Altersvorsorge / 22.03.2021

Die 7 Erfolgsregeln der Altersvorsorge

Ein Geheimrezept für ein Vermögen im Ruhestand gibt es nicht. Wer aber einige Regeln beachtet, legt damit die Grundlage für eine erfolgreiche Altersvorsorge.

Die 7 Erfolgsregeln der Altersvorsorge. – Paar sitzt am Esstisch und sichtet Dokumente.

Inhalt

1. Versorgungslücke erkennen

Reicht meine Rente im Alter? Die Frage kommt zwangsläufig bei allen Überlegungen zur Altersvorsorge auf.

Die Deutsche Rentenversicherung sendet allen Versicherten einmal jährlich eine Renteninformation, sofern sie mindesten 27 Jahre alt sind und fünf Beitragsjahre auf dem Konto haben.

Der Renteninformation können Sie entnehmen, welche Ansprüche Sie bislang aus der gesetzlichen Rente erworben haben und wie hoch Ihre Rente voraussichtlich  ausfällt, wenn Sie weiter wie bisher in die Rentenversicherung einzahlen.

Allerdings: Nicht immer sind in den Daten der Rentenversicherung alle relevanten Zeiträume erfasst. Unter Umständen steht Ihnen also mehr Rente zu als bisher gedacht. Um das sicher zu stellen, hilft eine Kontenklärung. Erst wenn das Rentenkonto geklärt ist, ergibt sich ein klares Bild zu den eigenen Rentenansprüchen.

Nutzen Sie am besten zusätzlich unseren Rentenschätzer. Mit Angaben zu künftigen Einnahmen schätzt das Tool Ihre voraussichtliche Rente.

Tipp: Freiwillige Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen

Sicherungslücken lassen sich oft mit freiwilligen Beiträgen in die Rentenversicherung schließen. Durch höhere Beiträge steigt der spätere Rentenanspruch. Ob das auch in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären Sie am besten in einem Beratungsgespräch bei der Deutschen Rentenversicherung.


Neben der gesetzlichen Rente haben Sie vielleicht auch Ansprüche aus einer betrieblichen Altersvorsorge oder einer Riester-Rente. Auch hier sollten Sie sich einen Überblick über die zu erwartenden Einkünfte verschaffen – mehr dazu im Beitrag „Das leisten Renteninformationen

Ob Ihre Einnahmen im Alter reichen, hängt natürlich von Ihren zu erwartenden Ausgaben ab. Als Faustregel gilt: Etwa 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens reichen im Rentenalter aus. 

Kalkulieren Sie hier großzügig und denken Sie auch an den Verlust der Kaufkraft (Inflation). Hilfreich ist der Finanzbedarf-Rechner der Stiftung Warentest.

Vergessen Sie nicht, dass bei entsprechend hohem Einkommen auch im Rentenalter Steuern fällig werden.

2. Das Ziel festlegen

Formulieren Sie Ihr Ziel, wie viel Geld Sie im Alter haben wollen, damit Sie sich eine ausreichende Zusatzrente zahlen können.

Halten Sie sich dabei an die Faustregel, dass Sie bei 2,5 Prozent Zins im Alter und einer Rentenlaufzeit von 30 Jahren rund 25.500 Euro benötigen, um sich davon eine Rente von 100 Euro zahlen zu können. Für 500 Euro Zusatzrente brauchen Sie also einen Kapitalstock von 127.500 Euro.

3. Staatliche Förderung checken

Riester-Rente, Rürup-Rente, betriebliche Altersvorsorge (BAV): Der Staat fördert die zusätzliche Altersvorsorge auf vielfältige Weise. Vorteile gibt es in Form von Steuererleichterungen, einer Ersparnis bei den Sozialversicherungsbeiträgen oder direkten Zuschüssen.

Alle Modelle haben jedoch auch Nachteile und sind nicht für jeden gleichermaßen geeignet.

4. Unabhängig beraten lassen

Treffen Sie daher keine Entscheidungen für die Altersvorsorge, ohne sich vorher unabhängig beraten zu lassen. Sie sollten die Vorsorgemodelle verstehen, die Funktionsweisen sowie die Vor- und Nachteile.

Andernfalls riskieren Sie Verluste, wenn sich herausstellt, dass der eingeschlagene Weg der falsche war. Wer zum Beispiel einen Riester-Vertrag kündigt, muss die Zulagen wieder an den Staat zurückzahlen.

Tipp: Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung

Die Deutsche Rentenversicherung berät unabhängig und kostenlos zu allen Fragen der Altersvorsorge.

  • Für eine individuelle Beratung vereinbaren Sie am besten einen Termin mit den Altersvorsorgeexperten in den Geschäftsstellen oder über die kostenlose Servicenummer 0800 1000 4800.
  • Für einzelne Fragen empfehlen wir Ihnen das Expertenforum von ihre-vorsorge.de. Sie erhalten hier schnell und unkompliziert Antworten von erfahrenen Expertinnen und Experten der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und der DRV Knappschaft-Bahn-See.

Unabhängige Altersvorsorge-Beratung

Die Deutsche Rentenversicherung berät Sie zu Ihren Fragen der Altersvorsorge – kostenlos und vollkommen unabhängig. Was Sie dazu mitbringen müssen, erklärt Jacqueline Müller von der Deutschen Rentenversicherung Hessen.

5. Kosten vergleichen

Sie haben schon konkrete Angebote im Auge? Lassen Sie sich bei allen Produkten vom Anbieter exakt die Kosten ausrechnen.

Gebühren für den Abschluss, die Vertragsverwaltung, die Geldanlagen – all das zahlen Sie mit Ihren monatlichen Beiträgen. Je höher die Kosten sind, desto niedriger die Rendite.

6. Realistisch bleiben

Lassen Sie sich nicht von unseriösen Versprechen verlocken. Rund um das Thema Altersvorsorge gibt es Gesetzmäßigkeiten, die seriöse Anbieter nicht in Frage stellen. So ist eine zweistellige Rendite nicht ohne hohes Verlustrisiko zu bekommen. Und Steuersparmodelle setzen voraus, dass Sie hohe Steuern zahlen, damit sie lohnend sind.

Akzeptieren Sie solche Gesetzmäßigkeiten und richten Sie Ihr Handeln danach aus. So vermeiden Sie böse Überraschungen.

7. Starten statt warten

Altersvorsorge will gut überlegt sein, denn die Strategie sollte auf Dauer angelegt sein. Trotzdem: Schieben Sie Ihre Pläne nicht auf die lange Bank. Je weiter der Ruhestand entfernt ist, desto mehr Zeit bleibt zum Vermögensaufbau.

Bis zu einer Entscheidung sollten Sie Ihre Reserven nicht auf dem Sparbuch oder Girokonto verkümmern lassen. Besser ist ein Tagesgeldkonto. Das bringt immerhin ein wenig Zinsen und Sie können trotzdem kurzfristig reagieren.

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Autor

Oliver Mest