Finanzen / 30.11.2017

Inflation höher als Tarifverdienste

Geringe Inflation, gute Wirtschaftslage und dennoch ein Reallohnverlust - wie kann das sein? Statistiker geben Entwarnung. Schuld ist ein Sondereffekt im Öffentliche Dienst.

Münzen übereinander stapeln – Bildnachweis: shutterstock.com © Singkham

Wiesbaden (dpa) Die Tarifverdienste sind im dritten Quartal dieses Jahres geringer gestiegen als die allgemeinen Verbraucherpreise. Inklusive der Sonderzahlungen hatten die Tarifbeschäftigten nur 1,4 Prozent mehr Geld als im Vorjahreszeitraum auf dem Gehaltszettel, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden berichtete. In der gleichen Zeitspanne betrug die Inflationsrate 1,8 Prozent.

Sonderzahlungen sorgen für Verzerrungen

Der Dämpfer muss indes nicht zwingend auf Reallohnverluste für das Gesamtjahr hindeuten. Hier erwarten Experten eine leichte Steigerung. Die Wiesbadener Statistiker machen darauf aufmerksam, dass vor allem die Sonderzahlungen zurückgegangen sind. Das liegt auch an einem starken Sondereffekt aus dem Sommerquartal 2016, als es im öffentlichen Dienst hohe Sonderzahlungen gegeben hatte, die sich nicht 2017 nicht wiederholten. Rechnet man den Effekt heraus, lagen die Tarifverdienste 2,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Autor

 Deutsche Presseagentur