Nachgefragt / 26.03.2015

Jahresmeldung jetzt prüfen

Die „Meldebescheinigung zur Sozialversicherung gemäß § 25 DEÜV“ – kurz „Jahresmeldung“ – erhalten Arbeitnehmer bis spätestens Ende April von ihrer Personalabteilung. Das Dokument ist wichtig und kann sogar die Rente erhöhen, sagt Jan Paeplow, Pressesprecher der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd.

Junger Mann steht in der Küche und liest einen Brief. – Bildnachweis: gettyimages.de © Tom Merton

Herr Paeplow, warum empfehlen Sie die Jahresmeldung zu prüfen?

Jan Paeplow: Die Daten auf der Jahresmeldung sind eine der Grundlagen zur Berechnung einer Rente. Fehlen Angaben zur Beschäftigung, Beschäftigungsdauer oder sind die Daten nicht richtig, kann sich das auf die Rentenhöhe auswirken. Zudem gelten die Jahresmeldungen als Nachweis, wenn etwa eine Kontenklärung ansteht.

Das müssen Sie bitte erklären.

Jan Paeplow: Jeder Versicherte verfügt über eine Versicherungsnummer unter der alle rentenrelevanten Daten gesammelt werden – also zum Beispiel Ausbildungszeiten, Zeiten der Kindererziehung oder eben auch Angaben zum Beschäftigungsverhältnis und der Höhe des Einkommens. Alle diese Daten sind wichtig, um zu prüfen, ob der Versicherte Anspruch auf eine Rente hat und wenn ja, in welcher Höhe. Es ist also sehr wichtig, dass alle relevanten Daten lückenlos und richtig gemeldet werden. Bei einer Kontenklärung werden alle Angaben überprüft und gegebenenfalls fehlende Daten nacherfasst. Dazu benötigen wir Nachweise und zu denen zählt die Jahresmeldung. Eine Kontenklärung macht man am besten in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung, denn da arbeiten Fachleute, die schnell sehen, wo noch Beitragslücken bestehen könnten.

Umso wichtiger, dass die Jahresmeldung richtig ist. Aber wie prüft man jetzt so einen Bogen?

Jan Paeplow: Die Versicherungsnummer gleicht man mit dem Sozialversicherungsausweis ab. Hier schleichen sich eher selten Fehler ein. Hat man die Krankenkasse im letzten Jahr gewechselt, muss man prüfen, ob auch wirklich die aktuelle Kasse vermerkt ist. Dann gibt es noch die Angaben zur Beschäftigung – also ob und wie man sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist.

Das wird ja schon schwierig, weil die Angaben mit Zahlenschlüsseln versehen sind - also mit Nummern.

Jan Paeplow: Die Zahlenschlüssel machen die maschinelle Verarbeitung einfacher. Deswegen gibt es sie. Nehmen wir mal die Angabe „Personengruppe“: Der Personengruppenschlüssel „101“ bedeutet hier „Sozialversicherungspflichtig Beschäftigter ohne besondere Merkmale“, „102“ steht für „Auszubildender ohne besondere Merkmale“, „103“ für „Beschäftigter in Altersteilzeit“, „109“ für „geringfügig entlohnter Beschäftigter“ – also Minijobber – oder „110“ für „kurzfristig Beschäftigter“. Wer einen anderen Schlüssel in der Jahresmeldung findet, kann im Internet nachgucken. Die Suchbegriffe heißen „Jahresmeldung“ und „Personengruppenschlüssel“.

Dann gibt es noch das Feld „Mehrfachbeschäftigung“.

Jan Paeplow: Ja, ganz wichtig. Jede weitere Beschäftigung muss dem Arbeitgeber gemeldet werden. Das sichert auch die Betroffenen ab: Wenn dort Sozialversicherungsbeiträge fließen, können die auch wieder die Rente erhöhen.

Warum ist auch vermerkt, welchem Rechtskreis – „West“ oder „Ost“ – die Betriebsstätte zugeordnet ist?

Jan Paeplow:

Dann gibt es da noch die Beitragsgruppen für die Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung – auch die sind mit einem Zahlenschlüssel versehen.

Jan Paeplow: Eine „1“ steht für „allgemeiner“ beziehungsweise „voller Beitrag“. Diesen Schlüssel dürften die meisten Arbeitnehmer vorfinden. Eine „0“ hinter Krankenversicherung steht für privat Krankenversicherte und freiwillig Versicherte Arbeitnehmer, die ihren Beitrag selbst an die Krankenkasse zahlen. Überweist der Arbeitgeber den Kassenbeitrag für den freiwillig Versicherten, steht da eine „9“. Bei einer „0“ hinter „Rentenversicherung“ handelt es sich um eine Beschäftigung, die nicht rentenversicherungspflichtig ist. Auch diese Schlüssel lassen sich im Internet überprüfen. Die Suchbegriffe heißen wieder „Jahresmeldung“ und „Beitragsgruppenschlüssel“.

Und dann gibt es da noch den Beschäftigungszeitraum und das Bruttoarbeitsentgelt.

Jan Paeplow: Beide Angaben sind für die Rentenversicherung wieder sehr wichtig: Der Beschäftigungszeitraum kann bei der Überprüfung von Ansprüchen wichtig sein. Das Bruttoarbeitsentgelt hat direkte Auswirkungen auf die Rentenhöhe. Also auch hier lohnt sich ein kritischer Blick.

Und nach dem Check kommt der Ordner?

Jan Paeplow: So ist es. Die Jahresmeldung ist ein wichtiges Dokument und sollte mindestens bis zur Rente aufgehoben werden.

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Autor

Michael J. John