Rente / 14.05.2020

Merkel: Stehe zur Rentengarantie

Bundeskanzlerin reagiert ausweichend auf Vorwürfe gegen Arbeitsminister Heil, dieser habe den Nachholfaktor in der Rentenanpassungsformel gestrichen.

Bild zu Beitrag "Merkel: Stehe zur Rentengarantie". Das Bild zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel am Rednerpult im Bundestag.

Berlin (dpa/sth). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentnern versichert, trotz der Belastungen durch die Corona-Pandemie zur Rentengarantie zu stehen. Glücklicherweise sinken die Renten nicht, sondern legten in diesem Jahr deutlich zu, sagte Merkel am Mittwoch in einer Regierungsbefragung. "Die Rentnerinnen und Rentner haben es verdient." Die Renten in Westdeutschland steigen zum 1. Juli um 3,45 Prozent und in Ostdeutschland um 4,20 Prozent.

Hintergrund sind Aussagen der Rentenexperten Bert Rürup und Axel Börsch-Supan in der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch. Sie werfen Sozialminister Hubertus Heil (SPD) vor, dass er 2018 den neun Jahre zuvor vom damaligen SPD-Sozialminister Olaf Scholz eingeführten "Nachholfaktor" ausgesetzt habe. Diesen "Nachholfaktor" hatte Scholz damals angesichts der Finanzkrise eingeführt, zum Ausgleich für die ebenfalls von ihm eingeführte "Rentengarantie". Mit der "Rentengarantie" stellte Scholz demnach sicher, dass die Ruhestandsbezüge auch bei sinkenden Löhnen nicht gekürzt werden können. Und mit dem "Nachholfaktor" sorgte er dafür, dass – sobald sich die Wirtschaft erholt und die Löhne wieder steigen – die dann möglichen Rentenerhöhungen so lange nicht so hoch ausfallen wie nach der Rentenanpassungsformel vorgesehen, bis die vermiedene Rentenkürzung wieder ausgeglichen ist.

Die heutige Corona-Krise könnte die Erwerbsbevölkerung wieder hart treffen. Der von Scholz in Krisenzeiten vorgesehene Ausgleichsfaktor zwischen Löhnen und Renten funktioniert aber nicht mehr. Auf einen entsprechenden Hinweis des FDP-Sozialpolitikers Johannes Vogel in der Regierungsbefragung, sagte die Kanzlerin nun, sie müsse den Sachverhalt zuerst prüfen. Man werde sehen, wie man das lösen könne.

Autor

 Deutsche Presseagentur