Aktuell beleuchtet / 27.07.2015

Deutsche Gründlichkeit? Weit gefehlt!

Neue Umfrage der Minijob-Zentrale zeigt, wie Deutsche zum Saubermachen stehen – und zum Anmelden von Haushaltshilfen.

Reinigungsmittel und Wischer – Bildnachweis: gettyimages.de © Westend61

So oft es geht oder nur einmal im Monat? Allein oder mit professioneller Hilfe? Die Minijob-Zentrale wollte wissen: „Wie putzt Deutschland?“. Das Ergebnis einer repräsentativen forsa-Umfrage: Nur sieben Prozent der Bundesbürger putzen in ihrem Haushalt täglich. Doch längst nicht jeder schwingt selbst den Putzlappen. Elf Prozent der 1.500 Befragten lassen sich von einer Haushaltshilfe unter die Arme greifen. Am häufigsten übernehmen die helfenden Hände Aufgaben, die bei fast allen Befragten sehr unbeliebt sind: Boden wischen, Bad putzen oder die Fenster reinigen. Auch regional gibt es große Unterschiede bei den Putzgewohnheiten der Deutschen.

Deutschland ist für seine Gründlichkeit über seine Landesgrenzen hinaus bekannt. Dass es innerhalb der Bundesrepublik in puncto Ordnung und Sauberkeit allerdings erhebliche Unterschiede gibt, zeigen die repräsentativen Ergebnisse der forsa-Umfrage im Auftrag der Minijob-Zentrale.

Gerade in der Hauptstadt nimmt man es mit dem regelmäßigen Hausputz nicht so genau. „Jeder vierte Berliner putzt in seinem Haushalt weniger als einmal pro Woche“, erklärt Dr. Erik Thomsen, Leiter der Minijob-Zentrale. Die Großstädter putzen auch am kürzesten. Sie gaben am häufigsten an, weniger als eine Stunde pro Woche ins Saubermachen zu investieren.

Im Ländle geht es dagegen reinlicher zu. Zwölf Prozent der Baden-Württemberger putzen täglich im eigenen Haushalt. Fast jeder dritte Baden-Württemberger putzt sogar mehr als drei Stunden pro Woche. 

Deutschland - Land der Putzmuffel?

Auch wenn viele Putzmittel mit Attributen wie „Power“ oder „Active“ daherkommen, entfacht die Aussicht auf das nächste Reinemachen bei den meisten der Befragten wenig Dynamik. Putztätigkeiten, die einen größeren Körpereinsatz erfordern, wie Bad putzen (20 Prozent) oder Boden wischen (19 Prozent), erledigt die Mehrheit der Befragten sehr ungern. Platz eins der nervigsten Aufgaben: Bügeln (39 Prozent). Ähnlich viel Abneigung haben die Deutschen gegen das Fensterputzen (31 Prozent).

Dabei helfen schon kleine Tricks, um sich für den Hausputz zu motivieren. „Wer putzt, sollte eher an das Endergebnis – also an ein gepflegtes Umfeld – denken und nicht an das Putzen selbst“, erklärt die bekannte TV-Haushaltsexpertin Silvia Frank. 

Haushaltshilfen für unbeliebteste Aufgaben

Doch nicht jeder greift in seinem Haushalt selbst zu Staubsauger und Putzlappen. Um nicht im Chaos zu versinken, beschäftigen elf Prozent der Befragten eine Haushaltshilfe in ihrem Privathaushalt. Dabei engagieren Westdeutsche (12 Prozent) doppelt so häufig eine Haushaltshilfe wie Ostdeutsche (6 Prozent).

Die Mehrheit der privaten Arbeitgeber (14 Prozent) ist zudem über 60 Jahre alt. „Wenn mit zunehmendem Alter die anfallenden Arbeiten nicht mehr so leicht von der Hand gehen, sind Haushaltshilfen für viele eine wertvolle Unterstützung“, erklärt Dr. Thomsen, Leiter der Minijob-Zentrale.

Die überwiegende Mehrheit der Personen, die eine Haushaltshilfe beschäftigen, gibt an, dass ihre Hilfskraft vor allem die weniger geliebten Aufgaben erledigt: Boden wischen (74 Prozent), das Bad putzen (71 Prozent), die Fenster reinigen (69 Prozent) und Staub wischen (64 Prozent). 

Viele Arbeitgeber unterstützen Schwarzarbeit

So gern sie auf die Arbeit ihrer Haushaltshilfe zurückgreifen, so ungern melden viele Arbeitgeber sie an. In deutschen Privathaushalten arbeiten rund 284.000 angemeldete Minijobber. „Schätzungen zufolge liegt die Dunkelziffer der schwarzarbeitenden Haushaltshilfen bei vier Millionen“, so Thomsen.

Dabei ist Schwarzarbeit im Haushalt kein Kavaliersdelikt und der Weg in die Legalität ganz einfach. Durch die Anmeldung bei der Minijob-Zentrale profitieren Arbeitgeber zudem von Steuervorteilen und Minijobber erwirken unter anderem den Anspruch auf Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sowie auf den gesetzlichen Mindestlohn. 

Mehr zum Thema:

  • www. minijob-zentrale.de
    Zu den Umfrage-Ergebnissen als PDF
  • www.haushaltsjob-boerse.de
    Über die Haushaltsjob-Börse, das Online-Portal der Minijob-Zentrale, können Arbeitgeber und Minijobber private Stellenangebote finden und einstellen - kostenlos und deutschlandweit.
  • www.minijob-zentrale.de
    Wichtige Infos für Minijobber bietet die Minijob-Zentrale auf ihren Internetseiten.