Altersvorsorge / 01.03.2021

Glänzt Gold in der Krise?

In Krisenzeiten flüchten viele Anleger in vermeintlich sichere Anlagen, zum Beispiel Gold. Aber zahlt sich das auch aus?

Kapitalanlage: Glänzt Gold in der Krise? – Goldbarren liegt auf einem Tisch.

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Gold gilt als krisenfeste Anlage. Das lässt sich im Moment auch gut beobachten: Lag der Preis für eine Feinunze Gold Anfang Januar 2020 bei etwa 1.530 US-Dollar, kletterte er angesichts der Corona-Pandemie bis August auf fast 2.060 Dollar. Mitte Februar 2021 lag er immer noch bei etwa 1.830 Dollar.

Der Faktor Sicherheit ist für viele Käufer tatsächlich ein wichtiges Argument. Kein Wunder also, dass zu Beginn der Corona-Krise Käufer bei den Händlern Schlange standen.

Wie krisensicher ist Gold wirklich?

„Gold hat noch nie und wird vermutlich auch nie seinen Wert vollständig verlieren“, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW. „Das heißt aber nicht, dass Gold eine krisensichere Anlage ist.“ Denn auch bei dieser Form der Geldanlage gibt es Risiken.

Zum Beispiel das Währungsrisiko: Gold wird vorrangig in Dollar gehandelt und wenn der fällt, fällt auch die Rendite der Barren und Münzen. Umgekehrt kann der Goldverkäufer bei einem steigenden Dollar seinen Gewinn noch ausbauen.

„Zehn Prozent sind nicht verkehrt“

Doch nicht nur Devisen können volatil sein, auch der Goldpreis schwankt stark. „Daher sollte man in Gold nur das Geld anlegen, das man längerfristig entbehren kann“, rät Roland Aulitzky von der Stiftung Warentest. „Zehn Prozent der Gesamtanlage in Gold zu investieren, halte ich für nicht verkehrt.“ Gold verbessere schließlich die Streuung im Depot.

Dividenden wie bei Aktien oder Zinsen wie beim Festgeld gibt es bei Goldanlagen aber nicht. Kurs- und Währungsgewinne sind die einzige Möglichkeit, an Gold etwas zu verdienen.

Kosten beim Goldkauf beachten

Wer in Gold anlegen möchte, kann entweder Barren und Münzen kaufen oder alternativ Wertpapiere wie Goldaktien oder Goldfonds erwerben. Die Kosten machen den Unterschied – und bei Gold sind die Kosten oftmals happig.

Kleine Stückelungen sind teuer

Der Aufpreis für kleine Barren ist enorm. Laut einer Anbieterbefragung der Zeitschrift „Finanztest“ lag er am Jahresanfang 2020 zwischen 11 und 37 Prozent für einen Goldbarren mit 1 Gramm.

Aulitzky rät daher mindestens eine Feinunze Gold zu kaufen – also rund 31,1 Gramm. Da findet man sogar Filialbanken, die nur vier Prozent aufschlagen.

Lieferung und Lagerung

Wer physisches Gold besitzen möchte, auf den kommen in der Regel weitere Kosten zu. Neben der Lieferung, die einige hundert Euro kosten kann, ist das vor allem die Lagerung. Zuhause lagern, auch im Safe, bedeutet ein hohes Risiko.

Um vor Diebstahl sicher zu sein, rät Scherfling, sei es in der Regel am besten, sich ein ausreichend versichertes Schließfach zu mieten. Das kostet mindestens zwischen 50 und 100 Euro.

Goldkauf und Steuer

Gut für die Rendite: Der Goldkauf ist von der Mehrwertsteuer befreit. Und wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt, sind auch die Gewinne steuerfrei.

Xetra-Gold oder Gold-ETC sind Alternativen

Wer lieber keine echten Barren oder Münzen kaufen möchte, der kann sich mit Xetra-Gold auch ein Wertpapier zulegen. Diese Gold-ETC – das Kürzel steht für Exchange Traded Commodities, also börsengehandelte Rohstoffe – sind preiswert und gut handelbar.

Jedes Wertpapier verbrieft ein Gramm Feingold. Das physische Gold lagert im Zentraltresor für deutsche Wertpapiere in Frankfurt und wird auf Verlangen und gegen Aufpreis auch ausgeliefert.

Vorteil der Goldwertpapiere: Man braucht kein Schließfach, ein Depot genügt. Auch in anderer Hinsicht lassen sich Kosten sparen. „Die Kaufkosten für Gold-ETC sind nicht höher als für gängige Aktien-ETF, bei günstigen Direktbanken also marginal“, sagt Aulitzky.

Goldanbieter gut prüfen

Wer mit einer Goldanlage liebäugelt, sollte sich den Anbieter gut anschauen. Auf dem Markt tummeln sich laut Stiftung Warentest viele schwarze Schafe. Der Goldkauf unterliegt nicht der Aufsicht der Bafin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Die Schwindelshops erscheinen laut Warentestern teilweise oben bei einer Google-Suchanfrage und sind für Laien auf Anhieb nicht einfach zu erkennen. Betrüger setzen darauf, dass Interessierte nicht genau hinschauen und ihr Geld arglos überweisen. Die Vergleichsplattform Gold.de bietet eine fortlaufend aktualisierte Warnliste.

Vorsicht auch bei Sammler- und Gedenkmünzen. „Sie sind als reine Geldanlage nicht zu empfehlen“, sagt Roland Aulitzky. „Wegen des ideellen Wertes zahlt man hohe Aufschläge auf den Materialwert.“

Autor

 Deutsche Presseagentur