Rente / 13.07.2021

Mehr Menschen steigern durch Pflege ihre Rente

Im Jahr 2019 erhöhten über 100.000 Frauen und Männer mehr als im Vorjahr durch die häusliche Pflege von Angehörigen ihren Rentenanspruch.

Bild zum Beitrag "673.000 Versicherte erhielten 2018 Rente für Pflege". Das Bild zeigt eine Frau, die einer Seniorin zuspricht.

Berlin/Bad Homburg (sth). Die Zahl der Menschen, die einen Angehörigen oder Nachbarn in häuslicher Umgebung rentenversicherungspflichtig pflegen, ist im Jahr 2019 erneut deutlich gestiegen. Nach aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung bekamen zum Ende vorvergangenen Jahr rund 777.000 sogenannte Pflegepersonen von der Pflegekasse des Gepflegten Rentenbeiträge gezahlt. Das waren rund 104.000 oder 15 Prozent mehr Pflegende als ein Jahr zuvor. Bereits 2018 war die Zahl der Pflegepersonen mit Anspruch auf die Zahlung von Rentenbeiträgen gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. 

Grund für den erheblichen Anstieg der Zahl von Pflegenden mit Rentenanspruch für ihre Pflegeleistung ist nach Einschätzung von Experten das Anfang 2017 in Kraft getretene Pflegestärkungsgesetz. Seither sind Pflegepersonen in der Rentenversicherung bereits pflichtversichert, wenn sie einen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 wöchentlich mindestens zehn Stunden lang an mindestens zwei Tagen in häuslicher Umgebung pflegen. Zuvor musste die Pflege an mindestens 14 Stunden wöchentlich geleistet werden.

Ein Jahr Pflege erhöht die Rente – je nach Pflegegrad des Gepflegten und den für ihn gezahlten Leistungen – derzeit um monatlich 6,14 Euro bis 32,49 Euro im Westen sowie um 6,01 Euro bis zu 31,81 Euro im Osten Deutschlands. Auch die Rentenversicherung profitierte von dem häuslichen Pflegeboom. Sie bekam 2019 nach eigenen Angaben von den Pflegekassen etwa 2,5 Milliarden Euro an Beiträgen für die Pflegenden überwiesen – im Jahr 2018 waren es noch rund 2,2 Milliarden. 

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Autor

Stefan Thissen