Aktuell beleuchtet / 09.03.2015

Neues von den Sachbezügen: Mehr Spielraum ab 2015

Sachbezüge sind attraktiv: für den Mitarbeiter, weil er statt einer steuerpflichtigen Gehaltserhöhung einen echten Gegenwert brutto für netto in der Tasche hat. Und für den Arbeitgeber, weil er sich Sozialversicherungsbeiträge spart und seine Angestellten individuell motivieren kann. Und noch eine gute Nachricht: 2015 hat der Gesetzgeber diverse Freigrenzen angehoben.

Frau überprüft Liste – Bildnachweis: fotolia.com © rogerphoto

Offenbach (ce). Eigentlich ist jede Zuwendung des Arbeitgebers, die nicht in Euro und Cent ausgezahlt wird, ein Sachbezug. Allerdings lassen sich mit bestimmten Sachbezügen Steuern sparen, etwa, weil sie als Aufmerksamkeit eingestuft oder im betrieblichen Interesse überreicht werden. Arbeitgeber haben zahlreiche Möglichkeiten, ihre Angestellten mit einer persönlichen Aufmerksamkeit zu beschenken. Diese sind – in bestimmten Grenzen – schon bislang steuerfrei. Seit Jahresbeginn gilt eine höhere Freigrenze: Statt bislang 40 Euro dürfen Aufmerksamkeiten nun bis zu einem Wert von bis zu 60 Euro brutto überreicht werden, ohne dass der Fiskus zugreift.

Eine Aufmerksamkeit können Arbeitgeber zu besonderen persönlichen Anlässen verschenken – zum Beispiel zur Einschulung des Kindes, zur Hochzeit oder zum Geburtstag. Das Präsent darf allerdings nicht in Geld ausgezahlt werden, Gutscheine sind jedoch erlaubt – solange sie nicht in Euro und Cent umgewandelt werden können. 

Wert der Aufmerksamkeit darf 60 Euro nicht übersteigen

Aber Achtung: Bei der Summe von 60 Euro handelt es sich um eine Freigrenze und nicht um einen Freibetrag. Der steuerliche Unterschied ist erheblich: Übersteigt der Wert der Aufmerksamkeit diesen Betrag auch nur um einen Cent, ist die Steuervergünstigung für die ganze Summe hinfällig. Die gute Nachricht: Die Freigrenze greift bei jedem Geschenk aufs Neue. Denn sollten sich mehrere persönliche Anlässe – sogar in einem Monat – ergeben, darf der Arbeitgeber auch mehrere Geschenke überreichen. Aber Achtung: Feiertage wie Ostern zählen nicht als persönlicher Anlass. Der Hintergrund: Diese Ereignisse haben keinen persönlichen Bezug zum beschenkten Arbeitnehmer, sind weder einmalig noch selten wiederkehrend.

Unternehmen, die eine betriebliche Feier veranstalten, dürfen durchaus bei dieser Gelegenheit ihren Angestellten Geschenke überreichen. Voraussetzung ist auch hier: Werden während der Feier Geschenke verteilt oder verlost, dürfen diese nicht teurer als 60 Euro sein. Wird dieser Wert überschritten, wird das komplette Geschenk steuerpflichtig; Bargeld oder Goldmünzen sind ohnehin immer voll zu versteuern. 

Neuregelung von Betriebsfeiern

Auch die steuerliche Behandlung von Betriebsfeiern wurde übrigens zum Jahresauftakt neu geregelt: Der Gesetzgeber reagierte damit unter anderem auf die aktuelle Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs. Bislang galt für Betriebsfeiern eine steuerliche Freigrenze pro Arbeitnehmer von 110 Euro. Bundestag und Bundesrat haben sich nun auf einen Kompromiss verständigt: Die Freigrenze wird nicht erhöht, die steuerfreie Summe von 110 Euro pro Arbeitnehmer und Betriebsveranstaltung jedoch in einen Freibetrag umgewandelt.

Die Konsequenz: Aufwendungen bis zu dieser Höhe bleiben steuerfrei, auch wenn die tatsächlichen Ausgaben höher sind. Allerdings müssen nun auch allgemeine Kosten des Arbeitgebers einbezogen werden. Außerdem werden dem einzelnen Arbeitnehmer die Ausgaben für Begleitpersonen zugerechnet. Reisekosten bleiben jedoch außen vor und weiterhin steuerfrei. 

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Autor

Constanze Elter