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Altersarmut: Nur 3 Prozent der Senioren beziehen Grundsicherung im Alter

Die Debatte um die Grundrente wird von der Angst vor Altersarmut befeuert. Schon heute können Menschen ab etwa 65 Jahren mit geringen Alterseinkünften die Grundsicherung im Alter erhalten. Doch obwohl die Zahl der Senioren kontinuierlich steigt, erhalten derzeit nur gut drei Prozent der Bevölkerung in dieser Altersgruppe die Altersgrundsicherung. Unter den Beziehern einer gesetzlichen Altersrente ist der Anteil noch geringer.

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Rentnerin zählt Euro-Geldscheine und Münzen auf einem Tisch mit weißer Tischdecke. Bild: IMAGO / Panthermedia / michimulder

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Ursachen für Altersarmut

  • 33 Prozent der Grundsicherungsempfänger waren in ihrem Leben nie oder nur in geringem Umfang erwerbstätig,
  • 75 Prozent erreichten vor der Altersgrenze weniger als 30 Berufsjahre und
  • mehr als 80 Prozent können nicht die für die geplante Grundrente erforderlichen 35 Beitragsjahre vorweisen.
Aktuell kommen nach Analysen der Deutschen Rentenversicherung zwar 65 Prozent der in den Ruhestand tretenden Rentner*innen auf 35 Beitragsjahre – 99 Prozent von ihnen beziehen aber keine Grundsicherung.

Neurentner haben öfter Bedarf an Grundsicherung

Die mit Abstand größte Altersgruppe unter den Grundsicherungsempfängern bilden der Analyse zufolge Senioren zwischen dem Rentenbeginn und 70 Jahren (2017: etwa 192.000 von 544.000 insgesamt), die kleinste Gruppe die über 85-Jährigen (etwa 44.700). Bemerkenswert: In den höheren Altersgruppen sinkt nicht nur – wegen der Lebenserwartung – die Zahl, sondern auch der Anteil der Menschen, die Leistungen des Grundsicherungsamts in Anspruch nehmen müssen.

Die niedrigsten Hilfebedarfsquoten ermittelte Forscher Kaltenborn in der höchsten Altersklasse (ab 85 Jahren). Der Anstieg des Grundsicherungsbedarfs sei dagegen bei den jüngeren Rentnern „besonders ausgeprägt“, stellte Kaltenborn im vergangenen Jahr bei einer Tagung in Berlin fest.

Prognose: 2030 bis zu 5,5 Prozent der Rentner von Altersarmut bedroht

Für die Zukunft lassen sich naturgemäß zwar keine verlässlichen Prognosen erstellen. Bruno Kaltenborn und Rentenversicherungs-Expertin Brigitte Loose gehen aber von einem moderaten weiteren Zuwachs des Grundsicherungsbedarfs von Senioren aus. Allerdings sei dieser „geringer als vielfach befürchtet“, so Loose und Kaltenborn. Je nach wirtschaftlicher Entwicklung dürfte die Zahl der Bedürftigen demnach bis zum Jahr 2030 auf 835.000 (Anteil: 4,3 Prozent) bis zu 1,05 Millionen (5,5 Prozent) klettern. Ein geringerer Anstieg sei derzeit „etwas realistischer“ als eine stärkere Zunahme, zeigten sich die Alterssicherungsexperten zuversichtlich.

Weitere Informationen


Wenn das Geld im Alter nicht reicht: Finanzielle Unterstützung für Rentner
Magazinbeitrag auf ihre-vorsorge.de

www.fna-rv.de
Studie zur Entwicklung des Grundsicherungsbedarfs im Alter und der Rentenhöhe Betroffener des Wirtschaftsforschers Bruno Kaltenborn (2016)

www.fna-rv.de

www.deutsche-rentenversicherung.de
Wissenschaftliche Prognose zur Entwicklung des Grundsicherungsbedarfs im Alter bis 2030 (2017) sowie die Folien zu einem Vortrag der Rentenversicherungs-Expertin Brigitte Loose und des Wirtschaftsforschers Bruno Kaltenborn (2018)

http://portal-sozialpolitik.de

Grafik über den Anteil der Grundsicherungsbezieher an der Bevölkerung und den Anteil der Altersrentner mit Grundsicherungsbezug

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