Aktuell beleuchtet / 18.12.2017

Gold unterm Baum? Das gibt’s zu beachten

Münze oder Barren – Gold gilt als besonders wertbeständig und landet deshalb auch oft als Geschenk unterm Weihnachtsbaum. Aber die Geldanlage Gold hat nicht nur Vorteile.

Goldbarren mit Aufdruck. – Bild: iStockphoto © ma-no

Gold als Anlage: Drei Vorteile und drei Nachteile

Gold gilt als eines der stabilsten Investments auf der Welt – und begründet einen ganzen Mythos. Einer der Gründe: Gold lässt sich nicht so einfach vermehren. Pro Jahr werden nur rund 2.500 Tonnen neu aus der Erde geholt, zu hohen Kosten.

Alles Gold, was bisher gefördert wurde, passt in einen Würfel mit einer Kantenlänge von 21 Metern. Das sind rund 165.000 Tonnen, die als Wert verbrieft sind.

Gold ist immer handelbar und hat in der Vergangenheit nur wenig an Wert und Wertschätzung verloren. Verständlich also, dass Gold als Anlageinstrument begehrt ist – und Vorteile bringt.

1. Vorteil: Gold ist eine physische Anlage

Gold hat einen unschätzbaren Vorteil: Es ist eine physische Anlage, Sie müssen nicht Wertpapiere an Banken zurückgeben, um mit dem Gold etwas anfangen zu können. Gold ist für sich betrachtet ein Wert, der einen Gegenwert verspricht, den Sie in den Händen halten können. Bei den Barren gibt es von einem Gramm bis 1.000 Gramm die unterschiedlichsten Angebote.

Aber Vorsicht: Je kleiner die Barren werden, umso größer ist die Differenz zwischen dem Kaufpreis, den Sie bezahlen, und dem Verkaufspreis, den Sie später wieder erhalten!

Goldmünzen sind ebenfalls eine Alternative für Goldanleger. Am besten sind gängige Anlegermünzen, die in größerer Stückzahl produziert werden, wie etwa der Krügerrand aus Südafrika, die australische Nugget, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf aus Kanada oder China Panda. Diese Münzen sind in der Regel jederzeit gut handelbar.

2. Vorteil: Gold hat Steigerungspotenzial

Der Goldpreis kennt natürlich auch den Weg nach unten – trotzdem gilt Gold als stabile Anlage, die vor allem von größeren geo- und wirtschaftspolitischen Krisen profitiert.

Seit der Jahrtausendwende hat der Goldpreis um mehr als 20 Prozent jährlich im Schnitt zugelegt. In den letzten fünf Jahren aber hat er insgesamt rund 20 Prozent verloren. Sein Potenzial wird das Gold vor allem bei längeren Anlagedauern ausspielen können.

3. Vorteil: Gold ist einfach zu verstehen

Wer in Gold anlegen will, muss sich nicht mit den Mechanismen der Börse auseinandersetzen. Es reicht, wenn man Gold kauft, es sicher verwahrt und den Goldpreis im Auge behält. Auch das macht Gold reizvoll und vorteilhaft in einer Welt, in der es hunderttausende Anlageinstrumente gibt, die kaum verständlich sind.

Gold ist allerdings auch eine Aber-Anlage: Denn es gibt Nachteile, die man nicht aus den Augen verlieren sollte.

1. Nachteil: Kursrisiken

Bei aller Begeisterung, die derzeit wieder einmal für Gold als Geldanlage herrscht, dürfen Sie die Risiken nicht vergessen. So liegt der Preis für Gold derzeit eher am oberen Rand des Erreichbaren, wenn Sie jetzt einsteigen, sehen Experten eher das Risiko, dass kurzfristig Verluste erzielt werden.

Denken Sie zudem daran, dass der Goldpreis in Dollar festgestellt wird. Was in Euro übrig bleibt, hängt vom Wechselkurs ab. Selbst ein steigender Goldpreis kann durch einen fallenden Dollar torpediert werden.

Alles in allem bleibt eine Investition in physisches Gold also eine Spekulation – und damit dürfte es sich auch von selbst verstehen, dass Sie auf keinen Fall Ihr gesamtes Vermögen oder einen Großteil davon in Gold anlegen dürfen.

Gold ist als Beimischung sinnvoll, als Basisinvestment jedoch komplett ungeeignet.

2. Nachteil: Die Lagerung

Wollen Sie Gold-Barren oder -Münzen kaufen, stehen Sie vor der Frage, wo das Gold gelagert wird. Zu Hause ist das Gold wirklich nur in einem abschließbaren Tresor sicher. Außerdem müssen Sie sich darum kümmern, dass ausreichender Versicherungsschutz besteht.

Die Alternative ist die Verwahrung bei Banken. Die allerdings verursacht zum Teil erhebliche Kosten, sei es für Schließfächer oder aber für die Verwaltung auf Goldkonten.

3. Nachteil: Gold kennt keine Zinsen

Wenn Sie in physisches Gold investieren, erzielen Sie keine Zinsen, Dividenden oder andere Erträge – über die Jahre verlieren Sie so einiges an Investment-Potenzial. Nicht zuletzt deswegen kommen auch die Aktien von Minenbetreibern immer wieder ins Gespräch, wenn es um Gold-Investments geht.

Das Kalkül vieler Anleger: Wenn der Goldpreis steigt, müsste es den Minen doch klasse gehen – und die Aktienkurse müssten entsprechend steigen. Tatsächlich aber werden auch Minenaktien durch ein schlechtes Börsenumfeld gedrückt – da kann der Goldpreis noch so lange steigen.

Und der Goldpreis ist bei den Minen eben auch nur ein (wenn auch wichtiger) Erfolgsfaktor – der Aktienkurs aber ist Ausfluss des Unternehmenserfolges insgesamt. Und der kann auch bei einem hohen Goldpreis fehlen. Nicht jede Gold-Mine ist eben eine Gold-Grube!

Das merken dann natürlich auch die Fonds und Zertifikate, die auf Goldminenaktien setzen. Mit dem „sicheren Gold“ haben solche Investments also wenig gemein. Dafür bekommen Sie allerdings eine Dividende. Sie profitieren daneben von steigenden Kursgewinnen.

Auf der anderen Seite müssen Sie allerdings auch mit fallenden Kursen rechnen und im schlimmsten Fall sogar den Totalverlust Ihres angelegten Geldes einplanen.

Weitere Informationen

  • www.test.de
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Autor

Oliver Mest