste Informationen zur Rentenbesteuerung liegen für das Jahr 2017 vor. Demnach mussten 32 Prozent oder 6,8 Millionen der insgesamt 21,4 Millionen Rentenempfängerinnen und -empfänger Einkommensteuer auf ihre (gesetzlichen, privaten oder betrieblichen) Renteneinkünfte zahlen. Im Vergleich zu 2016 stieg der Anteil um knapp 3 Prozentpunkte beziehungsweise 516.000 Personen.

Bei knapp 90 Prozent der steuerbelasteten Rentenempfängerinnen und -empfänger - hierzu zählen auch hinterbliebene Eheleute und Kinder - liegen neben den Renten noch andere Einkünfte vor. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren können das auch Einkünfte der Partnerin oder des Partners sein, die für die Besteuerung zusammengerechnet werden. Die Angaben stammen aus der Statistik der Rentenbezugsmitteilungen und der Lohn- und Einkommensteuerstatistik.

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 Statistisches Bundesamt (destatis)