Aktuell beleuchtet / 02.10.2017

Beamte: Ohne Zulagennummer geht nichts

Auch Beamte können riestern – wenn sie vorher ein paar Bedingungen erfüllt haben

Paar bedankt sich für Beratung –Bildnachweis: shutterstock.com © ESB Professional

Offenbach (kma). Die Riester-Rente gibt es auch für Beamte, Richter und Berufssoldaten. Weil viele von ihnen aber keine Sozialversicherungsnummer haben, müssen sie sich zuerst eine Zulagennummer  besorgen und ihrem Arbeitgeber gegenüber eine Einwilligung in die Datenübermittlung abgeben. Das geht in einem Rutsch.  

Schritt für Schritt zur Riester-Rente für Staatsdiener:

Schritt 1: Vertrag abschließen

Sie schließen einen Riester-Vertrag ab. Natürlich nachdem Sie sich umfassend informiert und Angebote verglichen haben. Einen ersten Überblick bekommen Sie hier. Lassen Sie sich am besten unabhängig beraten, zum Beispiel von der Verbraucherzentrale, der deutschen Rentenversicherung oder einem unabhängigen Honorarberater.

Schritt 2: Zulagennummer beantragen

Überprüfen Sie, ob Sie schon eine Sozialversicherungsnummer haben (zum Beispiel aus der Zeit vor der Verbeamtung). Die Nummer ist wichtig für den Antrag auf die staatliche Riester-Zulage.

  • Wenn Sie eine haben: Teilen Sie sie Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer Besoldungsstelle mit.
  • Wenn Sie keine haben: Beantragen Sie eine Zulagennummer bei ZfA, der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen. Das geht über Ihren Arbeitgeber oder Ihre Besoldungsstelle.

Schritt 3: Einwilligung abgeben

Bei Soldaten, Beamten und Richten werden die Einkommensdaten nicht bei den Rentenversicherungsträgern gespeichert. Deshalb müssen Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber oder der Besoldungsstelle eine Einwilligung zur Übermittlung dieser Daten abgeben. Dafür reicht zwar eine formlose Einwilligung, aber einige Besoldungsstellen geben dafür auch Vordrucke aus. Sie können das bei der Beantragung der Zulagennummer gleich mit abgeben.  

Die Daten gehen an die ZfA und diese

  • ermittelt anhand der Daten den Zulagenanspruch
  • prüft, wie hoch der Mindesteigenbetrag im Jahr sein muss (4 Prozent des Bruttoeinkommens des Vorjahres) und
  • ob Anspruch auf Kinderzulage besteht (solange Kindergeld fließt)

Schritt 4: Frist einhalten

Bisher gilt: Beamte müssen die entsprechende Einwilligung spätestens bis zum Ablauf des zweiten Kalenderjahres, das auf das Beitragsjahr folgt abgeben. Tun sie das nicht, gehen die Zulagen für diesen Zeitraum verloren bzw. kann die Zulagenstelle sie wieder zurückfordern.

Diese Frist ändert sich ab 2019: Die Einwilligung müssen Beamte und Co. dann grundsätzlich im Beitragsjahr erteilen. Vorteil: Fehlt die Einwilligung, wird dies früher bemerkt und der Fehler kann behoben werden. Beamte müssen dazu einen Festsetzungsantrag stellen und die Einwilligung nachholen. Denn wenn keine Einwilligung in die Datenübermittlung vorliegt, erhält die ZfA keinen Datensatz von der zuständigen Besoldungsstelle und es wird gar keine Zulage gewährt.  

  • Achtung: Ihre Einwilligung müssen Beamte beim Arbeitgeber- oder Dienstherrenwechsel neu abgeben.

Schritt 5: Zulagenantrag stellen

Stellen Sie den Zulagenantrag bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA). Das läuft über Ihren Anbieter. Am besten machen Sie ein Kreuzchen bei „Dauerzulagenantrag“, damit Sie den Antrag nicht jedes Jahr neu stellen müssen.  

  • Aber Achtung: Gehaltssprünge, Hochzeit, Kind oder Jobwechsel, alles das hat einen Einfluss auf den Riester-Vertrag. Mal muss der Zulagenantrag neu ausgefüllt werden, mal die Einzahlungen angepasst werden.

Schritt 6: Beiträge zahlen und Zulagen werden dem Vertrag gutgeschrieben

Die Grundzulage beträgt derzeit 154 Euro (und 175 Euro ab Beitragsjahr 2018). Damit die Zulage in maximaler Höhe (175 Euro als Grundzulage und für Kinder 185 Euro bei Geburten vor 2008 und 300 Euro bei Geburten ab 2008) gezahlt wird, müssen Sie für jedes Jahr einen Beitrag in gesetzlich festgelegter Mindesthöhe einzahlen (Mindesteigenbeitrag). Der Mindesteigenbeitrag errechnet sich aus 4 Prozent des maßgeblichen Vorjahresbruttoeinkommens abzüglich der Zulage. Der Mindesteigenbeitrag ist nach oben auf 2.100 Euro (Eigenbeitrag und Zulage) begrenzt.  

Zulagenberechtigt sind auch Ehepartner von Riester-Sparern. Und für Kinder gibt es zusätzlich die Kinderzulage: 300 Euro im Jahr für jedes ab 2008 geborene Kind und 185 Euro für vor 2008 geborene Kinder. Voraussetzung: Die Eltern bekommen für die Kinder auch Kindergeld. Alle Zulagen fließen in den Riester-Vertrag und erhöhen so die Ansparsumme.

Schritt 7: Steuererklärung abgeben

Wie alle anderen Riester-Sparer auch haben Staatsdiener die Möglichkeit, ihre Sparbeiträge für die Riester-Rente bis zu einer Höhe von 2.100 Euro als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend zu machen. Die Differenz zwischen der steuerlichen Auswirkung des Sonderausgabenabzugs und der erhaltenen Zulage bekommt der Riester-Sparer dann von seiner Einkommensteuer abgezogen.

  • Beispiel: Sie erhalten für Ihren Riester-Vertrag 154 Euro Grundzulage und 185 Euro als Kinderzulage. Ihre Beiträge in Höhe von 2.100 Euro (inklusive Zulage) werden als Sonderausgaben abgesetzt und führen zu einer Steuerersparnis von insgesamt 798 Euro. Nach Abzug der Zulagen bekommen Sie dann über die Steuererklärung für Ihre Riester-Rente als Beamter eine Erstattung von 459 Euro.

Und weiter?

Wenn sich Ihr Einkommen ändert, wenn Sie heiraten, wenn Ihre Kinder die Ausbildung abgeschlossen haben und Sie kein Kindergeld mehr bekommen, müssen Sie diese Änderungen dem Anbieter mitteilen und ihre Eigenbeiträge wenn nötig anpassen (bei Einkommensänderung).

Ansonsten heißt es: Weiter Beiträge und Zulagen sparen, bis Sie in den Ruhestand gehen. Was Sie als Riester-Rentner wissen müssen, erfahren Sie hier.  

  • Wichtig: Riester-Rentner müssen Steuern zahlen. Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge fallen nur für freiwillig gesetzlich Krankenversicherte an.

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Autor

Katja Mathes